Vorhersehbar? Leaking im Vorfeld extremistischer Gewalttaten

Prof. Dr. Thomas Görgen
Deutsche Hochschule der Polizei
Marcella Megler
Deutsche Hochschule der Polizei
Charlotte Nieße
Deutsche Hochschule der Polizei

Insbesondere die Forschung zu Schulamoktaten hat gezeigt, dass im zeitlichen Vorfeld zielgerichteter schwerer Gewalttaten von den Tätern regelmäßig die Tat ankündigende oder auf sie hinweisende Informationen preisgegeben werden. Derartiges „Leaking“ – sei es in sozialen Medien oder „analog“ – hat sich als zentraler Ansatzpunkt für die Prävention schwerer Gewaltdelikte erwiesen. Nicht nur strukturelle und phänomenologische Schnittmengen mit Amoktaten werfen die Frage auf, inwieweit Leaking auch bei extremistischen Gewaltdelikten als Charakteristikum des Tatvorlaufs und somit auch als Ansatzpunkt für Früherkennung und Prävention von Bedeutung ist.

Im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts untersucht die Deutsche Hochschule der Polizei gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Sicherheitsbehörden auf der Grundlage justizieller Akten Warnsignale im Vorfeld anschlagsartiger Gewalttaten im Bereich des politischen Extremismus. Der Vortrag präsentiert Ergebnisse der aktengestützten Analysen zum Vorkommen und zu den Erscheinungsformen von Leaking bei rechtsextrem motivierten Gewalttaten aus den Jahren 2000 bis 2018 und erörtert Fragen der Ernsthaftigkeitsbewertung von Leakingphänomenen. In Übereinstimmung mit ersten internationalen Befunden weisen die Ergebnisse auf eine spezifische Bedeutung von Leaking auch bei extremistischer Gewalt hin.

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