10.12.2020

Aktuelles aus Arbeitsbereichen der Prävention (181)

  • ​​​​​​Deutlich mehr Medienzeit im Coronajahr 2020
    Das Jahr 2020 hat den Alltag von Jugendlichen auf den Kopf gestellt: Die meisten Freizeitbeschäftigungen waren nicht möglich, Schulen waren über Wochen und Monate geschlossen und es wurde teilweise im Fernunterricht gelernt. Dies ließ entsprechend auch Änderungen im Medienverhalten von Jugendlichen erwarten. Die JIM-Studie 2020 (Jugend, Information, Medien) des medienpädagogischen Fachverbandes Südwest (mpfs) hat die wichtigsten Kennzahlen zu Mediennutzung, Medienbesitz, Medienumgang und Nutzungsdauer untersucht. Auch der Medieneinsatz in der Schule bzw. für die Schule unter den Voraussetzungen der Pandemie sind Teil der aktuellen JIM-Studie. Für die repräsentative Studie wurden vom 8. Juni bis 20. Juli 2020 1.200 Jugendliche im Alter von zwölf bis 19 Jahren in Deutschland telefonisch oder online befragt. Im Jahr 2020 erfuhren die Jugendlichen einen deutlichen Schub in der Ausstattung mit Mediengeräten. Der persönliche Besitz eines Computers oder Laptops stieg von 65 auf 72 Prozent, der eines eigenen Tablets von 25 auf 38 Prozent. Jeder dritte Jugendliche hat inzwischen einen Fernseher mit Internetzugang. Die spezielle Situation des Jahres 2020 resultierte auch in deutlich höheren Mediennutzungszeiten. Die tägliche Internetnutzungsdauer ist nach Einschätzung der Jugendlichen, von 205 Minuten im Jahr 2019 auf 258 Minuten in 2020 deutlich gestiegen. Dabei entfällt mit einem Drittel der größte Anteil der Onlinenutzung auf den Bereich der Unterhaltung. Fast gleichauf liegen die Bereiche Kommunikation (27 %) und Spiele (28 %). Der geringste Anteil der Onlinezeit entfällt mit elf Prozent auf die Informationssuche. Die höhere Nutzungszeit für unterhaltende Inhalte im Netz spiegelt sich auch in der Nutzung von Streamingdiensten wider. 2020 sehen 87 Prozent regelmäßig Videos auf Streaming-Plattformen (mindestens mehrmals pro Woche), im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei 74 Prozent. Bei der Nutzung von Sendungen, Serien und Filmen im Internet stehen bei den Zwölf- bis 19-Jährigen Netflix und YouTube an erster Stelle.
  • BZgA startet neue Serviceplattform vortiv.de für kommunale Alkoholprävention
    Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) engagiert sich seit mehr als zehn Jahren in der kommunalen Alkoholprävention im Rahmen der Jugendkampagne „Alkohol? Kenn dein Limit.“ mit Unterstützung des Verbandes der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV). Mit ihrer neuen Serviceplattform www.vortiv.de – Vor Ort aktiv bündelt die BZgA jetzt die Erfahrungen dieses Engagements, um kommunale Institutionen, Fachkräfte und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren bei der kommunalen Alkoholprävention zielgerichtet zu unterstützen und ein nachhaltiges Netzwerkmanagement auf kommunaler Ebene auszubauen.

  • Berliner Monitoring trans- und homophobe Gewalt 2020
    Das Berliner Monitoring trans- und homophobe Gewalt zielt auf eine bessere Erfassung und Dokumentation trans- und homophober Gewalt, um die Stadtgesellschaft zu sensibilisieren und Betroffene zu stärken. Die erste Ausgabe startet die auf eine kontinuierliche Fortschreibung angelegte Berichterstattung mit zwei Schwerpunkten: Erstens – und erstmals – werden die Daten des polizeilichen Staatsschutzes zu „Hasskriminalität gegen die sexuelle Orientierung und/oder sexuelle Identität“ für Berlin im Zeitraum von 2010 bis 2018 differenziert ausgewertet und zweitens lesbenfeindliche Gewalt vertiefend untersucht, die vergleichsweise unsichtbar ist und auch in der polizeilichen Statistik nur in geringem Maße abgebildet wird. Die Berliner Initiative für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt (IGSV) umfasst zahlreiche Maßnahmen zur Prävention und Bekämpfung trans- und homophober Gewalt. Als Beitrag zur IGSV erstellt die Camino gGmbH seit 2019 das Berliner Monitoring trans- und homophobe Gewalt.

  • Erste Ergebnisse der neuen Befragungswelle BZgA-Studie „Jugendsexualität“
    Jugendliche sind später sexuell aktiv. Das Kondom ist beim „ersten Mal“ das Verhütungsmittel Nummer eins, während die Nutzung der Pille rückläufig ist. Dies zeigen die ersten Ergebnisse der neunten Welle der Studie „Jugendsexualität“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), die am 03.12.2020 veröffentlicht wurden. Für die BZgA-Repräsentativstudie „Jugendsexualität 9. Welle. Repräsentative Wiederholungsbefragung. Die Perspektive der 14- bis 25-Jährigen.“ wurden im Zeitraum Frühsommer bis Herbst 2019 bundesweit 6.032 Interviews geführt, 3.556 davon mit Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren sowie deren Eltern und 2.476 davon mit jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren, 1.874 davon mit Migrationshintergrund. Mit Migrationshintergrund bezieht sich im Studienkontext auf Jugendliche und junge Erwachsene, die selbst nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen oder bei denen mindestens einer der Elternteile bei Geburt nichtdeutscher Staatsangehöriger war. Die repräsentative Befragung knüpft an die Vorläuferstudien der BZgA zur Jugendsexualität aus den Jahren 1980 bis 2015 an. Schwerpunktthemen der Befragungen sind Sexualaufklärung in Schule, Internet und Elternhaus, erste sexuelle Erfahrungen sowie Verhütungswissen und Verhütungsverhalten. Ziel der Studie ist es, zuverlässige longitudinale Daten über Einstellung und Verhalten von Jugendlichen und ihren Eltern sowie von jungen Erwachsenen in Deutschland zu Fragen der Sexualität und Kontrazeption zu ermitteln. So können Maßnahmen wissensbasiert gesteuert und neu konzipiert werden.

Ein Service des deutschen Präventionstages.
www.praeventionstag.de


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