12.01.2021

CoronaKrim: (Kriminal-) Prävention in Zeiten der Corona-Virus-Pandemie (39)

Die COVID-19-Pandemie 2020 hat einen schrecklichen Tribut an Leben, Krankheit und wirtschaftlicher Verwüstung gefordert und hat vielfältige Auswirkungen auf Gewalt, Kriminalität und Prävention. Deshalb veröffentlicht die Tägliche Präventions-News wöchentlich aktuelle Informationen unter dem Label CoronaKrim. Internationale Nachrichten und Informationen werden ebenfalls wöchentlich in englischer Sprache unter dem Label Corona Crime Issues im Rahmen der Daily Prevention News veröffentlicht. Eine Auflistung zentraler Informationsquellen zum gesamten Themenkomplex Coronavirus und COVID-19 veröffentlicht der DPT hier.

(39.1) Schattenwirtschaft. Corona-Schub für die Schwarzarbeit
"In der Corona-Krise floriert die Schattenwirtschaft. Laut Berechnungen von Ökonomen wird die Schwarzarbeit in diesem Jahr auf rund elf Prozent steigen. 2021 dürfte sie weiter zunehmen. Was schon in der Finanzkrise 2009 zu beobachten war, zeigt sich nun auch in der Corona-Pandemie: Wenn die Wirtschaft einbricht, blüht die Schwarzarbeit. Ein Teil der Menschen, denen durch Kurzarbeit oder Jobverluste große Teile ihres Einkommens wegbrechen, sucht nach alternativen Einnahmequellen - und findet sie in der Schattenwirtschaft." Quelle: Tagesschau (EM)

(39.2) Einbruchskriminalität und Corona 
"Die Verbreitung des Coronavirus hat vielerorts zu Einschränkungen geführt. Teilweise wurden erhebliche Rückgänge, aber auch Anstiege bei der Kriminalität gemeldet. Diese Rückgänge hängen jedoch von der Art der Kriminalität ab und können sich je nach Stadtteil und Landnutzung unterscheiden."
Quelle: Polizei-Newsletter (EM)

(39.3) Diakonie: Bundesprogramm „Digitale Beteiligung“ für alle verwirklichen
Die Diakonie Deutschland fordert gemeinsam mit Menschen mit Armutserfahrung ein Bundesprogramm „Digitale Beteiligung“. Innerhalb von vier Jahren sollen digitale Zugänge für alle Bevölkerungsgruppen geschaffen werden. Quelle: Diakonie (EM)

(39.4) Die Post-Corona-Trendmap
"Die Pandemie lässt sich als eine Art Beschleunigungs-Entschleunigungs-Paradoxie lesen. So wird der Megatrend Urbanisierung, der gewaltige Zuzug in die Metropolen, verlangsamt, wenn nicht gar umgekehrt. Die Digitalisierung wird dagegen vorangetrieben, und gleichzeitig entsteht eine Renaissance analoger Kulturtechniken. Die Globalisierung schwächt sich ab, während nationale Tendenzen ebenso gestärkt werden wie die Sehnsucht nach Heimat und regionaler Verankerung. Diesen zugespitzten Paradoxien entspringen neue Synthesen: Metatrends, die die Karte der aktiven Trends rearrangieren. Sie finden die Metatrends an den Tentakeln des Virus."

Quelle: Zukunftsinstitut (EM)

(39.5) Bundesweiten Studie zu den psychischen Belastungen des medizinischen Personals während der Corona-Pandemie
"Die Belastung des medizinischen Fachpersonals während der Corona-Pandemie ist seit dem Frühjahr Dauerthema. Jetzt belegen die Ergebnisse einer bundesweiten Erhebung, wie hoch das Risiko für die Betroffenen ist, eine Depression oder eine Angststörung zu entwickeln und wie sich die Belastungen auf die Arbeit auswirken. Prof. Dr. Yesim Erim, Leiterin der Psychosomatischen und Psychotherapeutischen Abteilung des Universitätsklinikums Erlangen, befragte zwischen April und Juni 2020 gemeinsam mit den Psychosomatischen Abteilungen der Universitätsklinika Bonn, Dresden, Köln und Ulm 8.071 Teilnehmende aus dem deutschen Gesundheitsbereich, darunter 3.060 Beschäftigte der fünf Universitätsklinika." Quelle: idw (EM)

