22.09.2020

CoronaKrim: Kriminalität und Kriminalprävention in Zeiten der Corona-Virus-Pandemie (23)

Die COVID-19-Pandemie 2020 hat einen schrecklichen Tribut an Leben, Krankheit und wirtschaftlicher Verwüstung gefordert und hat vielfältige Auswirkungen auf Gewalt, Kriminalität und Prävention. Deshalb veröffentlicht die Tägliche Präventions-News wöchentlich aktuelle Informationen unter dem Label CoronaKrim. Internationale Nachrichten und Informationen werden ebenfalls wöchentlich in englischer Sprache unter dem Label Corona Crime Issues im Rahmen der Daily Prevention News veröffentlicht. Eine Auflistung zentraler Informationsquellen zum gesamten Themenkomplex Coronavirus und COVID-19 veröffentlicht der DPT hier.

(23.1) Wie Corona die Kriminalität in Bayern verändert hat
"Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist gesunken, Einbrüche in Büros dagegen haben deutlich zugenommen: Es sind nicht die einzigen Beispiele, die zeigen, dass sich die Kriminalität in Bayern durch die Corona-Maßnahmen verändert hat. Grundsätzlich sei der Zeitraum der Betrachtung zwar zu kurz, aber es gebe doch deutliche Trends, sagt der Bayerische Landespolizeipräsident Wilhelm Schmidbauer. Dass mehr Menschen als je zuvor im Homeoffice arbeiten und Büros dünner besetzt sind, spiegelt sich auch in den Zahlen der Polizei wider. Zwischen März und Juli registrierte sie deutlich weniger Wohnungseinbrüche, jedoch ein Plus von 40 Prozent bei den Einbrüchen in Büros." Quelle: BR (EM)

(23.2) Corona-Ausbrüche in der Fleischindustrie
(hib/PK) In vier Betrieben der fleischverarbeitenden Industrie in Nordrhein-Westfalen ist es bisher zu Corona-Ausbrüchen gekommen. Das geht aus der Antwort (19/22065) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (19/21084) der Grünen-Fraktion hervor. Es handelt sich um Firmen in Coesfeld, Oer-Erkenschwick, Moers und Rheda-Wiedenbrück. Die Einhaltung der Arbeitsbedingungen in der Fleischwirtschaft wird den Angaben zufolge von verschiedenen Stellen geprüft. Quelle: Bundestag (EM)

(23.3) WeltRisikoBericht 2020: Corona-Pandemie erhöht Risiken für Geflüchtete
Mangelhafte Hygienebedingungen und Infektionsschutzmaßnahmen in überfüllten Geflüchtetencamps, Grenzschließungen, die Beeinträchtigung von Hilfs- und Selbstversorgungsstrukturen: Die Corona-Pandemie verschärft die ohnehin prekären Verhältnisse, in denen viele der derzeit fast 80 Millionen Geflüchteten und Vertriebenen weltweit leben. Auch Wanderarbeiter und Wanderarbeiterinnen sind von den Auswirkungen der Pandemie besonders betroffen. Im Fall eines extremen Naturereignisses sind sie daher besonders verwundbar. Folglich besteht ein erhöhtes Risiko, dass ein solches Ereignis zur humanitären Katastrophe wird. Die besondere Verwundbarkeit von Geflüchteten und Migrierenden ist ein zentrales Ergebnis des WeltRisikoBericht 2020 mit dem Fokus „Flucht und Migration“. Der Bericht wird von Bündnis Entwicklung Hilft und dem Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht der Ruhr-Universität Bochum (IFHV) veröffentlicht. Quelle: Weltrisikobericht (EM)

