04.08.2020

CoronaKrim: Kriminalität und Kriminalprävention in Zeiten der Corona-Virus-Pandemie (16)

Die COVID-19-Pandemie 2020 hat einen schrecklichen Tribut an Leben, Krankheit und wirtschaftlicher Verwüstung gefordert und hat vielfältige Auswirkungen auf Gewalt, Kriminalität und Prävention. Deshalb veröffentlicht die Tägliche Präventions-News wöchentlich aktuelle Informationen unter dem Label CoronaKrim. Internationale Nachrichten und Informationen werden ebenfalls wöchentlich in englischer Sprache unter dem Label Corona Crime Issues im Rahmen der Daily Prevention News veröffentlicht. Eine Auflistung zentraler Informationsquellen zum gesamten Themenkomplex Coronavirus und COVID-19 veröffentlicht der DPT hier.

(16.1) Ausschreitungen in Großstädten sowie die Möglichkeiten der Wissenschaft
Randale in den Innenstädten, attackierte Polizeikräfte: Stuttgart und Frankfurt sind nur zwei Beispiele für brutale Ausschreitungen, welche vermehrt von Medien präsentiert werden. Doch was steckt hinter den Gewalttaten? Eine Einschätzung von der Sozialwissenschaftlerin Prof.in Dr.in Yvette Völschow von der Universität Vechta. Quelle: IDW (EM)

(16.2) Globale Antwort auf Covid-19-Pandemie
"(hib/JOH) Die Bundesregierung will Staaten mit besonders schwachen Gesundheits- und Ernährungssystemen, die um Hilfe im medizinischen Bereich bitten, unterstützen und als zweitgrößter Geber in der humanitären Hilfe ihren Beitrag zur Deckung des zusätzlichen humanitären Bedarfs leisten. Das betont sie in einer Antwort (19/20840) auf eine Kleine Anfrage (19/19660) der Fraktion Die Linke. "Internationale Kooperation und Koordination sind der Schlüssel für eine wirksame globale Antwort auf die Covid-19-Pandemie und die sich bereits deutlich abzeichnenden wirtschaftlichen Verwerfungen", schreibt die Bundesregierung darin. Im Kontext multilateraler Initiativen auf G7- und G20-Ebene sowie von Weltbank, regionalen Entwicklungsbanken und IWF werde sie mit den Mitteln der Entwicklungszusammenarbeit besonders belasteten Gesellschaftsgruppen helfen und gezielt den Privatsektor unterstützen. Besonders viel könne das Engagement in den Partnerländern in Afrika und den besonders vulnerablen Staaten des Nahen Ostens bewirken, ist sie überzeugt. Ziel des kürzlich aufgelegten "Corona-Sofortprogramms" des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sei es, schnell und wirksam Entwicklungs- und Schwellenländer bei der Eindämmung der Pandemie sowie der Bewältigung der sozialen und ökonomischen Folgen zu unterstützen, heißt es in der Antwort weiter. Schwerpunkte sind nach Angaben der Bundesregierung die Verstärkung und Ausbau der Gesundheitsinfrastruktur, Maßnahmen zur Ernährungssicherung und zur Sicherung von Arbeitsplätzen, die Unterstützung zur Stabilisierung der Krisenregionen und Flüchtlingscamps sowie die Unterstützung von Unternehmen in Schlüsselsektoren."

(16.3) Digitalisierung und Homeoffice entlasten Arbeitnehmer in der Corona-Krise
Die zunehmende Digitalisierung und das Homeoffice in der Corona-Krise entlasten Arbeitnehmer. Jeder zweite bewertet die Arbeit mit Laptop, Smartphone und Videokonferenzen als positiv. Arbeitnehmer, die während der Corona-Krise erstmalig regelmäßig im Homeoffice sitzen, zeigen eine hohe Arbeitszufriedenheit und berichten von guter Work-Life-Balance. Drei Viertel von ihnen möchten auch nach der Corona-Krise – zumindest teilweise – von zu Hause aus arbeiten. Die Anzahl derjenigen, die die Digitalisierung als Entlastung wahrnehmen, steigt während der Corona-Krise um 39 Prozent. Das tägliche Stresserleben geht um 29 Prozent zurück. Das zeigen zwei repräsentative Befragungen von jeweils über 7.000 Erwerbstätigen vor und während der Pandemie. Die Sonderanalyse zum DAK-Gesundheitsreport ist die einzige Vorher-Nachher-Messung zu Digitalisierung und Homeoffice. Quelle: DAK (EM)

