10.01.2021

Aktuelles aus Arbeitsbereichen der Prävention (189)

  • Wehr Dich. Gegen Cybergrooming. Klick Clever.
    Die Landeskommission Berlin gegen Gewalt informiert über eine neue interaktive Ausstellung: "Instagram, TikTok und Online-Games sind die digitalen Spielplätze unserer Kinder. Das Internet wird aber zunehmend von Tätern und Täterinnen dazu benutzt, sexualisierte Gewalt auszuüben. Die interaktive Ausstellung „Klick clever“ der Kampagne „Wehr Dich. Gegen Cybergrooming.“ soll Kinder vor dieser Gefahr schützen. Kinder kommen schon in sehr jungen Jahren mit der digitalen Welt in Berührung. Das schnelle Erlernen der Technik täuscht allerdings eine Medienmündigkeit vor, die Kinder in diesem Alter tatsächlich noch nicht haben. Das nutzen Täterinnen und Täter von Cybergrooming zu ihrem Vorteil aus. Sie suchen bewusst den Kontakt zu Mädchen und Jungen, bauen strategisch und manipulativ Vertrauen auf, machen die Kinder emotional abhängig, bringen sie dann zu sexualisierten Handlungen im Netz, um sie damit zu erpressen und/oder am Ende auch physisch zu missbrauchen. Um über diese Gefahr aufzuklären, hat die Landeskommission Berlin gegen Gewalt gemeinsam mit ihrem Kooperationspartner Innocence in Danger e. V. eine interaktive Ausstellung entwickelt, die spielerisch aufklärt und sich an 8- bis 10jährige Kinder richtet. Die Kinder absolvieren an sechs Spielstationen ein Internet-ABC, durchlaufen einen Gefühlstunnel, liken oder disliken, buzzern, lernen den Wert wahrer Freundschaft kennen und Einiges mehr. Hierbei werden sie von Erwachsenen begleitet, die zuvor von Innocence in Danger e. V. geschult wurden. Hierfür ist eine umfangreiche Informationsbroschüre entwickelt worden."

  • Methodische Herausforderungen der Präventionsberichterstattung
    "Mit dem Präventionsgesetz 2015 wurde die Nationale Präventionsstrategie in Deutschland implementiert, für dessen Ausgestaltung die Nationale Präventionskonferenz (NPK) verantwortlich ist. Die Strategie sieht die Erstellung und Entwicklung der Bundesrahmenempfehlungen (BRE) sowie eines trägerübergreifenden Nationalen Präventionsberichts vor, der alle vier Jahre von der NPK dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) vorgelegt wird. Dieser Bericht wurde erstmals am 1. Juli 2019 vorgelegt und wurde im 4. Präventionsforum desselben Jahres diskutiert. Mit der Verpflichtung zur Erstellung eines Präventionsberichts wurde zum ersten Mal ein Themenfeld der Gesundheitsberichterstattung auf Bundesebene gesetzlich fixiert. Außerdem werden durch den Bericht im Sinne des Public Health Action Cycles Daten aus dem Gesundheitsmonitoring dargestellt und die Ziele und Maßnahmen nach dem Präventionsgesetz dokumentiert. Damit ist der Nationale Präventionsbericht eine Grundlage für die Weiterentwicklung der Prävention in Deutschland. Systematische Entwicklung einer Präventionsberichterstattung: Als Teilgebiet der Gesundheitsberichterstattung wird derzeit an einer systematischen Entwicklung einer Präventionsberichterstattung gearbeitet. Aus diesem Grund werden methodische Fragen bezüglich einer präventiv orientierten Gesundheitsberichterstattung immer wichtiger. In diesem Zusammenhang wurde 2019 vom Robert Koch-Institut (RKI) und dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der Workshop "Methodenprobleme der Präventionsberichterstattung" ausgerichtet und Methodenprobleme an ausgewählten Beispielen (z.B. Entwicklung von Indikatoren) diskutiert. Die Publikation dokumentiert diese Workshop-Vorträge und beinhaltet dazu ergänzende Beiträge zu Basiskonzepten, Indikatorenproblemen und Qualitätsaspekten der Präventionsberichterstattung. Hier finden Sie die gesamte Publikation "Über Prävention berichten - aber wie? Methodenprobleme der Präventionsberichterstattung" (PDF). Quelle: Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung (BVPG)

  • Kindeswohlgefährdung: In jedem 5. Fall wurden mehrere Arten von Gewalt oder Vernachlässigung festgestellt
    Die Jugendämter in Deutschland haben im Jahr 2019 mit rund 55 500 Kindeswohlgefährdungen das zweite Mal in Folge 10 % mehr Fälle festgestellt als im jeweiligen Vorjahr. Eine neue Auswertung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zeigt nun, dass in jedem fünften Fall von Kindeswohlgefährdung (20 %) mehrere Gefährdungsarten gleichzeitig vorlagen. Im Jahr 2019 betraf das rund 11 200 Kinder und Jugendliche. Zu den vier Gefährdungsarten zählten dabei – neben psychischen und körperlichen Misshandlungen – noch Vernachlässigungen und sexuelle Gewalt. In 17 % aller Fälle von Kindeswohlgefährdung hatten die Behörden zwei verschiedene Gefährdungsarten festgestellt, in 3 % waren es drei und in 0,2 % der Fälle lagen sogar alle vier Gefährdungsarten vor. Am häufigsten hatten die mehrfach betroffenen Jungen oder Mädchen sowohl Vernachlässigungen als auch psychische Misshandlungen erlebt (6 % aller Fälle von Kindeswohlgefährdung). Die zweithäufigste Kombination bildeten 2019 psychische und körperliche Misshandlungen (ebenfalls 6 %). An dritter Stelle stand die Kombination aus Vernachlässigung und körperlicher Misshandlung (4 %). Gut vier Fünftel (81 %) der Mehrfachbetroffenen waren Kinder unter 14 Jahren, knapp ein Fünftel Jugendliche von 14 bis 18 Jahren. Dabei waren die mehrfach betroffenen Mädchen und Jungen tendenziell etwas älter als der Durchschnitt aller Betroffenen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der mehrfach betroffenen Kinder und Jugendlichen überdurchschnittlich gestiegen – und zwar um 15 % (Durchschnitt: +10 %).

  • BMBF-Jahresrückblick 2020

     

Ein Service des deutschen Präventionstages.
www.praeventionstag.de


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