06.04.2021

CoronaKrim: (Kriminal-) Prävention in Zeiten der Corona-Virus-Pandemie (52)

Die COVID-19-Pandemie 2020 hat einen schrecklichen Tribut an Leben, Krankheit und wirtschaftlicher Verwüstung gefordert und hat vielfältige Auswirkungen auf Gewalt, Kriminalität und Prävention. Deshalb veröffentlicht die Tägliche Präventions-News wöchentlich aktuelle Informationen unter dem Label CoronaKrim. Internationale Nachrichten und Informationen werden ebenfalls wöchentlich in englischer Sprache unter dem Label Corona Crime Issues im Rahmen der Daily Prevention News veröffentlicht. Eine Auflistung zentraler Informationsquellen zum gesamten Themenkomplex Coronavirus und COVID-19 veröffentlicht der DPT hier.

(52.1) Die Folgen der Corona-Pandemie in 10 Zahlen
Die Corona-Pandemie wirkt sich seit ihrem Ausbruch im März 2020 massiv auf sämtliche Bereiche des täglichen Lebens in Deutschland aus. Sie hat innerhalb eines Jahres in Wirtschaft und Gesellschaft, im Staatshaushalt und in der Bildung, im Verkehr sowie bei den Bevölkerungszahlen zu außergewöhnlichen Entwicklungen geführt. Das Statistische Bundesamt (Destatis) gibt einen Überblick über besonders einschneidende Veränderungen im Corona-Jahr 2020 und zu Beginn des Jahres 2021: (1) -4,9 % beim Bruttoinlandsprodukt: Wirtschaftsleistung bricht im Jahr 2020 deutlich ein (2) 4,2 % Defizitquote: Zweithöchstes Staatsdefizit seit der deutschen Vereinigung (3) 74,5 % weniger Fluggäste – niedrigster Wert seit der deutschen Vereinigung (4) 4,6 % weniger Konsumausgaben der privaten Haushalte – stärkster Rückgang seit Jahrzehnten (5) 27,8 % Umsatzplus im Onlinehandel seit Ausbruch der Pandemie (6) 0 % Bevölkerungswachstum in Deutschland – erstmals seit 2011 (7) 21 % weniger ausländische Studienanfänger und -anfängerinnen im Studienjahr 2020 (8) -1,1 % bei Reallöhnen – stärkster Rückgang seit Beginn der Erhebung (9) 10,7 % weniger Verkehrstote – niedrigster Stand seit fast 70 Jahren (10) 47 % Strom aus erneuerbaren Energien – ein Rekordhoch. Quelle: Destatis (EM)

(52.2) Alkoholverbrauch geht im Corona-Jahr 2020 weiter zurück
Geschlossene Restaurants und Bars, abgesagte Veranstaltungen, eingeschränkter Grenzverkehr: Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie haben zu einem Rückgang des Alkoholverbrauchs pro Einwohnerin und Einwohner in Deutschland im Jahr 2020 geführt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wurden im vergangenen Jahr pro Kopf durchschnittlich 3,3 Liter Schaumwein und 2,1 Liter Alkohol in Spirituosen verbraucht. Das war ein Rückgang von 2,1 % beziehungsweise 0,9 % gegenüber dem Jahr 2019. Den stärksten Einbruch zeigte der Bierverbrauch pro Kopf mit einem Minus von 5,4 % auf 86,9 Liter – das war der stärkste Rückgang innerhalb der letzten zehn Jahre. Damit konsumierte jeder Einwohner und jede Einwohnerin 2020 im Durchschnitt knapp fünf Liter Bier weniger als im Vorjahr. Demgegenüber konnte der Verbrauch so genannter Zwischenerzeugnisse – dazu zählen im Wesentlichen mit Alkohol verstärkte Weine wie Sherry, Madeira oder Portwein – auch 2020 und damit das fünfte Jahr in Folge einen Zuwachs verzeichnen: Durchschnittlich 0,2 Liter wurden davon pro Kopf verbraucht, ein Plus von 7,7 % gegenüber 2019. Quelle: Destatis (EM)

