13.10.2020

CoronaKrim: Kriminalität und Prävention in Zeiten der Corona-Virus-Pandemie (26)

Die COVID-19-Pandemie 2020 hat einen schrecklichen Tribut an Leben, Krankheit und wirtschaftlicher Verwüstung gefordert und hat vielfältige Auswirkungen auf Gewalt, Kriminalität und Prävention. Deshalb veröffentlicht die Tägliche Präventions-News wöchentlich aktuelle Informationen unter dem Label CoronaKrim. Internationale Nachrichten und Informationen werden ebenfalls wöchentlich in englischer Sprache unter dem Label Corona Crime Issues im Rahmen der Daily Prevention News veröffentlicht. Eine Auflistung zentraler Informationsquellen zum gesamten Themenkomplex Coronavirus und COVID-19 veröffentlicht der DPT hier.

(26.1) BKA: Cybercrime in Deutschland nimmt weiter zu: Bundekriminalamt stellt Bundeslagebild 2019 sowie Sonderauswertung zu Cybercrime in der Corona-Krise 2020 vor
Die Polizei stellte 2019 insgesamt 22.574 Tatverdächtige fest - über 2 Prozent mehr als noch in 2018 (22.051 Tatverdächtige). Cyberkriminelle sind in der Regel international vernetzt und agieren arbeitsteilig. Hinzu kommt, dass sie sich neuen Situationen flexibel anpassen. Diese Flexibilität ließen die Täter auch im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie erkennen, wie aus der Sonderauswertung "Cybercrime in Zeiten der COVID-19-Pandemie" hervorgeht. In der heute ebenfalls veröffentlichten Analyse des Zeitraums März bis August 2020 wird beispielsweise auf unmittelbar nach Beginn der Pandemie erstellte Webseiten eingegangen, die in Anlehnung an die Internetpräsenzen staatlicher Stellen etwa mit Informationen und Beratungsgesprächen zur Corona-Soforthilfe warben. Durch Betätigung von Schaltflächen auf den betreffenden Webseiten wurden die Computer der Besucher mit Malware infiziert. Ähnlich erging es Empfängern von E-Mails, die scheinbar von staatlichen Stellen oder Banken stammten und Informationen zum Thema "Corona" enthielten. Beim Öffnen eines Anhangs wurde der Computer der Betroffenen mit Schadsoftware infiziert. Die hohe Zahl der Straftaten und die vielfältigen Modi Operandi im Zuge der COVID-19-Pandemie zeigen, dass es sowohl für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Unternehmen als auch Privatpersonen wichtig ist, ihre Daten vor dem Zugriff von Cyberkriminellen zu schützen. Dazu gehört ein aktueller Virenschutz genauso wie sichere Passwörter und regelmäßige Backups. Wichtig ist aber auch, bei E-Mails von unbekannten Absendern skeptisch zu bleiben, auch wenn diese den Eindruck erwecken, von einer Behörde, Bank oder Bekannten versandt worden zu sein. Aufforderungen zu Geldzahlungen sollte niemals nachgekommen werden. Betroffene von Cybercrime sollten vielmehr möglichst zeitnah die Polizei informieren. Denn nur wenn die Polizei von Cyberstraftaten erfährt, kann sie die Täter ermitteln und die Begehung weiterer Straftaten verhindern. Quelle: BKA (EM)

(26.2) Verbraucher hart betroffen
"Eine aktuelle Analyse der Creditreform Wirtschaftsforschung und der Creditreform Boniversum zeigt, dass die Bürger ihr Konsumverhalten geändert haben. Mehr als die Hälfte der Befragten gibt weniger für Konsum und Lebenshaltung aus. Die Angst, mit dem Einkommen in Zukunft nicht mehr auszukommen, sorgt nicht nur für Rückgänge beim Konsum und für höhere Anteile beim Sparen, sondern setzt sich auch als Furcht fort, im kommenden Jahr nicht mehr die Kosten für die Lebenshaltung bestreiten zu können. Immerhin fast jeder Dritte fürchtet, mit dem Geld nicht mehr auskommen zu können. Und immerhin rund 10 Prozent der Befragten gaben an, bereits Möglichkeiten der Stundung für die Zahlung laufender Kredite zu nutzen. Dabei ist anzumerken, dass Erwerbstätige mit höherem Einkommen einen großzügigeren finanziellen Rahmen haben, der ihnen erlaubt, auf Ersparnisse zurückzugreifen. Für alle anderen aber ist es wenig verwunderlich, dass rund 10 Prozent der Befragten unter „Schulden-Stress“ leiden. Sie fürchten, dass ihnen die finanziellen Verpflichtungen über den Kopf wachsen könnten." Quelle: Creditreform (EM)

