Genderspezifische Radikalisierungsprävention: warum und wie?

Marina Hilzinger
Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales
Dr. Christiane Nischler-Leibl
Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales

Trotz des tradierten Frauenbildes vieler extremistischer Strömungen, werden nicht nur Jungen und Männer von extremistischen Gruppen angezogen. Im Gegenteil: Gerade im Salafismus beobachten wir aktuell eine zunehmende Sichtbarkeit von Mädchen und jungen Frauen. Die moderne Präventionsarbeit muss sich daher fragen, welche Motive junge Frauen dazu bewegen, sich radikalen Gruppierungen anzuschließen, obwohl diese die modernen Frauenrechte nicht achten, in weiten Teilen sogar anti-feministisch agieren.

Der Vortrag gliedert sich in zwei Teile: Der erste Teil widmet sich der Frage nach der Motivation von Männern und Frauen, sich einer radikalen Ideologie hinzuwenden. Es soll erörtert werden, ob und inwieweit es sinnvoll ist, Präventionsarbeit gendergerecht zu denken. Im zweiten Teil werden bestehende Präventionsprojekte aus Bayern vorgestellt, die genderspezifisch arbeiten. Diese sprechen eine breite Zielgruppe an – von Jungen aus patriarchalen Strukturen, über Mädchen, die ihre Stellung in der westlichen Gesellschaft hinterfragen, bis zur besorgten Mutter, die ihr Kind vor Anwerbern schützen will. Ziel des Vortrags ist ein offener, praxisorientierter Austausch zur gendergerechten Ansprache in der Präventionsarbeit.

verwandte Schlüsselbegriffe

Projektarbeit Radikalisierungsprävention Gender