25.02.2020

Aktuelles aus Arbeitsbereichen der Prävention (138)

  • Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)

    • DGB-Initiative „Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch!“. Mehr als zwei Drittel der Beschäftigten im öffentlichen Sektor (67 Prozent) wurde in den letzten zwei Jahren während der Arbeit beleidigt, beschimpft, bedroht oder angegriffen. 57 Prozent der Befragten gaben an, die Gewalt habe zugenommen. Dies sind zentrale Ergebnisse einer Studie, die der DGB am 19.02.2020 vorgestellt hat. Wer seine Arbeit im Dienst der Gesellschaft leistet, und wer dazu beiträgt, dass unser Gemeinwesen funktioniert, verdient Respekt. Der DGB startet deshalb die Initiative „Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch“. Sie richtet sich an die breite Öffentlichkeit, aber auch an Dienstherren und Arbeitgeber, um Missstände zu beseitigen. Die Initiative soll zusätzlich konkrete Hilfestellungen bieten: Mit guter Prävention, Schutzmaßnahmen und Nachsorge sind viele Situationen vermeidbar und können von Betroffenen bewältigt werden. Hierzu wird eine zentrale Anlaufstelle geschaffen, die Infomaterial, Dienstvereinbarungen, Strategien und Beispiele guter Praxis bündelt.

    • Broschüre zum Thema Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst. 
      Die am 20.02.2020 veröffentlichte Publikation „Wider die Normalisierung. Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst und privatisierten Dienstleistungssektor“ zeigt anhand aktueller Zahlen, Daten und Fakten die Vielschichtigkeit des Problems auf und macht deutlich: die Gründe sind hausgemacht. Personalmangel, unzureichende Aus- und Fortbildungen sowie schlechte Ausstattungen begünstigen Übergriffe deutlich. Ursächlich für Gewalt und Respektlosigkeiten sind aber vor allem die Prekarisierung von Arbeit sowie der Abbau des Sozialstaates und die damit verbundene gesellschaftliche Desintegration und Verrohung. Autoritäten und staatliche Repräsentanten werden nicht mehr als solche geachtet, der Respekt und die Hemmschwelle sinken. In der Konsequenz nehmen Gewalt und Brutalität zu.

  • Statistisches Bundesamt (DESTATIS)
    14 900 Kinder und Jugendliche im Jahr 2017 wegen akuten Alkoholmissbrauchs im Krankenhaus. In Deutschland wurden im Jahr 2017 rund 14 900 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 17 Jahren wegen akuten Alkoholmissbrauchs stationär in einem Krankenhaus behandelt. Das waren zwar 1,6 % weniger als 2016, allerdings hat sich die Zahl seit der Jahrtausendwende mehr als verdoppelt. m Jahr 2000 waren knapp 7 000 Kinder und Jugendliche wegen Alkoholmissbrauchs stationär behandelt worden. Der Geschlechtervergleich zeigt, dass Jungs stärker zum Rauschtrinken neigen als Mädchen. 2017 wurden bezogen auf 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner zwischen 10 und 17 Jahren 258 Fälle gezählt, in denen Jungen wegen akuten Alkoholmissbrauchs in ein Krankenhaus mussten. Bei den Mädchen lag der Wert bei 229 Fällen. Knapp 18 % der Kinder und Jugendlichen, die wegen akuten Alkoholmissbrauchs stationär behandelt werden mussten, waren noch keine 15 Jahre alt. Indikatoren zum Missbrauch von Alkohol und anderen schädlichen Substanzen sind Teil der Agenda 2030 der Vereinten Nationen und sind auf der Nationalen Berichtsplattform SDG zu finden.

  • Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)
    Wie Europas Bürger über Migration und Integration denkenWie die Auswertung zeigt, herrscht unter Europas Bürgerinnen und Bürgern relativ große Einigkeit darüber, was für erfolgreiche Integration wichtig ist. Dass Zuwanderer die Landessprache sprechen, über ihre Steuern zum Wohlfahrtsstaat beitragen und sich den Werten und Normen im Land verpflichtet fühlen, gehört überall zu den meistgenannten Antworten. In der Befragung zeigte sich auch, dass Menschen mit viel Kontakt zu Zuwanderern eher eine positive Meinung vom Integrationserfolg im eigenen Land haben, aber dennoch der Zuwanderung als solcher häufig skeptisch gegenüberstehen. Bei der Kenntnis der Faktenlage zeigt sich eine umgekehrte Tendenz: Wer besser über Migration informiert ist, hat auch eher eine positive Meinung dazu – nicht aber zum Integrationserfolg im eigenen Land. Dies hängt auch damit zusammen, dass Personen, die Vorbehalte gegen Migration haben, den Anteil der Migranten häufig überschätzen.

    Für Deutschland fällt auf, dass Umfrageteilnehmer die Sprachkenntnisse als Integrationsvoraussetzung noch stärker gewichten als Teilnehmer der meisten anderen EU-Länder. Auch halten sie Sprachkenntnisse für wesentlich wichtiger als formale Qualifikationen und legen damit einen anderen Schwerpunkt als das im März in Kraft tretende deutsche Fachkräfteeinwanderungsgesetz mit seiner besonderen Betonung formaler Qualifikationen.  In Deutschland ist die Zahl derer, die Migration als überwiegend problematisch ansehen (36 Prozent), erheblich höher als die Zahl derer, die sie überwiegend als Chance begreifen (24 Prozent); in Österreich sind die Unterschiede noch größer (38 vs. 13 Prozent). In beiden Ländern überwiegt jedoch der Anteil derer, die Migration sowohl als Chance als auch als Problem sehen.

Ein Service des deutschen Präventionstages.
www.praeventionstag.de


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