(26.3) Andrang bei den Tafeln
"Hunger gehört nicht zu den medizinischen Corona-Symptomen, aber offenbar zu den sozialen: Die Betreiber der Tafel, die Lebensmittel an Bedürftige ausgeben, verzeichnen seit Beginn der Krise eine größere Nachfrage, wie meine Kollegin Benita Stalmann berichtet: "Bei den Neuangemeldeten handele es sich um Menschen in Kurzarbeit, Selbstständige, durch die Pandemie arbeitslos Gewordene und jüngere Menschen." Sozialforscher warnen vor einem "Almosen- und Suppenküchenstaat". Die ganze Geschichte lesen Sie hier: Die zweite Tafel-Welle." Quelle: DER SPIEGEL (EM)

(26.4) Allianz: Corona verändert die Versicherungsbranche
"Die Corona-Pandemie hat nach Einschätzung der Allianz langfristige Auswirkungen auf Versicherungen. Im ersten halben Jahr der Corona-Krise sind in manchen Bereichen des Firmenkundengeschäfts die Sach- und Haftpflichtschäden zurückgegangen, weil es weniger Unfälle gab. Das berichtet die Allianz-Industrieversicherungstochter AGCS. Aber es steigen die Risiken von Hackerangriffen, wenn viele Arbeitnehmer in vergleichsweise schlecht gesicherten Heimbüros auf Firmennetzwerke zugreifen."
Quelle: ARD.Boerse (EM)

(26.5) Todesfälle durch Corona: Verharmlosung durch Zahlenklitterei
"„Die Todesursachen der letzten 4 Monate in Deutschland“ - so lautet die Überschrift einer Grafik, die in sozialen Netzwerken verbreitet wird. Darin kaum zu erkennen: Der Balken für die COVID-19-Opfer. Die Aufstellung soll auf den Zahlen des Statistischen Bundesamts (destatis) und des Robert Koch-Instituts (RKI) vom 20. September basieren. Die angegebene Todeszahl durch COVID-19 stimmen tatsächlich in etwa mit der des RKI zu dem genannten Stichtag überein. Woher alle anderen, teilweise sehr exakt angegeben Daten stammen, ist jedoch unklar. Von destatis wurden sich jedenfalls nicht veröffentlicht, wie die Behörde klarstellt - denn solche Auswertungen liegen für das Jahr 2020 noch gar nicht vor."
Quelle: Tagesschau (EM)

(26.6) Entwicklungsländer in Coronakrise: Schuldenerlass oder Chaos
"Weltbank und IWF befürworten nun plötzlich einen Schuldenerlass für Entwicklungsländer. Doch mit Mildtätigkeit hat dies wenig zu tun. ... Weltbankchef David Malpass hat am Montag eine erstaunliche Rede gehalten. Die Weltbank und der Internationale Währungsfonds (IWF), die beiden unter Globalisierungskritikern verhassten Institutionen, fordern gerade einen umfassenden Schuldenerlass für Entwicklungs- und Schwellenländer, weil sie in der Coronakrise in existenzielle Nöte geraten sind. Die Partnerorganisationen wollen die Notenbankchefs und Staatsoberhäupter der Welt zum Handeln bewegen: Nächste Woche treffen sie sich virtuell zu ihrer Herbsttagung. Malpass ist ehemaliger Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, hat deshalb überhaupt erst den Job als Weltbankchef bekommen. Umso erstaunlicher, dass er jetzt Reden hält, die auch Brot für die Welt hätte schreiben können. Doch um Mildtätigkeit handelt es sich bei dem Schuldenerlass nicht. Die Alternative wären reihenweise zahlungsunfähige Entwicklungsländer." Quelle: taz (EM)

(26.7) Responding to COVID-19 in prison settings
Videoinformation in englischer Sprache der UNODC (UN Office on Drugs and Crime).
Quelle: UNODC (EM)

(26.8) Keine gesundheitlichen Nebenwirkungen
(hib/PK) Derzeit gibt es keine Hinweise auf mögliche gesundheitliche Nebenwirkungen durch das Tragen medizinischer Schutzmasken bei Menschen ohne schwere Vorerkrankungen. Der Bundesregierung seien keine solchen Hinweise von Herstellern medizinischer Masken zu besonderen oder unvertretbaren Risiken bekannt, heißt es in der Antwort (19/22871) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (19/22337) der AfD-Fraktion. Grundsätzlich sei es möglich, dass sich Patienten mit Asthma oder der chronischen Lungenerkrankung COPD von der Maskenpflicht befreien ließen.

