28.11.2019

Aktuelles aus Arbeitsbereichen der Prävention (125)

  • Bundeskriminalamt (BKA)
    Partnerschaftsgewalt - Kriminalstatistische Auswertung. Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter – und sie findet häufig in Beziehungen statt. Das BKA erstellt seit 2015 kriminalstatistische Auswertungen zur Partnerschaftsgewalt in Deutschland. Demnach wurden 2018 insgesamt 140.755 Menschen Opfer versuchter und vollendeter Gewalt - 81,3 Prozent davon waren Frauen. Sie sind Opfer gewesen von Mord und Totschlag, Körperverletzung, Vergewaltigung, sexueller Nötigung, sexuellen Übergriffen, Bedrohung, Stalking, Nötigung, Freiheitsberaubung, Zuhälterei und Zwangsprostitution. Die Zahlen sind alarmierend. Insgesamt waren im vergangenen Jahr 114.393 Frauen und 26.362 Männer in Deutschland von Partnerschaftsgewalt betroffen. 2017 lag die Zahl der betroffenen Frauen bei 113.965, die der betroffenen Männer bei 24.928. Die aufgeführten Zahlen sind nur die zur Anzeige gebrachten Straftaten. Die Dunkelziffer liegt weitaus höher: Nach sogenannten Dunkelfeldstudien ist jede dritte Frau in Deutschland mindestens einmal in ihrem Leben von Gewalt betroffen - und damit nicht nur von Partnerschaftsgewalt. Statistisch gesehen sind das mehr als zwölf Millionen Frauen.

  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)
    Am 25.11.2019 startete das Bundesfrauenministerin die bundesweite Initiative "Stärker als Gewalt". In der Initiative haben sich bislang 13 Organisationen zusammengeschlossen, die im Bereich Hilfe und Unterstützung aktiv sind. Die Initiative wendet sich ausdrücklich an betroffene Frauen und Männer, aber auch an ihr Umfeld. Die neue Internetseite der Initiative bündelt Hilfs- und Beratungsangebote: Wie können wir Frauen helfen, die Gewalt erleben? Wo bekommen wir Unterstützung?

  • Wissenschaft : im Dialog (www)
    Wissenschaftsbarometer 2019.  Sollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sich in öffentliche Debatten einmischen, wenn die Politik Forschungsergebnisse nicht ausreichend beachtet? Seit dem politischen Engagement vieler Forschender im Rahmen der Fridays for Future-Proteste wird diese Frage intensiv diskutiert – und im Wissenschaftsbarometer 2019 thematisiert. Mit dem Wissenschaftsbarometer ermittelt Wissenschaft im Dialog seit 2014 jährlich die Einstellungen der Menschen in Deutschland gegenüber Wissenschaft und Forschung.

  • Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)
    In Deutschland und der Schweiz ist das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in ihre Regierung seit der Finanzkrise 2008 wieder deutlich gestiegen und liegt erheblich über dem Schnitt der OECD-Länder. In der Schweiz geben über 80 Prozent der Befragten an, ihrer Regierung zu vertrauen, in Deutschland sind es rund 60 Prozent. Dies geht aus der aktuellen Ausgabe des OECD-Berichts Regierung und Verwaltung auf einen Blick 2019 hervor. In Österreich gaben knapp 50 Prozent der Bürgerinnen und Bürger an, ihrer Regierung zu vertrauen – etwas mehr als im OECD-Durchschnitt von 45 Prozent. Die Daten stammen aus Umfragen von 2018. Die Studie gibt außerdem Aufschluss über finanzpolitische Rahmendaten, Beschäftigung und Abläufe im öffentlichen Dienst, aber auch politische Teilhabe, Geschlechtergerechtigkeit und Nutzung von politischen Evaluierungsprozessen. So zeigen die Daten etwa, dass, obwohl Frauen etwa 60 Prozent der Arbeitsstellen im öffentlichen Sektor der OECD-Länder besetzen, sie in leitenden Verwaltungspositionen weiterhin unterrepräsentiert sind. Nur einer von drei Leitungsposten wird hier von einer Frau gehalten. Ähnlich sind die Zahlen im Parlament, in der Regierung und den obersten Gerichten.

Ein Service des deutschen Präventionstages.
www.praeventionstag.de


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