17.02.2020

415 Millionen Kinder wachsen weltweit in Kriegen und Konflikten auf

Die Kinderrechtsorganisation Save the Children hat am 13.02.2020 den Report "Krieg gegen Kinder" veröffentlicht. Kriege und Konflikte verschärfen sich und werden für Kinder immer gefährlicher. Die bisher umfassendste Datensammlung zu Kindern in Kriegen und Konflikten verdeutlicht, dass im Jahr 2018 weltweit etwa 415 Millionen Mädchen und Jungen in einem Konfliktgebiet lebten, 149 Millionen Kinder unter gefährlichsten Lebensumständen aufwuchsen und die Zahl der schweren Kinderrechtsverletzungen anstieg. Seit 2005 dokumentieren die Vereinten Nationen die schlimmsten Verbrechen an Kindern. 

Die beunruhigenden Fakten des Berichts: Allein 2018 wurden mindestens 12.125 Kinder durch konfliktbedingte Gewalt getötet oder verletzt, das entspricht einem Anstieg von 13 Prozent. Dabei wurden Jungen weitaus häufiger durch direkte Kriegsführung getötet als Mädchen. Wenn Mädchen getötet oder schwer verletzt werden, ist dies meist auf den Einsatz explosiver Waffen zurückzuführen. Jungen sind insgesamt stärker von der Rekrutierung durch Streitkräfte oder bewaffnete Gruppen sowie von Entführungen betroffen. Von den 2.500 Kindern, die 2018 von bewaffneten Gruppen entführt wurden, waren 80 Prozent Jungen. Tötung und Verstümmelung betrafen zu 44 Prozent Jungen und zu 17 Prozent Mädchen. Mädchen wurden weitaus häufiger vergewaltigt, zur Kinderheirat gezwungen oder anderen Formen sexuellen Missbrauchs ausgesetzt als Jungen: 87 Prozent aller nachgewiesenen Fälle von sexueller Gewalt betrafen Mädchen. Die Zahl der gemeldeten Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser stieg um 32 Prozent auf 1.892 an. Die zehn gefährlichsten Länder für Kinder waren im Jahr 2018: Afghanistan, Demokratische Republik Kongo, Irak, Jemen, Mali, Nigeria, Somalia, Südsudan, Syrien und die Zentralafrikanische Republik.

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