22.08.2022

Krieg und Klimawandel machen den Jugendlichen in Deutschland mehr Sorgen als Corona

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Nach mehr als zwei Jahren Corona-Pandemie und sechs Monaten des Krieges in der Ukraine stellt sich die Frage, wie die jungen Menschen in Deutschland mit den aktuellen Herausforderungen dieser Welt umgehen. Es zeigt sich: Krieg und Klimawandel gehören zu den größten Ängsten der Kinder und Jugendlichen. Über Corona hingegen machen sich die Jugendlichen weniger große Sorgen.

Das sind die zentralen Erkenntnisse der repräsentativen Jugendbefragung "Einstellungen und Sorgen der jungen Generation Deutschlands" des Meinungsforschungsinstituts IPSOS im Auftrag des Liz Mohn Centers der Bertelsmann Stiftung. Die Umfrage wird im Rahmen des diesjährigen Salzburger Trilogs veröffentlicht und ist Grundlage für die Diskussion am 16.08.2022 in der Mozartstadt. Das Thema des Salzburger Trilogs in diesem Jahr lautet: "How to Heal a Torn World? Respect, Trust, Reliability and Mutual Understanding".

Großer Handlungsbedarf für Politik und Gesellschaft

Die Mehrheit der Jugendlichen (60%) befürchtet Wohlstandsverluste, ausgelöst durch steigende Energiepreise und Inflation. Mehr als die Hälfte der befragten Jugendlichen berichtet außerdem von durch die Ukraine-Krise ausgelösten Angst- und Trauergefühlen, wobei jüngere Jugendliche (12-15 Jahre) häufiger von Angstgefühlen betroffen sind. Des Weiteren bereitet ein Überschwappen des Konflikts auf Deutschland vor allen den Kindern im Alter von 12 bis 13 Jahren (57%) Sorgen sowie Jugendlichen mit einem niedrigen (52%) oder mittleren (55%) Bildungsniveau. Ein stärkeres Einmischen in den Krieg seitens Deutschlands unterstützt die Mehrheit der Jugendlichen (55%) nicht.

Der globale Klimawandel ist vor allem für die Älteren sowie ganz jungen Kinder und Jugendlichen ein Thema: Jeweils knapp die Hälfte der 16- bis 18-Jährigen und der 12- bis 13-Jährigen gibt an, dass sie sich hier sehr große Sorgen machen. Die Corona-Pandemie hingegen bereitet den wenigsten Jugendlichen große Sorgen. Es sind die Kinder im Alter von 12 bis 13 Jahren, die sich hier besorgter zeigen als die älteren Jugendlichen (29% 12 bis 13 Jahre, 20% 14- bis 15-Jährige, 17% 16- bis 18-Jährige).

Die aktuelle Grundstimmung unter den Kindern und Jugendlichen in Deutschland mag angesichts der Vielzahl bedrohlicher Krisen nicht verwundern, muss aber alarmieren. "Viele Kinder und Jugendliche haben während der Corona-Zeit wenig Inspiration von außen bekommen und es fehlten ihnen Entwicklungs- und Teilhabemöglichkeiten. Zugleich haben die jungen Menschen Ängste, die wir ernst nehmen müssen. Gerade in turbulenten Zeiten ist es notwendig, vielen jungen Menschen ein sinnstiftendes und erfülltes Leben zu ermöglichen. Dies gelingt nur, wenn wir auf die Kinder und Jugendlichen hören und sie mit ihren Sorgen und Wünschen ernst nehmen", sagt Liz Mohn, Präsidentin des nach ihr benannten Liz Mohn Centers der Bertelsmann Stiftung.
 

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