(52.3) BSI setzt Mindeststandard zur Absicherung von Videokonferenzdiensten
Durch die Corona-Pandemie hat die Nutzung von Videokonferenzlösungen in Verwaltung und Wirtschaft erheblich zugenommen. Die Systeme dienen dabei nicht nur der Kommunikation, sondern auch dem gemeinsamen Erstellen und Bearbeiten von Dokumenten. Bei der Nutzung solcher Dienste entstehen Risiken für die Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität der übertragenen Daten. Zur Absicherung gegen diese Risiken hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) den Entwurf eines neuen Mindeststandards veröffentlicht. Der Mindeststandard richtet sich insbesondere an Stellen des Bundes und beschreibt die Aspekte, die beachtet werden müssen, um beim Einsatz von Videokonferenzdiensten ein definiertes Mindestsicherheitsniveau zu erreichen. Der „Mindeststandard des BSI für Videokonferenzdienste“ steht auf der Webseite des BSI als Community Draft zur Kommentierung zur Verfügung. Quelle: BSI (EM)

(52.4) Diskriminierung im Zusammenhang mit der Corona-Krise
Ein Jahr nach Beginn der Covid19-Pandemie hat sich die Antidiskriminierungsstelle mit Vertreter*innen aus der Zivilgesellschaft darüber ausgetauscht, wie sich die Pandemie auf Gleichbehandlung und den Schutz vor Diskriminierung ausgewirkt. Die Teilnehmenden haben berichtet, wie die Krise Diskriminierungsrisiken verstärkt und viele Betroffene vor neue Herausforderungen stellt. Im Mittelpunkt des Fachgesprächs stand die Frage, welche Strategien es braucht, um mittel- und langfristig mit diesen Auswirkungen umzugehen. Quelle: ADS (EM)

(52.5) Wie die Demografie helfen kann, die Pandemie besser zu verstehen
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Schon seit über einem Jahr hält das SARS-CoV-2-Virus nun die Welt in Atem. Bis zum 1. März 2021 sind allein in Deutschland über 2,4 Millionen Menschen positiv auf COVID-19 getestet und elektronisch erfasst worden. Mehr als 70 000 Menschen sind laut Zahlen des Robert Koch-Instituts bereits an der Krankheit verstorben. Einige Fragen, die wir zu Beginn der Pandemie hatten, sind bereits beantwortet, viele andere sind aber nach wie vor offen. Gerade die Demografieforschung, die sich seit jeher mit der Modellierung und Vorhersage von Gesundheit und Sterblichkeit beschäftigt, kann hier wichtige Erkenntnisse liefern. In dieser erweiterten Ausgabe von „Demografische Forschung Aus Erster Hand“ stellen wir daher neue Arbeiten zu SARS-CoV-2 und der COVID-19-Pandemie vor." Quelle: Demografische Forschung (EM)

(52.6) Soziale Arbeit & Krise
"Die 25. Ausgabe soziales_kapital widmet sich dem Thema Krise in ihren unterschiedlichen Facetten. Die Beiträge des Themenschwerpunktes werden ergänzt durch spannende Einblicke aus den Rubriken." Quelle: soziales_kapital (HJK)

(52.7) Ein Jahr mit Covid-19 - Analysen und Interventionen
"Die Corona-Pandemie: Alle Beiträge der Heinrich-Böll-Stiftung über die politischen Folgen des Corona-Virus aus deutscher, europäischer und internationaler Perspektive." Quelle: Böll-Stiftung (EM)

(52.8) Verschwörungstheorien senken das Vertrauen in die Regierung und steigern die Ablehnung von Anti-Corona-Maßnahmen
"Die Ausbreitung des Corona-Virus und die daraus resultierenden Einschränkungen führten zu einem regelrechten Boom der Berichterstattung über Verschwörungstheorien. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Wissensmedien (IWM) fanden nun heraus, dass bereits die Konfrontation von Menschen mit Verschwörungstheorien negative gesellschaftliche Auswirkungen nach sich ziehen kann: Das Vertrauen in staatliche Institutionen und deren Maßnahmen gegen das Virus sinkt, während die Ablehnung gegenüber Social Distancing zunimmt." Quelle: idw (EM)

(52.9) Angst als Schlüsselfaktor für Verhaltensänderungen in der Corona-Pandemie
"Ein Team der Universitäten Witten/Herdecke und Wuppertal macht darauf aufmerksam, dass Angst vor Corona das Gesundheitsverhalten der Gesellschaft verändern kann. Corona hat auch nach über einem Jahr Pandemie immer noch große Auswirkungen auf das Verhalten der Menschen. Eine aktuell im Journal of Medical Internet Research veröffentlichte Online-Querschnittsbefragung aus dem Department für Psychologie und Psychotherapie der Universität Witten/Herdecke (UW/H) und dem Institut für Psychologie der Bergischen Universität Wuppertal mit 929 Teilnehmenden zeigt, welche Rolle Angst dabei spielt."
Quelle: idw (EM)

Ein Service des deutschen Präventionstages.
www.praeventionstag.de


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