19.01.2021

CoronaKrim: (Kriminal-) Prävention in Zeiten der Corona-Virus-Pandemie (40)

Die COVID-19-Pandemie 2020 hat einen schrecklichen Tribut an Leben, Krankheit und wirtschaftlicher Verwüstung gefordert und hat vielfältige Auswirkungen auf Gewalt, Kriminalität und Prävention. Deshalb veröffentlicht die Tägliche Präventions-News wöchentlich aktuelle Informationen unter dem Label CoronaKrim. Internationale Nachrichten und Informationen werden ebenfalls wöchentlich in englischer Sprache unter dem Label Corona Crime Issues im Rahmen der Daily Prevention News veröffentlicht. Eine Auflistung zentraler Informationsquellen zum gesamten Themenkomplex Coronavirus und COVID-19 veröffentlicht der DPT hier.

(40.1) One Planet Summit für Biodiversität 
Die globale Gesundheitskrise des COVID 19 war eine dramatische Erinnerung an die Bedeutung der Natur für unser tägliches Leben und unsere Wirtschaft: Die biologische Vielfalt ist unsere Lebensversicherung. Die Schädigung von Ökosystemen ist jedoch beispiellos und wird in den kommenden Jahrzehnten erhebliche Auswirkungen auf unseren Lebensstil haben. Die Umkehrung dieses Trends ist eine große Herausforderung für das kommende Jahrzehnt: Wir müssen unsere gesamte Beziehung zur Natur überdenken. Es ist eine große soziale und wirtschaftliche Herausforderung, die eine tiefgreifende Transformation der Wertschöpfungsketten, unserer Geschäftsmodelle und unserer Konsumgewohnheiten erfordert, um den zerstörerischen Produktionsmodellen von Lebewesen ein Ende zu setzen. Diese globale Herausforderung erfordert konzertierte Maßnahmen auf allen Ebenen (international, national, lokal) und von allen Akteuren (Regierungen, internationale Organisationen, Unternehmen, Verbände, Bürger usw.). Quelle: One World Summit (EM)

(40.2) Radikalisierungstendenzen bei Gegnern der Corona-Politik
(hib/STO) Über mögliche Radikalisierungstendenzen unter Gegnern der staatlichen Anti-Corona-Maßnahmen berichtet die Bundesregierung in ihrer Antwort (19/25214) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (19/24613). Darin verweist die Bundesregierung darauf, dass im Zusammenhang mit den staatlichen Beschränkungsmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus eine Vielzahl von Versammlungen stattfinde, die sich mit der Corona-Politik und den staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie auseinandersetzen. Als Anmelder fungierten in vielen Städten Teile der Initiative "Querdenken". Bei diesen Versammlungen sind laut Vorlage auch Rechtsextremisten und Reichsbürger sowie "diesen Spektren nicht klar zuzuordnende aktionsorientierte Einzelpersonen und Gruppen" in Erscheinung getreten. Diese würden im Rahmen des gesetzlichen Auftrags durch das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) beobachtet. Wie die Bundesregierung mit Stand vom 11. Dezember 2020 weiter ausführt, hat sich das heterogene Demonstrationsgeschehen gegen die Maßnahmen der Bundesregierung und der Landesregierungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie bislang zwar nicht insgesamt radikalisiert, doch lassen sich in diesem Protestrahmen "immer wieder einzelne Aspekte einer zunehmenden Radikalisierung von Teilen des Teilnehmerspektrums erkennen". Dies war den Angaben zufolge etwa anlässlich der Demonstrationen am 18. November 2020 in Berlin feststellbar, "als es während des Demonstrationsgeschehens zu teilweise massiven körperlichen Angriffen auf eingesetzte Kräfte unter anderem durch Steinwürfe, Versprühen von Reizstoff und Zünden von Signalmunition kam". Durch die aktuellen Maßnahmen im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Covid-19-Pandemie gewinne die Diskussion über die Beschränkungsmaßnahmen im rechtsextremistischen Diskurs wieder an Bedeutung, heißt es in der Antwort ferner. Die rechtsextremistische Szene sei bemüht, den in Teilen der Bevölkerung wachsenden Unmut über die staatlichen Beschränkungsmaßnahmen für sich zu nutzen. Rechtsextremistischen Parteien sei es bislang jedoch nicht gelungen, eine bedeutsame Teilnehmerzahl für eigene Versammlungen mit Bezug zu den staatlichen Beschränkungsmaßnahmen zu mobilisieren oder aber demokratische Versammlungen maßgeblich zu beeinflussen. Auch vor dem Hintergrund einer möglichen Radikalisierung des Protestgeschehens insgesamt seien Straf- und Gewalttaten von Rechtsextremisten beziehungsweise "Reichsbürgern und Selbstverwaltern" im Rahmen von Protestveranstaltungen jedoch einzukalkulieren. Quelle: Bundestag (EM)