(23.4) CORONA-Krise – Auswirkungen auf Menschen in Wohnungslosigkeit und Wohnungsnot
Die BAG Wohnungslosenhilfe e. V. (BAG-W) fordert ein 10-Punkte-Sofortprogramm. Die Dienste und Einrichtungen der Hilfen im Wohnungsnotfall sind in großer Sorge um die Menschen in Wohnungslosigkeit und Wohnungsnot, um die Mitarbeitenden der Hilfeangebote und zuweilen auch um die Existenz der Einrichtungen. Die CORONA-Krise bedeutet für wohnungslose Menschen eine dramatische Verschlechterung ihrer ohnehin bereits prekären Lebenslage. In ordnungsrechtlicher Unterbringung und in Notübernachtungen sind wohnungslose Menschen nach wie vor in Mehrbettzimmern untergebracht. Zwar gibt es Bemühung einzelner Kommunen, die Belegungssituation in den Unterbringungen zu entzerren, dieser Prozess ist aber bislang nicht flächendeckend in Gang gekommen. Eine Reduzierung der Belegungsdichte bedeutet dann häufig aber immer noch eine Belegung mit mindestens zwei Personen pro Zimmer. Quelle: BAG-W (EM)

(23.5) Stiftungsengagement im Zeichen der Corona-Krise
"Stiftungen sind für viele Organisationen im Sozial-, Kultur-, Umwelt- oder Bildungsbereich unverzichtbare Partner, um Projekte und Angebote zu finanzieren. Jetzt sind unsere geförderten Organisationen von der Corona-Krise unmittelbar und existentiell betroffen. Als Stiftungen sehen wir uns in der Verantwortung, unseren Förderpartner*innen in dieser Ausnahmesituation zur Seite zu stehen. Allen geförderten Organisationen und Projekten möchten wir unseren Dank und unsere Anerkennung für ihr Engagement in dieser schwierigen Situation aussprechen. Wir versichern Ihnen, dass Sie auf uns als Stiftungen zählen können: ..." Quelle: BV Deutscher Stiftungen (EM)

(23.6) Hilfreiche Kontaktangaben
(hib/PK) Bei lokalen Corona-Ausbrüchen ist die Kontaktnachverfolgung nach Einschätzung der Bundesregierung von zentraler Bedeutung, um Infektionsketten zu identifizieren und eine Ausbreitung des Virus einzudämmen. Es habe sich dabei als hilfreich erwiesen, auf die in der Gastronomie und bei kulturellen und anderen Ereignissen entstandenen schriftlichen Besuchsinformationen zurückgreifen zu können, heißt es in der Antwort (19/22249) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (19/21883) der AfD-Fraktion. Quelle: Bundestag (EM)

(23.7) Kampf gegen Gewalt in der Bronx: Ronnie kennt keine Feinde
"In der Pandemie ist die Bronx für Jugendliche noch trostloser geworden - und aus Frust wird schnell Gewalt. Die "Violence Interruptors" setzen ihre "Street Credibility" ein, um zu vermitteln."
Quelle: Tagesschau (EM)

(23.8) Bericht zu sozialen Entwicklungen in Europa: Soziale Gerechtigkeit und Solidarität sind die Schlüssel zur Überwindung der Krise
Die COVID-19-Pandemie hat tiefgreifende beschäftigungspolitische und soziale Auswirkungen und gefährdet viele der von der EU bereits erzielten Fortschritte. Angemessene Mindestlöhne, soziale Investitionen in Form von Umschulungsprogrammen bei der Umstellung auf eine grüne Wirtschaft und Kurzzeitarbeitsregelungen tragen dazu bei, die durch COVID-19 verursachten Schäden zu beheben und künftige strukturelle Änderungen vorzubereiten. Zu diesem Ergebnis kommt der am 15.09.2020 von der Kommission vorgestellte Bericht zur Beschäftigung und zur sozialen Lage in Europa 2020.
Quelle: EU-Kommission (EM)

(23.9) OECD-Analyse: Viel ungenutzter Spielraum für einen echten grünen Wiederaufbau nach der Krise
Grüne Konjunkturmaßnahmen sind jetzt Teil vieler nationaler Finanzpakete in Reaktion auf die Coronakrise. Sie sollen ein nachhaltiges, integratives und widerstandsfähiges Wirtschaftswachstum fördern und für mehr Lebensqualität sorgen. Einige OECD-Länder erlassen jedoch auch Maßnahmen, die umweltschädlich sind und nachhaltiges Wachstum untergraben. Das zeigt die OECD-Analyse Making the green recovery work for jobs, income and growth, die am14.09.2020 von den Fachministern der Mitgliedsländer diskutiert wurde. Quelle: OECD (EM)

Ein Service des deutschen Präventionstages.
www.praeventionstag.de


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