(16.4) Ungleiche Kindheit und Jugend (mit Sonderrubrik zur Corona-Krise)
Trotz positiver Entwicklungen im deutschen Bildungssystem bleiben Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund stark benachteiligt: Im Vergleich zu jungen Menschen ohne Zuwanderungsgeschichte nutzen sie seltener ein Angebot frühkindlicher Bildung, besuchen weniger häufig ein Gymnasium und benötigen nach dem Schulabschluss mehr Zeit für einen erfolgreichen Berufseinstieg. Die neue Ausgabe des Forschungsmagazins DJI Impulse mit dem Titel „Ungleiche Kindheit und Jugend“ beschäftigt sich mit den Ursachen für die vielfältigen Benachteiligungen von jungen Migrantinnen und Migranten, aber auch mit positiven Entwicklungen bei der Integration. Quelle: DJI (EM)

(16.5) Gaming, Social-Media & Corona
Forschung, Vorsorge und Online-Hilfe: Die DAK-Gesundheit startet eine Präventionsoffensive „Mediensucht 2020“. Die Krankenkasse untersucht mit Suchtexperten am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) in einer Längsschnittstudie erstmalig die krankhafte Nutzung von Computerspielen und Social-Media nach den neuen ICD-11 Kriterien der WHO. Auch die Folgen der Covid-19-Pandemie werden erforscht. Erste Zwischenergebnisse: Bei fast 700.000 Kindern und Jugendlichen ist das Gaming riskant oder pathologisch. Im Vergleich zum Herbst 2019 nehmen die Spielzeiten unter dem Corona-Lockdown werktags um 75 Prozent zu. Als Reaktion auf die Ergebnisse verbessert die DAK-Gesundheit die Früherkennung. Ab 1. Oktober bietet die Kasse gemeinsam mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in fünf Ländern das bundesweit erste Mediensuchtscreening für 12- bis 17-Jährige an. Quelle: Drogenbeauftragte der Bundesregierung (EM)

(16.6) Stadtentwicklung in Coronazeiten – eine Standortbestimmung
"Die Corona-Pandemie hat Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft binnen kurzer Zeit in einen Ausnahmezustand versetzt und führt allenthalben zu großer Verunsicherung. Die fundamentalen Belastungen der Wirtschaft in globalem Maßstab und die damit einhergehenden bislang nicht da gewesenen finanziellen Belastungen für den Staat schlagen dabei natürlich auch auf die kommunale Ebene durch. Die Auswirkungen der Krise auf die kommunalen Finanzen sind entscheidend für die zukünftige Gestaltungskraft der Kommunen. Was heißt das für die Entwicklung unserer Städte? Wo liegen Chancen und Risiken? Und welche Prioritäten ergeben sich daraus für die Stadtentwicklung? Welchen besonders relevanten Herausforderungen für die Stadtentwicklung im Kontext der durch die Pandemie festzustellenden Veränderungen müssen und sollten sich die Städte stellen? Mit dieser Difu-Sonderveröffentlichung werden Impulse für einen Diskurs zu diesen und weiteren Fragen gegeben." Quelle: DIfU (EM)

(16.7) Demokratische Teilhabe der Zivilgesellschaft in der Corona-Pandemie 
"Während die Zustimmung zu Parteien abnimmt, gewinnen zivilgesellschaftliche Organisationen stetig neue Mitglieder (siehe: Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung). Diese Entwicklung hat unterschiedliche Gründe. So spielt das zunehmende Selbstverständnis der Gesellschaft als plural und divers eine Rolle. Außerdem werden wichtige Themen wie Klimaschutz und internationale Solidarität aus Sicht vieler von den Parteien nicht ausreichend beachtet. Zivilgesellschaftliches Engagement ist vielfältig. Es reicht von der Arbeit in Sport- und Musikvereinen bis zur Übernahme von eigentlich sozialstaatlichen Aufgaben wie der Versorgung von Geflüchteten oder älteren Menschen. Zivilgesellschaftliche Organisationen setzen sich für die Rechte von benachteiligten Gruppen ein und für mehr Gerechtigkeit. Die Arbeit der Zivilgesellschaft stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das zeigt sich auch in der Corona-Krise: Die Zivilgesellschaft engagiert sich vielfältig im Katastrophenschutz und in der Gesundheitsversorgung, und sie pocht auch jetzt immer wieder auf Solidarität. So machen sich viele Vereine stark für den Schutz von gewaltbetroffenen Frauen und Kindern, für eine menschenwürdige Unterbringung von Geflüchteten und die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Dieses Engagement ist zentral für unser friedliches, demokratisches Zusammenleben. Die Zivilgesellschaft muss am politischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozess teilnehmen sowie die Möglichkeit haben, auf hoheitliche Sachentscheidungen Einfluss zu nehmen (vgl. WD-Ausarbeitung). Neben den Parteien spielen zivilgesellschaftliche Organisationen eine wichtige, eigene Rolle in der Demokratie. Im Idealfall trägt die Zivilgesellschaft „durch die Verbindung von interner Sozialisation und externem Sprachrohr zu gesellschaftlichem Zusammenhalt und einer funktionierenden Demokratie bei“ (WZB-Bericht, S. 65)." Quelle: Greenpeace (EM)

