27.05.2020

Aktuelles aus Arbeitsbereichen der Prävention (147)

  • Mind The Gap: Belastete Familiensysteme unterstützen
    In der aktuellen Situation wird die Unterstützung belasteter Familiensysteme vielfach als herausfordernd erlebt. Hier setzt das kostenfrei nutzbare Online-Qualifizierungsprogramm „Mind the Gap“ an. Es aktiviert und unterstützt die Fachkräfte der (öffentlichen) Kinder- und Jugendhilfe dabei, Kontakte zu gestalten, Hilfebedarfe zu erkennen und Krisen kooperativ zu bewältigen. Das Programm richtet sich an Fach- und Führungskräfte der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe, alle im Auftrag des Jugendamtes tätigen Personen sowie Fachkräfte aus benachbarten Arbeitsfeldern. Gemeinsam mit der Auridis-Stiftung möchte das Institut für Kinder- und Jugendhilfe (IKJ) die Fachkräfte bei einem proaktiven, systematischen Vorgehen unterstützen, damit trotz der momentanen Einschränkungen insbesondere vulnerablen Familiensystemen bedarfsgerecht geholfen und Kinder wirksam geschützt werden können. Das Qualifizierungskonzept besteht aus vier Modulteilen, die strukturell und inhaltlich aufeinander aufbauen, aber auch unabhängig voneinander genutzt werden können.

  • Digitaler Weiterbildungskurs der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
    Das Internet stellt eine Chance für die Professionellen in der Präventionsarbeit dar, indem beispielsweise über Social Media mit dem Zielpublikum zu Themen wie Radikalisierung, Zivilcourage und Gewalt auch präsenzlos kommuniziert werden kann. Ziel dieses Kurses ist es Methoden zu vermitteln und mit den Teilnehmenden einzuüben, die auch ohne Präsenz sensibilisieren und sowohl in der aufsuchenden und der offenen Jugendarbeit wie auch in der Schulsozialarbeit einsetzbar sind. Zielgruppen der Fortbildung sind Fachpersonen der aufsuchenden und der offenen Jugendarbeit sowie Schulsozialarbeitende. 

  • Jeder fünfte Jugendliche in Deutschland ist zu dick
    18 Prozent der Mädchen und 14 Prozent der Jungen wurden nach den Selbstangaben der Her-anwachsenden als übergewichtig eingestuft. Bei Mädchen stieg dieser Wert im Vergleich des letzten Surveys 2014 um fünf Prozent. Zu diesem Schluss kommt die für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) durchgeführten Studie “Health Behaviour in School-aged Children“ (HBSC) zu Gesundheit und Gesundheitsverhalten von Schülerinnen und Schülern zwischen elf bis 15 Jahren in Deutschland. Die deutsche Studie, die vom Institut für Medizinische Soziologie der Universitätsmedizin Halle (Saale) geleitet wird, ist in eine internationale Befragung eingebettet, an der 45 Länder teilgenommen haben. Insgesamt wurden in Deutschland stichprobenartig 4.347 Kinder und Jugendliche an 146 Schulen im Rahmen der Studie bundesweit befragt. Nur sieben Prozent der Mädchen und 13 Prozent der Jungen sind täglich 60 Minuten körperlich aktiv. Die HBSC-Studie (“Health Behaviour in School-aged Children“) erhebt seit mehr als 35 Jahren die Erfahrungen junger Menschen und ist ein wichtiges Instrument, um Fortschritte einer Vielzahl von gesundheitlichen und sozialen Indikatoren zu identifizieren. Sie hilft damit, Problembereiche hervorzuheben, die möglicherweise aufeinander abgestimmte Handlungskonzepte und praktische Interventionen erforderlich machen. Quelle: Informationssystem Wissenschaft (idw)

  • In 35 % der überschuldeten Haushalte lebte 2019 mindestens ein Kind
    Über ein Drittel (35 %) der überschuldeten Personen, die im Jahr 2019 die Hilfe einer Schuldnerberatungsstelle in Anspruch nahmen, lebten mit mindestens einem unterhaltspflichtigen Kind im eigenen Haushalt. Dies teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis der Ergebnisse der Überschuldungsstatistik 2019 anlässlich der Aktionswoche Schuldnerberatung vom 25. bis 29. Mai 2020 unter dem diesjährigen Motto „Chancenlose Kinder? Gutes Aufwachsen trotz Überschuldung!“ mit. Weitere knapp 10 % dieser Überschuldeten hatten mindestens ein Kind, das außerhalb des eigenen Haushalts wohnte. Insgesamt haben 2019 über 580 000 Personen aufgrund von finanziellen Problemen die Hilfe von Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen in Anspruch genommen.

Ein Service des deutschen Präventionstages.
www.praeventionstag.de


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