05.01.2021

CoronaKrim: (Kriminal-) Prävention in Zeiten der Corona-Virus-Pandemie (38)

Die COVID-19-Pandemie 2020 hat einen schrecklichen Tribut an Leben, Krankheit und wirtschaftlicher Verwüstung gefordert und hat vielfältige Auswirkungen auf Gewalt, Kriminalität und Prävention. Deshalb veröffentlicht die Tägliche Präventions-News wöchentlich aktuelle Informationen unter dem Label CoronaKrim. Internationale Nachrichten und Informationen werden ebenfalls wöchentlich in englischer Sprache unter dem Label Corona Crime Issues im Rahmen der Daily Prevention News veröffentlicht. Eine Auflistung zentraler Informationsquellen zum gesamten Themenkomplex Coronavirus und COVID-19 veröffentlicht der DPT hier.

(38.1) Die Pandemie und die Grundrechte
"Im Kampf gegen das Coronavirus griff die Politik massiv in die Grundrechte ein. Während Maßnahmen wie die Maskenpflicht vor den Gerichten Bestand hatten, wurden andere wieder kassiert." Quelle: Tagesschau (EM)

(38.2) Antidiskriminierungsstelle beklagt zunehmenden Rassismus in der Corona-Pandemie
"Asiatische Menschen unter Generalverdacht, türkische Hochzeiten als vermeintliche Corona-Hotspots: Die Pandemie sei zum »Brandbeschleuniger« für Rassismus geworden, sagt die Antidiskriminierungsstelle des Bundes." Quelle: SPIEGEL (EM)

(38.3) Mehr Angststörungen durch Pandemie befürchtet
"Während der Pandemie verstärken sich psychische Probleme – insbesondere Angststörungen. Das ist noch eine These, aber es gibt einige konkrete Hinweise darauf. Seit dem zweiten Weltkrieg habe es keine größere Bedrohung für die psychische Gesundheit gegeben als die Covid-19-Pandemie, davon ist der renommierte britische Psychiater Adrian James überzeugt. Zwar ist das Phänomen noch nicht systematisch untersucht, erste Berichte aus der psychologischen Praxis gibt es aber bereits. Die Medizinerin Kamila Jauch-Chara vermutet, dass psychische Probleme im Zusammenhang mit der Pandemie noch zahlreicher werden könnten." Quelle: Deutschlandfunk nova (EM)

(38.4) Gefahren für Kinderrechte durch Covid-19-Pandemie
(hib/JOH) Durch die Covid-19-Pandemie besteht laut Bundesregierung das Risiko von Rückschlägen für den Schutz von Kinder- und Jugendrechten. Die Vereinten Nationen etwa erwarteten einen Anstieg ausbeuterischer Kinderarbeit aufgrund der Pandemie, unter anderem auch durch Schulschließungen oder aufgrund wirtschaftlicher Notlagen der Eltern, schreibt die Bundesregierung in einer Antwort (19/25075) auf eine Kleine Anfrage (19/23960) der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Bis Ende des Jahres könnten zusätzlich rund 6,7 Millionen Kinder unter fünf Jahren von akuter Mangelernährung betroffen sein, heißt es darin. Daher unterstütze das Corona-Sofortprogramm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Kinder und ihre Familien, insbesondere in Flucht- und Krisenregionen. Derzeit bereite das BMZ außerdem nach Beratungen im Ressortkreis, mit internationalen Partnern, Durchführungsorganisationen, dem Deutschen Institut für Menschenrechte und der Zivilgesellschaft eine spezifische Kinderschutz-Policy für den neu einzurichtenden Jugendbeirat des Ministeriums vor. Diese solle zum Zeitpunkt seiner Konstituierung vorliegen und werde Verhaltensregeln enthalten für alle Mitglieder des Beirats und derjenigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BMZ, die die Arbeit des Beirats begleiten. Quelle: Bundestag (EM)

(38.5) Europol zu sexueller Gewalt. Mehr Missbrauch im Netz durch Pandemie
"Fälle sexueller Gewalt an Kindern haben durch die Corona-Pandemie laut Europol stark zugenommen. Täter suchten nicht nur vermehrt nach Material, sondern versuchten auch verstärkt, Kinder zu kontaktieren. Die Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch im Internet haben nach Angaben der EU-Polizeibehörde Europol im Corona-Jahr deutlich zugenommen." Quelle: Tagesschau (EM)

(38.6) Neues europäisches Datenangebot zu den Auswirkungen der Corona-Krise
Die Corona-Pandemie führt zu einem deutlichen Anstieg der Nachfrage nach hochfrequenten und zuverlässigen statistischen Informationen. Neben der nationalen Entwicklung sind insbesondere Vergleiche mit anderen EU-Mitgliedsstaaten von großem Interesse. Europäische Daten zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf die Bereiche Wirtschaft, Finanzen und Soziales sind ab heute im "European Statistical Recovery Dashboard" des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) verfügbar. Quelle: DESTATIS (EM)

