17.08.2020

Aktuelles aus Arbeitsbereichen der Prävention (156)

  • Prävention von Konflikten und Gewalt zwischen Pflegeheimbewohnern 
    "Konflikte und Gewalt zwischen Pflegeheimbewohnern stellen die professionelle Pflege vor besondere Herausforderungen. Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hat dazu Schulungsmaterial entwickelt, das in der Praxis getestet und kostenfrei zugänglich ist. Gewaltprävention in der Pflege ist ein relevantes Thema für die Pflegepraxis, die Ausbildung und Forschung. Im Fokus steht dabei meist das Verhalten Pflegender gegenüber pflegebedürftigen Menschen. Aber auch zwischen Bewohnerinnen und Bewohnern von Pflegeeinrichtungen sind Konflikte und Aggressionen bis hin zu Gewalt keine Seltenheit. Dies kann für die Opfer schwerwiegende Folgen haben und sich negativ auf die gesamte Einrichtung auswirken. Vor diesem Hintergrund hat das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) Arbeitsmaterial für Schulungen in der professionellen Pflege erarbeitet. Damit sollen Wissen und Handlungskompetenzen vermittelt werden, um Konflikten und Gewalt zwischen pflegebedürftigen Menschen in stationären Einrichtungen vorzubeugen oder angemessen damit umzugehen, wie das ZQP mitteilt. Grundsätzlich kann jede pflegebedürftige Person in einer Einrichtung Gewalt durch Mitbewohnerinnen oder Mitbewohner erfahren. Dies geschieht zum Beispiel durch körperliche Übergriffe – aber auch durch Drohen, Herumkommandieren oder Schikanieren. Viele solcher Vorfälle bleiben unbemerkt, denn die Betroffenen möchten oder können vielleicht nicht darüber sprechen, so das ZQP. Mitarbeitende der Einrichtung werden nicht unbedingt Augenzeugen. Anzeichen für Gewalt sind oft nicht direkt ersichtlich oder uneindeutig. Mehr zu diesem Thema lesen Sie demnächst in der Zeitschrift Altenheim.

  • Demokratie, Bildung und Religion: Gesellschaftliche Veränderungen in Freiheit mitgestalten
    Unter dem Titel „Demokratie, Bildung und Religion: Gesellschaftliche Veränderungen in Freiheit mitgestalten“ hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) jetzt einen Text veröffentlicht, der kirchliche Bildungseinrichtungen dazu ermutigt, eigene Impulse in der demokratiebezogenen Bildungsarbeit zu setzen. Diese können etwa in der Vermittlung kirchlicher Möglichkeiten bestehen, sich an demokratischen Prozessen zu beteiligen. Sie können aber auch dazu befähigen, mündig und kompetent mit gesellschaftlichen Differenzen und verschiedenen Weltzugängen umzugehen. Nicht zuletzt bietet die Kirche vielfältige Formen der Öffentlichkeit, große und kleine unterschiedliche Lernorte und Erfahrungsräume.

  • Junge Menschen in Deutschland: 10 % der Bevölkerung sind zwischen 15 und 24 Jahre alt
    Während die Bevölkerung in Deutschland insgesamt seit 2011 kontinuierlich gewachsen ist, nehmen die Zahl und der Anteil der 15- bis 24-Jährigen – mit Ausnahme des Jahres 2015 – schon seit 2005 stetig ab. In jenem Jahr gab es noch 9,7 Millionen 15- bis 24-Jährige, ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung lag bei 11,8 %. Im Schnitt aller EU-27-Staaten war der Anteil der 15- bis 24-Jährigen ähnlich hoch wie hierzulande: Zum Jahresbeginn 2019 lag er laut EU-Statistikbehörde Eurostat bei 10,6 %. Am höchsten war der Anteil dieser Altersgruppe in Zypern (12,8 %), Dänemark und Irland (jeweils 12,6 %). Am niedrigsten war er in Bulgarien (8,9 %), Tschechien (9,1 %) und in Lettland (9,1 %). 

  • Verantwortung liegt auch bei FrauenärztInnen: Häusliche Gewalt darf nicht unerkannt bleiben
    Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG) hat am 12.08.2020 zum Themenkomplex Gewalt gegen Frauen eine überarbeitete Stellungnahme veröffentlicht. Die neu erschienene Stellungnahme ist eine Aktualisierung der DGGG-Stellungnahme von 2010. Sie wurde gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Frauenheilkunde und Geburtshilfe e. V. (DGPFG) erstellt und ist als Handlungsempfehlung für das konkrete Vorgehen in der (frauen-)ärztlichen Praxis gedacht. Darüber hinaus sollte das Thema „Gewalt“ regelmäßig in der medizinischen Ausbildung behandelt, als Fortbildungsmodul in die 80-Stunden-Blöcke zur psychosomatischen Grundversorgung fest verankert und in praxisrelevanten Fortbildungsveranstaltungen angeboten werden.
    Orientiert an internationalen Standards (WHO 2014) und den Konzepten des Modellprojekts MIGG (Medizinische Intervention gegen Gewalt an Frauen) umfassen die Interventionsstandards vier zentrale Aufgaben für niedergelassene ÄrztInnen: (1) Gewalterfahrungen und Folgen von Gewalt erkennen, ansprechen und bei der Untersuchung berücksichtigen, (2) Gesundheitliche Folgen von Gewalt (ggf. gerichtsverwertbar) dokumentieren, (3) Hilfen zum Schutz und zur Beendigung von Gewalt vermitteln (durch regionale Vernetzung wie Hilfeeinrichtungen, Polizei, Justiz) und (4) Sicherheit für Patientinnen und Praxisteam in der Praxis gewährleisten.

 

Ein Service des deutschen Präventionstages.
www.praeventionstag.de


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