28.01.2024

Mehr Missbrauch in evangelischer Kirche als gedacht

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Unter der Überschrift „Mehr Missbrauch in evangelischer Kirche als gedacht“ schreibt Christian Fahrenbach für die Krautreporter am 26.1.2024 in ihrer Morgenpost:

„Wenn in den vergangenen Jahren über Missbrauchsfälle in der Kirche gesprochen wurde, war meist von katholischen Amtsträgern die Rede. Gestern hat aber eine neue Studie viel Betroffenheit ausgelöst, die auch zur evangelischen Kirche ein dramatisches Bild zeichnet. Seit Jahrzehnten hat es auch dort tausende Fälle gegeben, die häufig vertuscht wurden.

Ein von der „Evangelischen Kirche in Deutschland“ (EKD) beauftragtes unabhängiges Forscherteam stellte Auswertungen vor, in denen von mindestens 2.225 Betroffenen und 1.259 mutmaßlichen Tätern die Rede ist. Die Tagesschau fasst die Erkenntnisse zusammen.

Viele zusätzliche Details und die vollständige Studie mit 864 Seiten stehen auf einer Themenseite bei der EKD.

Die Ergebnisse beziehen sich nur auf die Auswertung von Disziplinarakten, darüber hinaus sei eine vollständige methodische Erfassung aller Fälle nicht möglich, erklärten die Autor:innen – es gebe also eine Dunkelziffer. Die Forscher:innen sagten, dass sie auf Basis von Hochrechnungen, die aber mit vielen Unsicherheitsfaktoren belegt seien, auf rund 9.350 Betroffene und fast 3.500 Beschuldigte zwischen 1946 und 2020 gekommen seien. Ein Großteil der erfassten Fälle stamme aus seit 2010 angestoßenen Aufarbeitungen. Mehr zu diesen Hochrechnungen hat der Deutschlandfunk, dort gibt es auch einen gut verständlichen knappen Überblick.

Viele Medien sind in ihrer Einordnung eindeutig und entsetzt: „Verstecken geht nicht mehr“, schreibt die taz. Die Zeit (Paywall) findet: „Jeder Satz ein Hieb – als die Forschenden mit der evangelischen Kirche fertig sind, sind alle sprachlos.“

Das RND fordert: „Hört endlich den Betroffenen zu und handelt!“, und erläutert in einem weiteren Artikel, was Angehörige tun können, die glauben, dass es in ihrem Umfeld zu einem Missbrauch gekommen ist.

Das dürfe nicht der Schlusspunkt, fordert ZDFheute – Aufarbeitung und Entschuldigung müssten dringend weitergehen.“

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