29.10.2019

Aktuelles aus Arbeitsbereichen der Prävention (118)

  • Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) und WEISSER RING (WR)
    Stalking: Anzahl an Betroffenen geht nicht zurück. Die 2018 erhobenen Daten aus einer Befragung von Mannheimer Bürgerinnen und Bürgern wurden mit Daten einer Studie aus dem Jahr 2003 verglichen. Nun liegen die Ergebnisse vor. 10,8 Prozent der Befragten im Jahr 2018 haben angegeben, mindestens einmal in ihrem Leben von Stalking betroffen gewesen zu sein. 2003 waren es 11,6 Prozent – somit zeigt sich, dass der Anteil an Betroffenen von Stalking auch nach einem Zeitraum von 15 Jahren fast identisch geblieben ist.

  • European Society for Prevention Research (EUSPR)
    Position der Europäischen Gesellschaft für Präventionsforschung zu ineffektiven und potenziell schädlichen Ansätzen in der Suchtprävention Ethisch handeln: Schäden vermeiden, Wissenschaft nutzen, Ressourcen nachhaltig investieren. Die Europäische Gesellschaft für Präventionsforschung (EUSPR) ist beunruhigt über so genannte Präventionsstrategien, die überwiegend darauf beruhen, Jugendliche und jüngere Kinder über die Risiken und Gefahren des Konsums von Alkohol und anderen Drogen zu informieren. Berichte der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) deuten darauf hin, dass diese Ansätze in Europa in großem Umfang Anwendung finden. Eine besonders kontroverse Form informationsbasierter Ansätze sind so genannte Abschreckungstaktiken, bei denen extreme Bilder oder Berichte (auch von ehemaligen-Substanzkonsument*innen) über die Folgen des Substanzkonsums an Kinder und Jugendliche vermittelt werden. Wir sind besorgt, weil diese nicht nur ineffektiv und teuer sind, sondern auch schädlich sein können – also genau das Gegenteil dessen zu bewirken vermögen, was vermeintlich erreicht werden soll.

  • Die Medienanstalten (www)
    Die Gesellschaft darf eine Verrohung in der öffentlichen Diskussion nicht tolerieren. Gemeinsame Erklärung der Gremienvorsitzendenkonferenzen (GVK) von Landesmedienanstalten und ARD. Die Gremienvorsitzenden der ARD und der Landesmedienanstalten haben sich anlässlich ihres jährlichen Treffens im Rahmen der Medientage München mit den Formen und Auswirkungen von Hass in der öffentlichen Kommunikation befasst. Insbesondere der Ton im Netz, etwa in Teilen der sozialen Medien, hat sich in den vergangenen Jahren massiv verschärft. Dies ist eine gesellschaftliche Entwicklung, der sich gerade auch die Gremien als Vertreter der Allgemeinheit entgegenstellen. Radikalen Wortführern darf nicht erlaubt werden, den öffentlichen Diskurs zu dominieren und mit aggressiver Rhetorik zu einer Verrohung der öffentlichen Kommunikation beizutragen. Die Gremienvorsitzenden begrüßen die Anstrengungen professionell arbeitender Medien auf journalistischer Ebene und die Projekte der Landesmedienanstalten in den Bemühungen um die nachdrückliche Verfolgung strafrechtlich relevanter Sachverhalte.

  • Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV)
    Abschlussbericht „Kinderrechte ins Grundgesetz". Kinderrechte sollen ausdrücklich im Grundgesetz verankert werden, so sieht es der Koalitionsvertrag vor. Die hierzu eingesetzte Bund-Länder-Arbeitsgruppe hat nun ihre Arbeiten abgeschlossen und ihren Abschlussbericht vorgelegt. Die Arbeitsgruppe hat sich mit vier möglichen Regelungselementen eines Kindergrundrechts befasst: (1) Grundrechtssubjektivität von Kindern einschließlich eines Entwicklungsgrundrechts, (2) Verankerung des Kindeswohlprinzips, (3) Beteiligungsrechte des Kindes und (4) Ergänzendes Staatsziel der Schaffung kindgerechter Lebensbedingungen. In ihrem Bericht gibt die Arbeitsgruppe der Politik mehrere Varianten an die Hand, mit welchen Formulierungen Kinderrechte ins Grundgesetz aufgenommen werden könnten. Die Arbeitsgruppe spricht sich für Artikel 6 Grundgesetz als Standort für die Kinderrechte aus. Hier sind schon heute das Eltern- und Familiengrundrecht geregelt, mit denen die Kinderrechte in einem engen Zusammenhang stehen.

Ein Service des deutschen Präventionstages.
www.praeventionstag.de


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