20.10.2020

CoronaKrim: Kriminalität und Prävention in Zeiten der Corona-Virus-Pandemie (27)

Die COVID-19-Pandemie 2020 hat einen schrecklichen Tribut an Leben, Krankheit und wirtschaftlicher Verwüstung gefordert und hat vielfältige Auswirkungen auf Gewalt, Kriminalität und Prävention. Deshalb veröffentlicht die Tägliche Präventions-News wöchentlich aktuelle Informationen unter dem Label CoronaKrim. Internationale Nachrichten und Informationen werden ebenfalls wöchentlich in englischer Sprache unter dem Label Corona Crime Issues im Rahmen der Daily Prevention News veröffentlicht. Eine Auflistung zentraler Informationsquellen zum gesamten Themenkomplex Coronavirus und COVID-19 veröffentlicht der DPT hier.

(27.1) Corona, Kriege, Klimawandel: Die Welt ist nicht auf Kurs, den Hunger bis 2030 zu besiegen
Die Welthungerhilfe hat am 12.10.2020 den Welthunger-Index 2020 veröffentlicht. Bereits vor der Covid-19 Pandemie litten die Menschen in mehr als 50 Ländern unter Hunger und Unterernährung. Die Fortschritte bei der weltweiten Hungerbekämpfung sind in Folge von Ungleichheit, Konflikten, Vertreibung und Klimawandel viel zu gering, um das verbindliche Ziel „Zero Hunger“ bis 2030 zu erreichen. Dies zeigt der neue Welthunger-Index, der die Ernährungslage in 107 Ländern berechnet. 14 Länder weisen heute höhere Hungerwerte auf als noch 2012. Dazu gehören u.a. Kenia, Madagaskar, Venezuela und Mosambik. Die Welthungerhilfe macht deutlich, dass die COVID-19 Pandemie und ihre wirtschaftlichen Folgen die Ernährungsunsicherheit von Millionen Menschen verschärfen. Die Zahl der Hungernden ist weltweit auf derzeit 690 Millionen Menschen gestiegen. Daher begrüßt die Welthungerhilfe ausdrücklich, dass mit dem Friedensnobelpreis für das Welternährungsprogramm der Kampf gegen den Hunger als zentrale Herausforderung der Weltgemeinschaft anerkannt wird. Quelle: Welthungerhilfe (EM)

(27.2) Corona-KiTa-Studie: Erste Ergebnisse liegen vor
Aktuell ansteigende Corona-Fallzahlen verunsichern Eltern und Kita-Fachkräfte. Aber welche Rolle spielt die Kindertagesbetreuung im Infektionsgeschehen? Erste Ergebnisse liefert nun die Corona-KiTa-Studie, die das Bundesfamilienministerium und das Bundesgesundheitsministerium bereits im Frühjahr in Auftrag gegeben haben beim Deutschen Jugendinstitut und beim Robert Koch-Institut. Die Studie zeigt, wie Kitas und Kindertagespflegestellen bisher durch die Corona-Pandemie gekommen sind. Quelle: BMFSFJ (EM)

(27.3) 30 Wochen Corona-Monitor des Bundesinstituts für Risikobewertung: Zwischenbilanz zeigt Trends in der Wahrnehmung der Pandemie
Die vom Bund und den Ländern eingeleiteten Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus werden von der Bevölkerung mehrheitlich als angemessen angesehen. Lediglich das erst kürzlich eingeführte Beherbergungsverbot von Personen aus innerdeutschen Risikogebieten trifft auf deutlich weniger Akzeptanz: Nur 45 Prozent bewerten die Regelung als angemessen. Quelle: BfR (EM)

(27.4) Nachhaltigkeit? Geht auch in Corona-Zeiten
Das Engagement für Nachhaltigkeit ist nicht aufzuhalten, auch nicht in der Corona-Krise. In den vergangenen Monaten mussten sich viele zunächst in der neuen Situation zurechtfinden. Dennoch lassen sich Bürgerinnen und Bürger, Kirchen, soziale Einrichtungen, Unternehmen, Vereine und Verwaltungen kreative Projekte etwa gegen Lebensmittelverschwendung, zur Müllvermeidung oder zum Energiesparen einfallen. Das haben die Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit (DAN) 2020 mit mehr als 2.150 Aktionen gezeigt. Quelle: Nachhaltigkeitsrat (EM)

(27.5) Leopoldina fordert konsequenteres Handeln
Die am 14.10.2020 getroffenen Entscheidungen und aufgestellten Regelungen der Bund-/Länder-Runde zur Coronavirus-Pandemie sind aus Sicht der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina nicht ausreichend, um das Infektionsgeschehen zu kontrollieren und einzudämmen. Quelle: Leopoldina (EM)