(40.3) Die Covid-19-Pandemie hat weitreichende Auswirkungen auf die Menschenrechte 
Die Covid-19-Pandemie hat weitreichende Auswirkungen auf die Menschenrechte in der gesamten Europäischen Union, so Human Rights Watch im heute veröffentlichten World Report 2021. Die Pandemie und die wirtschaftlichen Folgen der Lockdowns haben Diskriminierung und Ausgrenzung verstärkt. Teilweise nutzten Regierungen die Pandemie als Vorwand, um ihre Macht zu konsolidieren, menschenrechtsfeindliche Politik voranzutreiben, Freiheiten einzuschränken und schutzbedürftige Gruppen wie Migranten, Frauen oder die LGBT Community ins Visier zu nehmen. Die EU ergriff eine Reihe von Maßnahmen, um die Menschenrechte weltweit zu fördern und zu schützen. Quelle: Human Rights Watch (EM)

(40.4) Studie: Wie (un)beliebt ist die „Corona-Warn-App“?
"Forscher*innen aus Berlin und Bochum untersuchten, welche Personen die „Corona-Warn-App“ in Deutschland nutzen, welche nicht und wie sie ihre Entscheidung begründeten. In ihrer Studie setzen vor allem Angehörige einer Risikogruppe sowie jüngere Personen die App zur Kontaktverfolgung ein. Männer nutzen sie häufiger als Frauen, Vollzeit-Beschäftigte eher als Personen in Ausbildung. Personen, die die „Corona-Warn-App“ nicht nutzen, sind in dieser Studie im Durchschnitt älter, weiblich und gesünder. Sie vertrauen anderen im Allgemeinen weniger und befinden sich eher in Ausbildung oder Studium.
Dagegen hängen weder Bildungsjahre noch Elternschaft signifikant mit der Nutzung der Kontaktverfolgungs-App zusammen." Quelle: idw (EM)

(40.5) Corona und die Angst
"Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie langfristig auf die psychische Gesundheit? Diese Frage steht im Zentrum eines neuen Forschungsprojekts an der Universität Würzburg. Keine Frage: Wenn eine potenziell tödliche und überdies hochansteckende Krankheit sich weltweit ausbreitet, stellt dies die Gesellschaft im Ganzen, aber auch jeden Einzelnen ganz persönlich vor enorme Herausforderungen. Das Pendeln zwischen Lockdown, Lockerung, Lockdown light und erneutem Lockdown, die Aufforderung, persönliche Kontakte zu reduzieren, die Angst um den Arbeitsplatz, die Sorge um Angehörige und natürlich auch die Furcht davor, selbst zu erkranken: All diese Punkte bestimmen seit nunmehr bald einem Jahr den Alltag sehr vieler Menschen – und stellen eine enorme Belastung dar. Dass sich Corona und seine Begleiterscheinungen negativ auf das psychische Wohlbefinden auswirken, scheint auf der Hand zu liegen. Ob dies tatsächlich so ist und welche Auswirkungen die Corona-Pandemie langfristig auf die psychische Gesundheit und Psychopathologie der Bevölkerung Deutschlands hat: Das untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) in einem neuen Forschungsprojekt." Quelle: idw (EM)

(40.6) Corona-Krise: Gestiegene psychische Belastungen für Menschen, die andere pflegen und unterstützen
"In der Corona-Krise haben mehr Menschen ab 46 Jahre andere informell unterstützt oder gepflegt als im Jahr 2017. Sie zeigen allerdings auch mehr depressive Symptome als Menschen, die niemanden pflegen oder unterstützen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung im Rahmen des Deutschen Alterssurveys (DEAS) im Zeitraum von Juni bis Juli 2020. Mehr als 4.700 Menschen zwischen 46 bis 90 Jahren gaben darüber Auskunft, ob sie andere unterstützen oder pflegen. Gleichzeitig sollten sie ihren Gesundheitszustand einschätzen. Gegenüber dem Jahr 2017 stieg die Quote der informell Unterstützenden und Pflegenden von 16 auf 19 Prozent. Dabei geht der Anstieg besonders auf den Einsatz von Frauen und eine stärkere Einbindung von Nachbar*innen und Freund*innen zurück. In der Corona-Krise zeigen mehr Menschen depressive Symptome. In besonderer Weise sind davon Menschen betroffen, die andere unterstützen oder pflegen."
Quelle: idw (EM)

(40.7) Kampf gegen die Pandemie: Wie Großbritannien gegen Regelverletzer vorgehen will
"Die Infektionszahlen sind hoch, der Druck auf das Gesundheitssystem ist immens. In Großbritannien denkt man über noch striktere Schutzmaßnahmen nach." Quelle: FAZ (EM)