(38.7) COVID-19 hat erhebliche Auswirkungen auf die IT-Sicherheitslage in Deutschland und Frankreich
Die COVID-19-Pandemie hat teils erhebliche Auswirkungen auf die IT-Sicherheitslage in Deutschland und Frankreich. In beiden Ländern hat der Corona-bedingte Digitalisierungsschub die mögliche Angriffsfläche und damit das Risiko erfolgreicher Cyber-Angriffe vergrößert. Dies ist eine Erkenntnis der inzwischen dritten gemeinsamen Lagebetrachtung, die das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und die französische Agence nationale de la sécurité des systèmes d'information (ANSSI) durchgeführt haben. Quelle: BSI (EM)

(38.8) Seuchen und Generationengerechtigkeit
Gemeinsam mit einer Reihe renommierter Wissenschaftler*innen hat die Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen (SRzG) einen Aufruf gestartet, der eine neue, präventive Impfstrategie fordert. Der Aufruf soll der Forderung nach einer Berücksichtigung der Perspektive nachrückender Generationen in der Bekämpfung von Pandemien Nachdruck verleihen. Die SRzG tritt dafür ein, dass heutige und kommende Generationen sowohl vor den direkten Schäden von Infektionskrankheiten als auch vor den Kollateralschäden, die Maßnahmen wie Lockdowns mit sich bringen, geschützt werden. Vor allem die heute jungen Menschen leiden unter dem aktuellen Lockdown – sie haben ihre Jobs verloren, sie mussten ihre Pläne in einer entscheidenden Lebensphase auf Eis legen. Und kommende Generationen werden die rasant steigende Staatsverschuldung abzahlen müssen, die Lockdowns generell mit sich bringen. Vor kurzem veröffentlichte die SRzG ein umfassendes Positionspapier mit dem Titel „Seuchen und Generationengerechtigkeit. Globale Impfstrategien gegen Infektionskrankheiten“.
Quelle: Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen (EM)

(38.9) Wissenschaft im Corona-Jahr: Zwischen Vertrauen und Skepsis
"Während der Pandemie ist das Vertrauen in die Wissenschaft insgesamt gestiegen, wie das Wissenschaftsbarometer 2020 zeigt. Auch die Maßnahmen zu Corona werden von vielen als angemessen empfunden. Die Befragung belegt aber auch die Corona-Skepsis in der Bevölkerung." 
Quelle: Robert Bosch-Stiftung (EM)

(38.10) Die Mehrheit der Befragten befürworten die Verschärfung der Maßnahmen
Die Bevölkerung hält die ausgedehnten Regelungen gegen das neuartige Coronavirus größtenteils für angemessen. In der Woche vor dem Weihnachtsfest stimmten ihnen noch mehr Menschen zu. Das zeigen die Ergebnisse der mittlerweile 25. Ausgabe des BfR-Corona-Monitors, einer regelmäßigen Umfrage des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Quelle: BFR (EM)

(38.11) COVID-19-Edition des «Wissenschaftsbarometer Schweiz»: Wissenschaft soll sich während Pandemie einbringen
In der COVID-19-Pandemie vertraut die Schweizer Bevölkerung der Wissenschaft. Sie möchte, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Expertise in Öffentlichkeit und Politik einbringen. Zudem ist sie mehrheitlich der Meinung, dass politische Entscheidungen zum Umgang mit der Pandemie auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen sollten. Das zeigt die COVID-19 Edition des «Wissenschaftsbarometer Schweiz», die am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung (IKMZ) der UZH in Zusammenarbeit mit der Universität Münster durchgeführt wird.
Quelle: Uni Zürich (EM)

(38.12) COVID-19: Psychische Belastung wächst besonders für Risikogruppen
Erste Ergebnisse einer Online-Befragung zu Kontaktbeschränkungen und Quarantäne – Psychologisches Institut sucht Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer für Folgestudie mit Blick auf Impfungen. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind für uns alle auf die ein oder andere Weise deutlich zu spüren. Eine Online-Studie des Psychologischen Instituts der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) ist der Frage nachgegangen, wie sich insbesondere Quarantänemaßnahmen und Kontaktbeschränkungen auf das psychische Wohlergehen auswirken. Die Ergebnisse zeigen, dass es während des ersten Lockdowns zu einem deutlichen Anstieg von Symptomen der Angst, Depressivität und körperlichen Beschwerden kam. Die Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmer berichteten zudem über zahlreiche Einschränkungen und Veränderungen aufgrund der Beschränkungen wie zum Beispiel Einschränkungen in ihrer Berufstätigkeit und den Freizeitaktivitäten, vermehrte Konflikte zu Hause oder erhöhte Einsamkeit. Dabei zeigten sich Personen mit einer psychischen Störung besonders betroffen.
Quelle: JGU (EM)

Ein Service des deutschen Präventionstages.
www.praeventionstag.de


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