14.07.2020

CoronaKrim: Kriminalität und Kriminalprävention in Zeiten der Corona-Virus-Pandemie (13)

Die COVID-19-Pandemie 2020 hat einen schrecklichen Tribut an Leben, Krankheit und wirtschaftlicher Verwüstung gefordert und hat vielfältige Auswirkungen auf Gewalt, Kriminalität und Prävention. Deshalb veröffentlicht die Tägliche Präventions-News wöchentlich aktuelle Informationen unter dem Label CoronaKrim. Internationale Nachrichten und Informationen werden ebenfalls wöchentlich in englischer Sprache unter dem Label Corona Crime Issues im Rahmen der Daily Prevention News veröffentlicht. Eine Auflistung zentraler Informationsquellen zum gesamten Themenkomplex Coronavirus und COVID-19 veröffentlicht der DPT hier.

(13.1) Parlamentarischer Beirat für nachhaltige Entwicklung: Nachhaltigkeitsziele in Zeiten von Corona
Die Umsetzung nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) der Vereinten Nationen ist durch die Corona-Pandemie weltweit stark unter Druck geraten. Vielerorts fehlt es am Nötigsten. Dennoch gelte es, gerade jetzt an den 2015 vereinbarten Zielen als Kompass für eine nachhaltige Erholung und Entwicklung festzuhalten und die Krise für strukturelle Veränderungen zu nutzen, so der Tenor der Diskussion in einem öffentlichen Fachgespräch des Parlamentarischen Beirats für nachhaltige Entwicklung am Mittwochabend zum Thema "Globaler Kontext der Corona-Pandemie und Sustainable Development Goals". Quelle: Deutscher Bundestag (EM)

(13.2) Corona-KiTa-Studie: Untersuchungen von DJI und RKI zu den Herausforderungen der fortschreitenden KiTa-Öffnung sowie akuten Atemwegserkrankungen während der Corona-Pandemie
"Ziel der gemeinsamen Studie von Deutschem Jugendinstitut (DJI) und Robert Koch-Institut (RKI) ist es zu klären, wie stark das bisherige und weitere Öffnungsgeschehen in der Notbetreuung oder im eingeschränkten Regelbetrieb zu gehäuften Infektionen von Kindern und Erwachsenen führt. Hierbei stehen fünf Fragen im Mittelpunkt: (1) Unter welchen Bedingungen wird die schrittweise Öffnung aktuell angeboten? (2) Welche Herausforderungen sind für die Einrichtungen, das Personal, die Kinder sowie die Eltern mit und ohne Betreuung von besonderer Bedeutung? (3) Unter welchen Voraussetzungen gelingt eine schrittweise, kontrollierte Öffnung? (4) Wie hoch sind die damit einhergehenden Erkrankungsrisiken für alle Beteiligten? (5) Welche Rolle spielt die Gestaltung der Kindertagesbetreuung für die weitere Verbreitung von SARS-CoV-2 und welche Rolle haben Kinder in diesem Zusammenhang? In dem Forschungsprojekt soll unter anderem ein freiwilliges, bundesweites Kita-Register für Deutschland aufgebaut werden, um besser die schrittweise Öffnung der Kindertageseinrichtungen regional nachvollziehen zu können. Die Erhebungen sollen von Juni 2020 bis März 2021 erfolgen. Es wird monatliche Kurz- sowie Quartalsberichte und einen abschließenden Gesamtbericht geben. Die Studie endet im Dezember 2021." Quelle: Deutscher Bildungsserver (EM)

(13.3) Welternährungsprogramm: Zahl der Hungernden könnte wegen Corona-Krise deutlich steigen
"Infolge der Corona-Krise sind nach Einschätzung des Welternährungsprogramms deutlich mehr Menschen von Hunger bedroht als bisher. Die UNO-Organisation teilte in Rom mit, die Zahl der Hungernden werde sich möglicherweise bis zum Jahresende auf weltweit 270 Millionen erhöhen. Dies entspräche einem Anstieg um mehr als achtzig Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders stark betroffen ist den Angaben zufolge Lateinamerika. Dort habe sich die Zahl der Menschen, die auf Lebensmittelhilfe angewiesen seien, fast verdreifacht." Quelle: Deutschlandfunk Kultur (EM)

(13.4) Betrug bei Corona-Hilfen: Zahl der Verdachtsfälle steigt deutlich
"Das unbürokratische Verfahren zur Beantragung von Corona-Soforthilfen hat offensichtlich auch viele Betrüger angelockt. Die Zahl der Ermittlungsverfahren stieg bis Anfang Juli sprunghaft. Im Zusammenhang mit Corona-Soforthilfen untersuchen Ermittler bundesweit inzwischen Tausende Verdachtsfälle. Insgesamt befassen sie sich mit mindestens 5100 Fällen wegen des Verdachts auf Subventionsbetrug, Geldwäsche, Fälschung beweiserheblicher Daten oder des Ausspähens von Daten, wie Recherchen der Deutschen Presse-Agentur von Anfang Juli ergaben. Ende Mai waren es noch etwa 2200 Fälle gewesen. Von zahlreichen Behörden hieß es, die Zahlen änderten sich quasi täglich." Quelle: DER SPIEGEL (EM)

(13.5) Umfrage: Deutsche trinken in Corona-Zeiten mehr Alkohol
"Mehr als ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland konsumiert in der Coronakrise mehr Alkohol, zeigt eine Umfrage. Experten empfehlen, das eigene Trinkverhalten jetzt genau zu beobachten." Quelle: DER SPIEGEL (EM)