(39.6) Wer hält sich an die Corona-Regeln? Universität Göttingen untersucht Zusammenhang mit ökonomischen Präferenzen
"Wirtschaftswissenschaftler der Universität Göttingen haben untersucht, inwiefern sich soziale Verantwortung vor der Krise sowie ökonomische Präferenzen auf die Regelkonformität zu den Politikverordnungen in der Covid-19-Pandemie übersetzt. Es zeigt sich, dass risikofreudige Menschen seltener zu Hause bleiben und weniger stark dazu neigen, größere Menschenansammlungen zu meiden. Zudem fällt es geduldigeren Menschen leichter, zu Hause zu bleiben und keine anderen Menschen zu treffen. Wer ohnehin Probleme damit hat, den sofortigen Konsum auf die Zukunft zu verschieben, neigt in der Krise zu Hamsterkäufen. Eine höhere soziale Verantwortung vor der Krise, die sich durch Wahlbeteiligung, Nicht-Schwarzfahren und Zustimmung zur Masern-Impfplicht zeigt, geht nach Aussage der Forscher mit einer höheren Regelkonformität in der Covid-19-Pandemie einher. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Journal of Public Economics erschienen."
Quelle: idw (EM)

(39.7) Zweite Covid-19-Welle: Starker Anstieg an psychischer Belastung in der Schweiz
"Die neueste Umfrage der Universität Basel zur psychischen Belastung der Schweizer Bevölkerung in der zweiten Covid-19-Welle hat ergeben, dass der psychische Stress im Vergleich zum Frühjahr deutlich zugenommen hat. Der Anteil Personen mit schweren depressiven Symptomen betrug während des Lockdowns im April rund 9 Prozent und stieg im November auf 18 Prozent. Besonders stark betroffen sind junge Leute und Personen, die durch die Pandemie finanzielle Einbussen erfahren. Ferner ist die Romandie stärker betroffen als die übrige Schweiz. An der erneuten Umfrage im Rahmen der Swiss Corona Stress Study unter der Leitung von Prof. Dr. Dominique de Quervain haben sich über 11'000 Personen aus der gesamten Schweiz beteiligt. Aufgrund der Art der Datenerhebung handelt es sich per Definition nicht um eine repräsentative Umfrage. Allerdings bildet die Population der Befragten bezüglich soziodemographischer Merkmale ein breites Spektrum der Schweizer Bevölkerung ab und die aktuelle Erhebung unterscheidet sich in diesen Merkmalen nicht von der ersten Umfrage während des Lockdowns im April 2020. Alle berichteten Zusammenhänge und Vergleiche sind statistisch hoch signifikant."
Quelle: idw (EM)

(39.8) Stressbelastung von Polizeikräften im Streifendienst
"Mit einer „mittleren Stressbelastung“ haben Polizeikräfte im Außendienst in den ersten Monaten der Corona-Pandemie auf neue Anforderungen reagiert. Allerdings schwankte das individuelle Erleben der Belastung sehr stark. So haben beispielsweise eine geringe Diensterfahrung oder die Wahrnehmung, unvorbereitet zu sein, als Risikofaktoren zu einer hohen Stressbelastung beigetragen. Insgesamt jedoch konnte der Großteil mit den Herausforderungen gut umgehen, wie die Befragung von Beamten in Deutschland sowie vier weiteren europäischen Ländern gezeigt hat. Die Studie von Dr. Marie Ottilie Frenkel von der Universität Heidelberg enthält auch Vorschläge für verbessertes Krisenmanagement."
Quelle: idw (EM)

(39.9) Angst vor Corona und Impfskepsis
"Obwohl das individuelle Risiko, sich mit dem Corona-Virus zu infizieren und an COVID-19 zu erkranken, aktuell deutlich höher eingeschätzt wird als dies noch im Sommer der Fall war, ist die Impfbereitschaft weiterhin nicht besonders stark ausgeprägt: Während in einer repräsentativen Erhebung Mitte dieses Jahres knapp 55 Prozent der Befragten angaben, sich wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich impfen zu lassen, lag die Impfbereitschaft Ende November/Anfang Dezember nur noch bei 46 Prozent. In einer zweiten Online-Befragung haben Wissenschaftler der Universität Heidelberg rund 1.100 Personen zu den Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie befragt."
Quelle: idw (EM)

(39.10) Verschiebt Corona unseren moralischen Kompass?
Studie zu Einfluss der Pandemie auf die moralischen Werte der Gesellschaft. Welche Folgen hat die Corona-Pandemie auf den moralischen Kompass unseres Zusammenlebens? Bleiben unsere grundlegenden Werte trotz der weltweiten Krise stabil oder verschieben sich die Koordinaten unter dem Eindruck der plötzlichen existenziellen Unsicherheit?"
Quelle: idw (EM)

 

Ein Service des deutschen Präventionstages.
www.praeventionstag.de


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