(26.9) Ergebnis des Gesprächs der Bundeskanzlerin mit den Bürgermeistern und den Oberbürgermeistern und Oberbürgermeisterinnen der elf größten Städte in Deutschland
Bund und Länder haben eine gemeinsame Strategie vereinbart, um das SARS-Cov2-Infektionsgeschehen in Deutschland unter Kontrolle zu behalten. In den letzten Wochen sind die Infektionszahlen in weiten Teilen Deutschlands gestiegen, gerade in einigen Großstädten und Metropolregionen besonders deutlich. Um dem entgegenzuwirken, müssen die Zahl der Kontakte trotz des Beginns der kalten Jahreszeit und der damit verbundenen Verlegung vieler Aktivitäten in Innenräume wieder reduziert werden.
Quelle: Bundesregierung (EM)

(26.10) Folgen der Corona-Krise für den Arbeitsmarkt
(hib/CHE) 35 Prozent der Betriebe, die von April bis Mai 2020 Kurzarbeit angemeldet haben, haben keine Beschäftigten entlassen. Sieben Prozent der Betriebe in Kurzarbeit haben dennoch Beschäftigte entlassen. Das geht aus einer Antwort (19/22994) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (19/21779) der AfD-Fraktion hervor. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit seien bis Ende August rund 14 Milliarden Euro für das Kurzarbeitergeld und die Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge ausgegeben worden. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes seien von März bis Juni 2020 rund 5.900 Insolvenzanträge von Unternehmen und rund 23.500 Insolvenzanträge von Privatpersonen gestellt worden, führt die Bundesregierung aus. Quelle: Bundestag (EM)

(26.11) EU-Parlament fordert die Mitgliedstaaten auf, die EU Jugendgarantie voll zu nützen
Da die Jugendarbeitslosigkeitsrate in der EU im August 2020 bei 17,6% lag (gegenüber 14,9% vor der COVID-19-Krise) und voraussichtlich weiter steigen wird, fordert das Parlament mehr Mittel zur Stärkung des Europäischen Jugendgarantieprogramms für 2021-2027. In Deutschlang lag diese bei 5,8%, in Österreich bei 10,6%. Die Abgeordneten bedauern, dass der Europäische Rat im Juli die ESF+-Mittel im Rahmen der geteilten Mittelverwaltung, die für die Unterstützung von Maßnahmen zur Förderung der Jugendbeschäftigung vorgesehen sind, deutlich von 15 auf 10 % gekürzt hat, was "im Widerspruch zu dem Bestreben der Union steht, in junge Menschen zu investieren". Quelle: Europäisches Parlament (EM)

(26.12) Die Pandemie stürzt 150 Millionen Menschen in absolute Armut
"„Die menschlichen Kosten von Covid-19 sind immens“: Erstmals seit über 20 Jahren wird die Zahl der Armen weltweit wieder wachsen. Vor allem zwei Regionen sind stark betroffen. Immerhin macht das unkonventionelle Vorgehen eines Landes Hoffnung. Die Corona-Krise hat hierzulande viele Branchen und Menschen in eine existenzbedrohende Lage gebracht. Doch so schlecht es diesen auch geht, von Hunger und daraus folgendem Tod ist niemand bedroht. Ganz anders sieht das in weiten Teilen Asiens und Afrikas aus. Dies zeigen soeben veröffentlichte Berechnungen der Weltbank. Demnach werden weltweit in diesem und dem kommenden Jahr als Folge der Krise bis zu 150 Millionen Menschen in solch extreme Armut stürzen, dass ihr Überleben gefährdet ist – 150 mal mehr als durch die Pandemie selbst bisher gestorben sind. Erstmals seit 1998 wird zudem die Zahl der Armen global wieder steigen, Fortschritte von Jahren werden damit zunichte gemacht. Die Weltbank fordert daher nun energische Maßnahmen, um eine Katastrophe zu verhindern." Quelle: WELT (EM)

Ein Service des deutschen Präventionstages.
www.praeventionstag.de


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