(40.8) So judenfeindlich sind die Anti-Corona-Demos
"Antisemitismus wird in München mal mehr, mal weniger offen zur Schau getragen. Der Verfassungsschutz beobachtet das Treiben von rechten Aktivisten, nimmt aber Verschwörungsgläubige nicht ernst genug, sagen Kritiker." Quelle: SZ (EM)

(40.9) Corona-Impfungen: Angstmache, Falschmeldungen und Gerüchte
"Der Auftakt der Corona-Impfungen wird von einer Welle an Desinformation begleitet. Im Netz verbreiten Impfgegner falsche Fotos und Gerüchte über angebliche Spätfolgen. Viele Menschen lassen sich dadurch offenbar verunsichern. Seit Monaten rechnen Coronaleugner die Zahl der Todesopfer durch Covid-19 herunter, behaupten, Hunderttausende Menschen wären "sowieso" gestorben. Geht es aber um Impfungen, klingen die Behauptungen plötzlich ganz anders: Einzelne Menschen, die versterben und bereits geimpft waren, werden nun als "Opfer" der Impfung dargestellt - obwohl entsprechende Belege fehlen. So soll bewiesen werden, dass die Impfungen tödliche Nebenwirkung hätten. Weltweit werden einzelne Fälle gesammelt, um Angst zu schüren. Durchaus mit Erfolg: Unter dem Schlagwort #IchLassemichnichtimpfen erklären Hunderte Menschen auf Facebook, warum sie eine Impfung ablehnen. Manche aus Sorge vor befürchteten Langzeitfolgen; andere, weil sie meinen, allein gesunde Ernährung und Sport reiche als Schutz vor einer Covid-19-Erkrankung. Wieder andere wollen nicht glauben, dass es in kurzer Zeit überhaupt möglich sei, einen Impfstoff zu entwickeln. Die Mehrzahl der Posts in diesen Gruppen stammen von Frauen, viele arbeiten nach eigenen Angaben im Bereich der Pflege. Andere beschreiben sich als besorgte Mütter und verweisen auf ihre Kinder, die sie ebenfalls generell nicht impfen lassen." Quelle: Tagesschau (EM)

(40.10) Forschungsförderung in der Corona-Krise: OECD-Studie zeigt Erfolge und Risiken
Im aktuellen Ausblick Wissenschaft, Technologie und Innovation 2021 untersucht die OECD die Rolle wissenschaftlicher Forschung im weltweiten Kampf gegen die Corona-Krise. Die heute erschienene Studie zeigt, dass die Pandemie die wissenschaftliche Forschung und Zusammenarbeit in beispielloser Weise mobilisiert hat. Allerdings ist es in Vorbereitung auf künftige Pandemien wichtig, effektive langfristige Modelle offener Wissenschaft zu entwickeln, sich international noch besser zu koordinieren und Forschung und Entwicklung gezielter als bisher zu fördern. Viele Unternehmen werden aufgrund der pandemiebedingten Umsatz- und Gewinnrückgänge ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) stark zurückfahren, so die Studie. Auch werden die staatlichen FuE-Budgets den vielen Anträgen auf Unterstützung kaum gerecht werden können, besonders angesichts der hohen Staatsverschuldung. Beides kann zum Hindernis für wichtige Innovationstätigkeit werden. Quelle: OECD (EM)

(40.11) Wenig Impfstoff-Solidarität für ärmere Länder
"Mit den Fortschritten in der Impfstoff-Forschung wächst die Hoffnung auf ein Ende der Corona-Krise. Damit auch ärmere Länder Dosen des Impfstoffs abbekommen, will die Europäische Union helfen. Neben fehlenden Geldern stellt auch die Logistik für eine flächendeckende Verteilung eine Hürde dar."
Quelle: Redaktionsnetzwerk Deutschland (EM)

(40.12) Populismus und Polarisierung: Wo die Gesellschaft gespalten ist, sterben mehr Menschen an Covid-19
"Wie gut die Regionen Europas durch die Corona-Pandemie kommen, unterscheidet sich stark. Das könnte auch am sehr verschieden ausgeprägten Vertrauen der Bevölkerung in staatliche Institutionen liegen." Quelle: DER SPIEGEL (EM)

(40.13) Das Deutsche Schulbarometer: Haben Schulen und Lehrkräfte in der Coronakrise dazugelernt?
"Auch zehn Monate nach den ersten Schulschließungen wird über den Schulbetrieb diskutiert. Die Corona-Pandemie ist für Lehrer, Schüler und Eltern nach wie vor eine Herausforderung. Welche Lehren ziehen sie aus den vergangenen Monaten? Eine repräsentative Umfrage der Robert Bosch Stiftung in Kooperation mit der ZEIT belegt: Lehrkräfte haben sich in der Nutzung digitaler Tools weiterentwickelt, die technische Ausstattung der Schulen bedarf Verbesserung."
Quelle: Robert Bosch-Stiftung (EM)

Ein Service des deutschen Präventionstages.
www.praeventionstag.de


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