09.03.2020

Aktuelles aus Arbeitsbereichen der Prävention (139)

  • Europäische Kommission (EK)
    Gleichstellung zwischen Frauen und Männern: Kommission dringt auf mehr Fortschritte. Frauen in Europa sind gegenüber Männern nach wie vor benachteiligt - von geschlechtsbezogener Gewalt hin zu Unterschieden bei Beschäftigung, Bezahlung, Pflege und Renten. Die Kommission hat am 05.03.2020 in ihrer Strategie für die Gleichstellung der Geschlechter konkrete Schritte vorgestellt, um die Chancengleichheit für alle zu verwirklichen. Die Strategie für die Gleichstellung der Geschlechter 2020-2025 legt zentrale Maßnahmen für die nächsten fünf Jahre fest und verpflichtet sich, zu gewährleisten, dass die Kommission die Gleichstellungsperspektive in alle Politikbereiche der EU einbeziehen wird. Ferner wird dargelegt, wie die Kommission das Versprechen von Präsidentin von der Leyen einhalten will, in Europa Chancengleichheit für alle zu verwirklichen, die dieselben Ziele verfolgen. Bisher hat kein EU-Mitgliedstaat die vollständige Gleichstellung von Frauen und Männern erreicht. Es werden nur langsam Fortschritte erzielt, wobei die geschlechtsbedingten Unterschiede in den Bereichen Beschäftigung, Bezahlung, Pflege und Renten fortbestehen. Um diese Lücken zu schließen und Europa in die Lage zu versetzen, sein Potenzial in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft voll auszuschöpfen, enthält die Strategie eine Reihe zentraler Maßnahmen, darunter: Beendigung von geschlechtsbezogener Gewalt und Geschlechterstereotypen, Gewährleistung der gleichen Teilhabe und der gleichen Chancen am Arbeitsmarkt, einschließlich des gleichen Entgelts, und Verwirklichung einer ausgewogenen Vertretung von Frauen und Männern in Entscheidungspositionen und Politik.

  • Organisation für Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD)
    Geschlechtergerechtigkeit in Zahlen:  aktualisiertes OECD Gender Portal. Wer sich für Geschlechterfragen interessiert, findet hier eine Fülle an aktuellen Informationen und Statistiken. Rund 75 Indikatoren beleuchten das Geschlechtergefälle in Arbeitsmarkt, Bildung, Gesundheit, Politik und vielen weiteren Bereichen.  Jüngste Daten zeigen kleine Fortschritte im Bereich der Arbeitswelt: Seit knapp zehn Jahren wächst die Beschäftigungsquote bei Frauen schneller als bei Männern. Trotzdem bleibt sie im OECD-Schnitt fünf Prozentpunkte darunter (in Deutschland ca. 7,5 Prozentpunkte, in Österreich ca. neun). Weiterhin arbeiten weit mehr Frauen in Teilzeit und weit mehr Männer in Leitungspositionen. Schaut man auf die 500 größten multinationalen Konzerne, findet man in den Aufsichtsräten nur zu 16 Prozent Frauen. Selbst dort, wo Frauen am stärksten in Aufsichtsräten vertreten sind – bei Firmen, die Haushaltsgüter produzieren – besteht die Chefetage zu vier Fünfteln aus Männern. Weil sich dieser Trend in den letzten zehn Jahren allerdings abgeschwächt hat und nun sowohl mehr Männer in Teilzeit arbeiten als auch mehr Frauen in Führungspositionen, hat sich auch das geschlechtsspezifische Lohngefälle verringert: von 14,4 Prozent in 2010 auf 13,2 Prozent in 2017. Eine größere Lohnlücke haben unter anderem Deutschland und Österreich mit 16,2 bzw. 15,4 Prozent. Deutlich zeigen sich die Auswirkungen des Lohngefälles der Vergangenheit im Rentengefälle von heute. Frauen über 65 beziehen im OECD-Schnitt 25 Prozent weniger Rente als Männer, mancherorts (wie in Deutschland, Luxemburg und den Niederlanden) sogar über 40 Prozent weniger.

  • Vereinte Nationen (UN)
    Gender equality: Women’s rights in review 25 years after Beijing. Der Bericht stellt einen stockenden Fortschritt seit der Bejing Declaration fest und betont, dass die hart erkämpften Fortschritte durch zügellose Ungleichheit, Klimawandel, Konflikte und eine Politik der Ausgrenzung zunichte gemacht werden. Er hebt einen Mangel an wirksamen Maßnahmen zur Förderung der Vertretung von Frauen in wichtigen Entscheidungsprozessen hervor und warnt, dass die Plattform niemals verwirklicht werden kann, wenn nicht alle Frauen und Mädchen anerkannt und priorisiert werden. 

  • Deutsche Gesellschaft für Public Health (DGPH)
    Neuer Webauftritt der Deutschen Gesellschaft für Public Health: Die DGPH ist ein interdisziplinärer und multiprofessionaler Zusammenschluss von Personen, Institutionen, Organisationen und Fachgesellschaften mit Zuständigkeit und Verantwortung für Lehre, Forschung und Praxis im Bereich von Public Health. Unser Engagement dient der Wissenschaft und Praxis zur Verhinderung von Krankheiten, zur Verlängerung des Lebens und zur Förderung von physischer und psychischer Gesundheit unter Berücksichtigung einer gerechten Verteilung und effizienten Nutzung der vorhandenen Ressourcen. Zunehmende gesundheitliche Ungleichheit, gesundheitliche Folgen der Veränderungen in der Arbeitswelt, die Zunahme von Antibiotikaresistenz oder die Konsequenzen des Klimawandels sind nur einige der aktuellen Themen.

Ein Service des deutschen Präventionstages.
www.praeventionstag.de


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