12.08.2021

Aktuelles aus Arbeitsbereichen der Prävention (227)

  • Leitfaden zur Umsetzung der Istanbul-Konvention für die kommunale Praxis
    Der Leitfaden des Deutschen Städtetages zeigt, dass sich die Städte bereits seit Jahren durch vielfältiges Engagement vor Ort im Kampf gegen Gewalt an Frauen engagieren und mit zahlreichen Projekten und Maßnahmen Vorgaben der Istanbul-Konvention umsetzen. Deutlich wird aber auch, dass weitergehende Anstrengungen notwendig sind. Mit Blick auf das nach wie vor vorhandene Ausmaß geschlechtsspezifischer Gewalt in unserer Gesellschaft, das bedauerlicherweise unter den Bedingungen der Pandemie eine neue Qualität erfährt, muss es perspektivisch darum gehen, getroffene Maßnahmen auf ihre Effektivität hin zu überprüfen und den Um­setzungsprozess weiter zu optimieren. Wir sind auf dem richtigen Weg, aber noch längst nicht am Ziel.

  • Studie zu Cyberangriffen auf Unternehmen
    Der Digitalverband Bitkom hat am 05.08.21 die Ergebnisse einer repräsentativen Studie zu Cyberangriffen auf deutsche Unternehmen veröffentlicht. Danach entsteht durch Diebstahl, Spionage und Sabotage der deutschen Wirtschaft jährlich ein Gesamtschaden von 223 Milliarden Euro. Kriminelle Attacken haben erneut für Rekordschäden gesorgt: Die Schadenssumme ist mehr als doppelt so hoch wie in den Jahren 2018/2019, als sie noch 103 Milliarden Euro p.a. betrug. Neun von zehn Unternehmen (88 %) waren 2020/2021 von Angriffen betroffen. In den Jahren 2018/2019 wurden drei Viertel (75 %) Opfer.

  • Projekt GRACE: Globale Reaktion gegen die Ausbeutung von Kindern
    Das EU-geförderte Projekt GRACE zielt darauf ab, die europäischen Strafverfolgungsbehörden mit fortschrittlichen Analyse- und Ermittlungsmöglichkeiten auszustatten, um auf die Verbreitung von Online-Material zur sexuellen Ausbeutung von Kindern zu reagieren. (GRACE-Newsletter)

  • Leopoldina-Diskussionspapier plädiert für breite gesellschaftliche Debatte zur Neuregelung des assistierten Suizids in Deutschland
    Mehrere europäische Länder haben in den vergangenen Jahren Regelungen zum assistierten Suizid erlassen. Auch in Deutschland steht der Gesetzgeber seit einem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vor der Aufgabe, hier eine Neuregelung zu finden. Das Gericht hatte im Februar 2020 festgestellt, dass das im Grundgesetz verankerte allgemeine Persönlichkeitsrecht auch ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben umfasst, welches letztlich auch die Freiheit einschließt, hierfür die Hilfe Dritter in Anspruch zu nehmen. Die anstehende Neuregelung berührt theologische, philosophische, ethische, medizinische und politische Fragen und bedarf einer offenen gesamtgesellschaftlichen Debatte. Um zu dieser Diskussion beizutragen, haben Mitglieder der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina aus unterschiedlichen Fachdisziplinen und Perspektiven ihre Überlegungen zu einer Neuregelung des assistierten Suizids in einem Diskussionspapier gebündelt und heute veröffentlicht. Mit Diskussionspapieren gibt die Leopoldina gemäß ihrem Auftrag als Nationalakademie Denkanstöße und regt gesellschaftliche Debatten an.

Ein Service des deutschen Präventionstages.
www.praeventionstag.de


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