(16.8) Sicherheit und Zusammenhalt in Zeiten von Corona – Eine Quantitative Bevölkerungsbefragung in Hamburg
"Im Rahmen dieses Beitrags werden erste deskriptive Ergebnisse einer Befragung der Hamburger Bevölkerung zur Beeinträchtigung des Sicherheitsgefühls, des sozialen Zusammenhalts und des Vertrauens in die Polizei durch die COVID-19-Pandemie dargestellt. Bereits auf der Basis der deskriptiven Ergebnisse deutet sich eine deutliche Beeinträchtigung des Sicherheitsgefühls durch die Pandemie an. Begleitet wird dies durch weit verbreitete Forderungen nach Law-and-Order-Staatlichkeit, wenngleich Annahmen zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Vertrauen in die Polizei (weiterhin) als hoch zu bezeichnen sind." Quelle: KriPoZ (HJK)

(16.9) Coronavirus: AHA-Formel hat in der Bevölkerung hohe Akzeptanz
Die AHA-Formel – Abstand, Hygiene, Alltagsmasken – hat in der Bevölkerung insgesamt eine hohe Akzeptanz, um die Ausbreitung von und Ansteckung mit dem Coronavirus zu vermeiden. Es gibt jedoch deutliche Unterschiede im Verhalten zwischen jüngeren und älteren Befragten sowie zwischen Männern und Frauen. So das Ergebnis der aktuellen Befragungswelle des COVID-19 Snapshot Monitorings (COSMO) der Universität Erfurt, an dem die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) als Partnerin beteiligt ist. In COSMO werden in regelmäßigen Abständen jeweils rund 1.000 Bürgerinnen und Bürger repräsentativ zu ihren Wahrnehmungen, Einstellungen, ihrem Wissen und Verhalten zu COVID-19 befragt. Laut der jüngsten COSMO-Befragung hält sich die große Mehrheit der Teilnehmenden an die AHA-Formel: So geben 89,2 Prozent an, in der letzten Woche häufig oder immer eine Alltagsmaske benutzt zu haben, 83,8 Prozent waschen sich häufig oder immer 20 Sekunden lang die Hände und 85,5 Prozent halten häufig oder immer 1,5 Meter Abstand. Quelle: BZgA (EM)

(16.10) Homeschooling: Digitale Ausstattung in Familien hängt stark vom Einkommen ab
Der Start ins neue Schuljahr bedeutet für die meisten Kinder trotz Corona-Pandemie wieder täglichen Unterricht in der Schule. Doch digitales Lernen von zu Hause aus bleibt wichtig, nicht nur für Risikogruppen, sondern auch im Fall von lokalen Lockdowns. In welchem Umfang die dafür nötige Ausstattung mit Computern in den Familien vorhanden ist, hängt stark von deren Einkommen ab, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. So besaß 2019 fast die Hälfte (46 %) der Haushalte mit mindestens einem Kind und einem Nettoeinkommen unter 2 000 Euro kein Tablet. Bei einem Einkommen von monatlich 5 000 bis 18 000 Euro waren es nur knapp ein Fünftel der Haushalte (18 %). Etwas geringer sind die Unterschiede bei Laptops und Notebooks: Hier hatten unter den Familien mit besonders geringem Einkommen 18 % kein solches Gerät, unter jenen mit besonders hohem Einkommen lag der Anteil nur bei 7 %. Quelle: DESTATIS (EM)

(16.11) Gespräche über Corona, unsere Gesellschaft und die Folgen
Evangelische Akademie Tutzing: "fast vierzig Gespräche haben wir in den letzten Wochen mit Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens geführt: über ihre Erfahrungen im Umgang mit der Corona-Pandemie, die Herausforderungen dieser Krise und wie es danach weitergehen könnte. Zuletzt haben uns Landtagspräsidentin Ilse Aigner besucht sowie Digitalministerin Judith Gerlach und Kultusminister Piazolo (interviewt von unserem Jugendbotschafter, dem 17-jährigen Schüler Joshua Steib). Diese Gespräche finden Sie auf unserem YouTube-Kanal." Quelle: Ev. Akademie Tutzing (HJK)

 

Ein Service des deutschen Präventionstages.
www.praeventionstag.de


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