(27.6) Coronaschutz in Schulen: Fensterlüftung wirksamster Weg zu virenarmer Luft
Das Umweltbundesamt (UBA) hat für die Kultusministerkonferenz (KMK) eine Handreichung zum richtigen Lüften in Schulen erarbeitet. Darin geben die Expertinnen und Experten für Innenraumlufthygiene des UBA Empfehlungen, wie sich mit richtigem Lüften in Schulen das Risiko reduzieren lässt, sich mit dem neuartigen Coronavirus zu infizieren. Auch zu Luftreinigern und anderen technischen Geräten gibt das UBA Empfehlungen. Quelle: UBA (EM)

(27.7) Devianz, soziale Kontrolle und Kriminalitätseinstellungen während der Corona-Pandemie
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Die Corona-Pandemie bietet die einmalige Gelegenheit, kriminologische Themen in einer speziellen Krisensituation zu untersuchen, wenngleich bisherige Umfragen diese weitgehend nicht erhoben haben. Diese Umfragen deuten auf die Abnahme von einem zunächst hohen Angstempfinden und eine hohe Zustimmung gegenüber den Maßnahmen zum Infektionsschutz hin. Das Hinweisen auf Verstöße gegen Abstandsregeln und das härtere Betrafen dieser werden als akzeptabel angesehen. Mittels einer Befragung unter Studierenden soll im Folgenden beantwortet werden, wie die Kriminalitätsfurcht in der Krise zu bewerten ist, inwieweit die neuen Regeln eingehalten werden und welche Sanktionsvorstellungen bzgl. Abweichungen vorliegen." Quelle: KrimOJ (EM)

(27.8) Homeschooling und Kinderbetreuung: Mütter schulterten in der Corona-Krise die Hauptlast
"Während des Lockdowns betreuten fast ein Drittel der Frauen ihre Kinder allein - sogar bei gleicher beruflicher Belastung. Das zeigt eine aktuelle Studie. Viele Schüler waren aber auch weitgehend sich selbst überlassen." Quelle: SZ (EM)

(27.9) Zuerst versuchen wir, an die Vernunft der Leute zu appellieren
"Wie der Polizist Peter Schnaars im Corona-Hotspot Bremen die Regeln durchsetzt und warum dort keine "Corona-Streifen" mehr unterwegs sind." Quelle: SZ (EM)

(27.10) Internationaler Währungsfonds sieht bleibende Schäden durch die Corona-Krise
"Zwar werde sich die wirtschaftliche Lage in vielen Ländern kurzfristig schneller verbessern als gedacht, doch die Spätschäden seien enorm." Quelle: SZ (EM)

(27.11) Bundesregierung: Bei Corona-Isolation das Alter berücksichtigt
(hib/PK) Die Ausgestaltung der Isolation nach einem positiven Coronatest richtet sich nach Angaben der Bundesregierung neben dem Alter der Betroffenen auch nach den örtlichen und familiären Gegebenheiten. So sei eine von den Eltern getrennte Isolation von Kindern unter dem Gesichtspunkt des Kindeswohls nicht zielführend, heißt es in der Antwort (19/23094) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (19/22161) der AfD-Fraktion. Von den am 8. September an das Robert-Koch-Institut (RKI) übermittelten Fällen, die Angaben zum Alter und Geschlecht enthielten, wurden 9.187 Kinder unter zehn Jahren positiv auf das Coronavirus getestet. Es lägen keine Angaben darüber vor, in wie vielen dieser Fälle eine häusliche Isolation oder Quarantäne angeordnet worden sei.

(27.12) Umfassende Reaktion der Vereinten Nationen auf COVID-19 - Leben retten, Gesellschaften schützen, Gestärkt aus der Krise hervorgehen 
Auszugsweise Übersetzung ins Deutsche des Dokuments United Nations Comprehensive Response to COVID-19 – Saving Lives, Protecting Societies, Recovering Better.
Quelle: Deutscher Übersetzungsdienst der Vereinten Nationen (EM)

(27.13) Covid-19 verschärft Lebensmittelmangel: Flüchtlinge in Afrika von Hunger bedroht
Millionen Flüchtlinge in ganz Afrika sind nach Angaben von UNHCR, dem Hohen Kommissar der Vereinten Nationen für Flüchtlinge, und WFP, dem Welternährungsprogramm, von Hunger und Mangelernährung bedroht. Gründe seien eine deutliche Unterfinanzierung der Hilfsprogramme, Konflikte und Katastrophen – und nicht zuletzt die Corona-Pandemie. Covid-19 führe zu logistischen Problemen, steigenden Lebensmittelpreisen und sinkenden Einkommen für Flüchtlinge. Quelle: UNRIC (EM)

Ein Service des deutschen Präventionstages.
www.praeventionstag.de


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