07.07.2020

CoronaKrim: Kriminalität und Kriminalprävention in Zeiten der Corona-Virus-Pandemie (12)

Die COVID-19-Pandemie 2020 hat einen schrecklichen Tribut an Leben, Krankheit und wirtschaftlicher Verwüstung gefordert und hat vielfältige Auswirkungen auf Gewalt und Kriminalität. Deshalb veröffentlicht die Tägliche Präventions-News wöchentlich aktuelle Informationen unter dem Label CoronaKrim. Internationale Nachrichten und Informationen werden ebenfalls wöchentlich in englischer Sprache unter dem Label Corona Crime Issues im Rahmen der Daily Prevention News veröffentlicht. Eine Auflistung zentraler Informationsquellen zum gesamten Themenkomplex Coronavirus und COVID-19 veröffentlicht der DPT hier.

(12.1) Faktenprüfer bekommen neue Mittel im Kampf gegen Desinformation
Die Kommission stärkt Faktenprüfer und Forscher bei ihrem Einsatz gegen Desinformation und stellt 9 Mio. Euro bereit, mit denen nationale Zentren für Faktenprüfung einrichtet werden sollen. Dazu hat können ab heute (Dienstag) Vorschläge eingereicht werden. Die nationalen Zentren sollen die Reichweite der Europäischen Beobachtungsstelle für digitale Medien erweitern. Sie werden Desinformationskampagnen und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft analysieren, Medienkompetenz fördern und die Politik von Online-Plattformen überwachen.

(12.2) Studien zum Alkoholkonsum
(hib/PK) Die Auswirkungen der Coronakrise auf den Alkoholkonsum sind nach Angaben der Bundesregierung noch nicht abschätzbar. Derzeit liefen verschiedene Studien zum Konsum und den eventuellen Änderungen des Konsumverhaltens, heißt es in der Antwort (19/19925) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (19/19693) der FDP-Fraktion. In der langfristigen Tendenz gehe der Alkoholkonsum in Deutschland zurück. Quelle: Deutscher Bundestag (EM)

(12.3) Covid-19: Digitale Überwachung, Grenzkontrollen und Menschenrechte
"Die Corona-Krise hat einige Grundprinzipien der Europäischen Union auf den Prüfstand gestellt. In einem Facebook Live-Interview sprach die Vorsitzende des Unterausschusses für Menschenrechte, Maria Arena (S&D, BE), mit uns darüber, wie sich die EU-Krisenreaktion auf die Menschenrechte auswirkt. Die EU habe während der Krise eine wichtige Rolle bei der Sicherstellung des freien Waren- und Dienstleistungsverkehrs gespielt, insbesondere von Medikamenten und medizinischem Gerät in Länder, die sie am meisten benötigten, so Arena. Es sei jedoch "sehr wichtig, die Freizügigkeit der Bürger wiederherzustellen", da diese Europa schließlich ausmache. Die EU koordiniert die Mitgliedstaaten bei der Lockerung der Kontrollen an den Binnengrenzen, die im Zuge der Krise wiedereingeführt worden waren. Der normale Reiseverkehr soll ehestmöglich wiederhergestellt sein. Nach wie vor bestehen jedoch Maßnahmen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen – und einige von ihnen werfen Bedenken hinsichtlich des Schutzes der Privatsphäre auf. Dazu zählen Corona-Apps, die die EU als Mittel zur Grenzöffnung anerkannt hat." Quelle: Europäisches Parlament (EM)

(12.4.) Demokratien stärken in Zeiten der Corona-Pandemie
Unter dem Präsidentschaftsmotto „Gemeinsam. Europa wieder stark machen.“ werden sich die Justizministerinnen und Justizminister der 27 EU-Mitgliedstaaten bei ihrer informellen Videokonferenz am 6. Juli 2020 mit folgenden Schwerpunkten befassen: (1) Umgang mit der Corona-Pandemie in freiheitlichen rechtsstaatlichen Demokratien (2) Desinformation und Hassrede entgegentreten. Quelle: BMJV (EM)

