03.08.2020

Aktuelles aus Arbeitsbereichen der Prävention (155)

  • DJI-Kinder- und Jugendmigrationsreport 2020 - Datenanalyse zur Situation junger Menschen in Deutschland
    Mehr als ein Drittel aller Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter 25 Jahren in Deutschland hat einen Migrationshintergrund (34 Prozent im Jahr 2017). In vielen westdeutschen Ländern liegt dieser Wert inzwischen bei über 40 Prozent; in manchen Großstädten hat jedes zweite Kind eine Zuwanderungsgeschichte. Mit welchen Herausforderungen das Aufwachsen dieser jungen Menschen in Deutschland verbunden ist, zeigt der DJI-Kinder- und Jugendmigrationsreport 2020, für den das Deutsche Jugendinstitut (DJI) die Daten amtlicher Statistiken und repräsentativer Surveys ausgewertet hat. Der Report beschreibt das Aufwachsen in der Familie, in den Bildungsinstitutionen sowie in Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe. Verglichen werden junge Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, aber auch die verschiedenen Migrationsgenerationen: Nur gut ein Viertel (26 Prozent) der unter 25-Jährigen mit Migrationshintergrund ist selbst nach Deutschland zugewandert – zum Beispiel auf der Flucht oder im Rahmen der EU Binnenmigration – und gehört damit der ersten Generation an. Knapp drei Viertel (73 Prozent) sind hier geboren und leben bereits in der zweiten oder dritten Generation im Land. 

  • Tausende auf Fluchtrouten in Afrika von Tod und Menschenrechtsverletzungen bedroht
    Tausende Flüchtlinge und Migranten sterben und erleiden schwere Menschenrechtsverletzungen auf ihrer Reise Richtung afrikanischer Mittelmeerküste und von West- nach Ostafrika. Das geht aus einem Bericht hervor, den UNHCR, das UN-Flüchtlingshochkommissariat, und das Mixed Migration Center (MMC) des Danish Refugee Councils am 29.07.2020 veröffentlicht haben. Der Bericht mit dem Titel “On this journey, no one cares if you live or die” (auf deutsch „Auf dieser Reise kümmert es niemanden, ob man lebt oder stirbt“) erklärt detailliert, wie Menschen auf dem Weg unaussprechliche Brutalität und Unmenschlichkeit erfahren – durch Schmuggler, Menschenhändler, Milizen und in einigen Fällen sogar durch staatliche Vertreter. 

  • Kampagne der Bundesregierung: Mehr Achtsamkeit im Umgang mit Medien
    Am 29.07.2020 hat die Bundesregierung eine Präventionskampagne "Familie.Freunde.Follower" zum gesunden Umgang mit digitalen Medien gestartet und im Internt veröffentlicht. 

  • Neue EU-Strategie für die Sicherheitsunion und Initiativen im Kampf gegen Drogen, illegale Feuerwaffen und sexuellen Missbrauch von Kindern
    Die Europäische Kommission hat am 24.07.2020 zum einen eine neue EU-Strategie für die Sicherheitsunion für den Zeitraum 2020 bis 2025 vorgelegt. Es geht um den Kampf gegen den Terror und die organisierte Kriminalität, hybride Bedrohungen, Cybersicherheit, die Widerstandsfähigkeit unserer kritischen Infrastruktur und die Forschung. Zum anderen hat die Kommission drei Sofortinitiativen präsentiert: eine EU-Strategie im Kampf gegen den Missbrauch von Kindern, eine neue EU-Agenda zur Drogenbekämpfung sowie einen EU-Aktionsplan gegen den unerlaubten Handel mit Feuerwaffen.

  • Anstieg registrierter Schutzsuchender im Jahr 2019 auf 3 % abgeschwächt
    Am23.07.2020 hat das Statistische Bundesamt (DESTATIS) mitgeteilt, das 80 % der Schutzsuchenden, die von Anfang 2014 bis Ende 2016 nach Deutschland gekommen waren, weiterhin als Schutzsuchende registriert sind. Am 31.12.2019 waren 1,839 Millionen Schutzsuchende im Ausländerzentralregister (AZR) registriert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stieg die Zahl der im AZR registrierten Schutzsuchenden damit im Vergleich zum Vorjahr um 57 000 (+3 %). Das ist der geringste Anstieg seit dem Jahr 2012. Schutzsuchende sind Ausländerinnen und Ausländer, die sich nach Angaben des AZR unter Berufung auf völkerrechtliche, humanitäre oder politische Gründe in Deutschland aufhalten.

Ein Service des deutschen Präventionstages.
www.praeventionstag.de


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