(13.6) OECD-Beschäftigungsausblick 2020: Was Länder tun sollten, damit die Beschäftigungskrise nicht zur Sozialkrise wird
Die Corona-Pandemie entwickelt sich zu einer Beschäftigungskrise, die weit schlimmer ist als die Krise von 2008. Am härtesten trifft es Frauen, junge Menschen und Geringverdiener, so eine aktuelle OECD-Studie. Die Arbeitslosenquote ist im Mai 2020 im OECD-Raum auf 8,4 Prozent gesunken, nachdem sie im April um beispiellose 3,0 Prozentpunkte auf 8,5 Prozent gestiegen war – und damit auf den höchsten Wert der letzten zehn Jahre. Im Februar 2020 hatte sie noch bei 5,2 Prozent gelegen. Im Mai waren OECD-weit 54,5 Millionen Menschen arbeitslos. Die geringe Veränderung zwischen April und Mai ist die Folge gegenläufiger Trends: In den Vereinigten Staaten verloren zwar viele Menschen ihren Job, im Zuge der gelockerten Corona-Maßnahmen kehrten aber auch zahlreiche freigestellte Arbeitskräfte an ihren Arbeitsplatz zurück. In vielen anderen Ländern nimmt die Arbeitslosigkeit hingegen zu oder droht sich zu verfestigen. Der OECD-Beschäftigungsausblick 2020 geht davon aus, dass selbst im Falle der günstigsten Entwicklung die OECD-weite Arbeitslosenquote im vierten Quartal 2020 9,4 Prozent erreichen könnte – den höchsten Wert seit der Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre. Die Beschäftigung dürfte 2020 im Durchschnitt 4,1 bis 5 Prozent niedriger sein als 2019. Auch Ende 2021 wird die Beschäftigungsquote wohl noch unter Vorkrisenniveau liegen. Quelle: OECD (EM)

(13.7) Corona-Pandemie: Perspektiven aus der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)
Im Informationsangebot zur Coronavirus-Pandemie finden sich auch Stellungnahmen, Interviews, Nachrichten und Berichte aus der DFG und ihrer Geschäftsstelle. Dort werden auch Beiträge aufgenommen, in denen sich DFG-Beschäftigte andernorts geäußert haben. Quelle: DFG (HJK)

(13.8) Rund 10 Millionen Kinder könnten weltweit dauerhaft der Schule fernbleiben
Save the Children warnt vor einem globalen Bildungs-Notstand durch die COVID-19-Pandemie. Laut eines aktuellen Berichts könnten bis zum Jahresende fast 10 Millionen Kinder für immer vom Unterricht ausgeschlossen sein. Besonders betrifft dies Mädchen in ärmeren Ländern oder Konfliktregionen, die aufgrund der Schulschließungen und wirtschaftlichen Probleme in Kinderarbeit oder Frühehen gezwungen werden. Quelle: Save the Children (EM)

(13.9) Psychische Gesundheit von Kindern hat sich während der Corona-Pandemie verschlechtert
Die Lebensqualität der Kinder und Jugendlichen in Deutschland hat sich während der Corona-Pandemie vermindert, sie berichten vermehrt von psychischen und psychosomatischen Auffälligkeiten. Be-troffen sind vor allem Kinder aus sozial schwächeren Familien. Das sind die wesentlichen Ergebnisse der sogenannten COPSY-Studie, in der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) die Auswirkungen und Folgen der Corona-Pandemie auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland untersucht haben. Dafür befragten sie zwischen 26. Mai und 10. Juni über 1000 Kinder und Jugendliche zwischen 11 und 17 Jahren und mehr als 1500 Eltern per Online-Fragebogen. Quelle: UKE (EM)

(13.10) Folgen der Corona-Pandemie: Häusliche Gewalt nimmt vielerorts zu
Geldsorgen, Probleme mit der Arbeit, keine Distanz: Immer wieder wurde vor mehr häuslicher Gewalt in Corona-Zeiten gewarnt. Eine Umfrage der dpa zeigt jetzt: Die Befürchtungen treffen zu - wenn auch nur in Teilen. In einigen Bundesländern gibt es seit Ausbruch der Corona-Pandemie - und den damit einhergehenden Einschränkungen - mehr häusliche Gewalt. Das ist das Ergebnis einer Zwischenbilanz der dpa - die Nachrichtenagentur hatte die zuständigen Ministerien der einzelnen Länder abgefragt. Quelle: Tagesschau (EM)

(13.11) Corona: 23 Prozent weniger Kriminalität in Nordrhein-Westfalen
Weniger Kriminalität in Nordrhein-Westfalen: Seit Beginn der Corona-Pandemie liegt die Zahl der Delikte deutlich unter den Werten des Vorjahres. Zwischen Anfang März und Ende Juni dieses Jahres gab es insgesamt 365.676 Strafanzeigen. Das sind 107.954 Anzeigen weniger als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Das ist ein Rückgang um knapp 23 Prozent. So sank die Zahl der Wohnungseinbrüche um 30 Prozent von 7.561 auf 5.290 Fälle. Die Zahl der Raubüberfälle nahm im selben Zeitraum um 26 Prozent von 3.819 auf 2.821 Fälle ab. Die Zahl der Taschendiebstähle sank um 39 Prozent von 10.638 auf 6.511 Fälle. Straftaten, bei denen ältere Menschen Opfer wurden, gingen um 11 Prozent von 13.550 auf 12.104 Fälle zurück. Bei der häuslichen Gewalt gab es von März bis Juni dieses Jahres einen Rückgang um 21 Prozent von 13.230 auf 10.479 Fälle. Quelle: Innenministerium NRW (EM)

 

Ein Service des deutschen Präventionstages.
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