(12.5) Deutsche Forschungsgemeinschaft richtet interdisziplinäre Kommission für Pandemieforschung ein
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet vor dem Hintergrund der aktuellen Coronavirus-Pandemie eine interdisziplinäre Kommission für Pandemieforschung ein. Sie ist mit 18 Mitgliedern aus allen Wissenschaftsgebieten besetzt und soll die im Bereich der Pandemie- und Epidemieforschung essenzielle erkenntnisgeleitete Forschung stärken, die unter anderem Grundlage fast aller translationaler Ansätze ist. Einen entsprechenden Beschluss fasste jetzt das Präsidium der größten Forschungsförderorganisation und zentralen Selbstverwaltungseinrichtung für die Wissenschaft in Deutschland. Die neue Kommission soll DFG-geförderte Projekte zur Erforschung von Pandemien und Epidemien begleiten, und zwar sowohl bereits laufende Arbeiten als auch und insbesondere Forschungsvorhaben im Rahmen einer aktuellen fächerübergreifenden Ausschreibung, die Ende März von der DFG gestartet worden war und in der noch bis zum 1. September dieses Jahres Förderanträge gestellt werden können. Darüber hinaus soll die Kommission die gesamte grundlagenwissenschaftliche Forschungslandschaft rund um Pandemien und Epidemien überblicken und mögliche Forschungsbedarfe identifizieren. Dabei soll sie ein besonderes Augenmerk auf inter- und transdisziplinäre Zusammenarbeit sowie die Stärkung von Synergien haben. Quelle: DFG (HJK)

(12.6) Niedriglohnsektor: Sackgasse statt Sprungbrett
In der Corona-Krise offenbaren sich gesellschaftliche Missstände, so auch im Niedriglohnsektor. Half seine Ausweitung Langzeitarbeitslose und Geringqualifizierte in Arbeit zu bringen, entpuppt er sich heute für viele Beschäftigte als Sackgasse. Nur gut einem Viertel aller Niedriglohnbeschäftigten gelingt der Aufstieg, während die Hälfte über mehrere Jahre im Niedriglohnsektor verharrt. Rund 7,7 Millionen und damit mehr als ein Fünftel aller abhängig Beschäftigten in Deutschland verdienten 2018 weniger als 11,40 Euro brutto pro Stunde und arbeiteten damit im Niedriglohnsektor. Ein großer Teil von ihnen erhielt sogar weniger als den gesetzlichen Mindestlohn. Seit den 1990er Jahren ist Deutschlands Niedriglohnsektor um gut 60 Prozent gewachsen – in keinem anderen europäischen Land mit vergleichbarer Wirtschaftsleistung nimmt der Niedriglohnsektor ein solches Ausmaß an. Quelle: Bertelsmann Stiftung (EM)

(12.7) Welternährungsprogramm: Corona lässt Zahl der Hungernden ansteigen
Das Welternährungsprogramm (WFP) hat vor einem drastischen Anstieg des weltweiten Hungers infolge der Coronavirus-Pandemie gewarnt. In Lateinamerika als am stärksten betroffenen Kontinent habe sich die Zahl der Menschen, die auf Lebensmittelhilfe angewiesen seien, fast verdreifacht, teilte die UN-Organisation am Montag in Rom mit. Das WFP rechnet für die 83 Länder, in denen es aktiv ist, bis Jahresende mit einem Anstieg der Zahl der Hungernden um rund achtzig Prozent auf 270 Millionen. Stark betroffen seien besonders Stadtbewohner in lateinamerikanischen Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, die durch Einkommensverluste und einen rapiden Rückgang von Rücküberweisungen ihrer Familien im Ausland in die Armut getrieben würden, beklagte das WFP. Auch in West- und Zentralafrika stieg der Hunger demnach um 135 Prozent an, während er sich im südlichen Afrika fast verdoppelte, hieß es weiter. Quelle: epd (EM) 


 

 

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