Prävinare (Online-Seminare)

Seit 2016 bietet das Institut für angewandte Präventionsforschung (DPT-I) sogenannte Prävinare an. Prävinare sind Seminare im Themenfeld der Prävention, die online angeboten werden. Einzige Voraussetzung sind ein Computer und eine ausreichende Internetverbindung. Während des Online-Seminars wird ein Live-Video der Vortragenden und die Präsentation gezeigt. Die Teilnehmenden sind durch eine Chatfunktion interaktiv beteiligt und können Fragen und Kommentare posten. Diese Fragen werden seitens der Moderation gebündelt und den Vortragenden zur Diskussion gestellt.

 

Aktuelle Termine

22. September, 16-17 Uhr
CCI-Prävinar #7 – Predictive Policing

28. September, 16-17 Uhr
Prävinar #2 mit dem Projekt Migsst

 

Vorschau

12. Oktober, 16-17 Uhr
CCI-Prävinar #8

Zu den Aufzeichnungen

Die Aufzeichnungen der Prävinare, die im Rahmen des 26. Deutschen Präventionstages stattfanden, werden ab dem 1. Oktober 2021 öffentlich verfügbar sein.

 



Prävinarreihe Migration und Sicherheit in der Stadt – migsst (September 2021)

Prävinar #1: Leben in ethnisch vielfältigen Quartieren am 14.9.2021

Präsentation von Prof. Dr. Rita Haverkamp
Präsentation von Prof. Dr. Christoph Gusy

Abstract

In deutschen Großstädten sind sozial und ethnisch vielfältige Quartiere verbreitet. Einige Menschen bereichert die Diversität und sind über die Abwechslung erfreut, andere Menschen fühlen sich überfordert und verunsichert von den unterschiedlichen Lebensstilen und Kulturen. Im BMBF-Verbundprojekt untersuchten die Forschenden das Leben in vier Partnerstädten in jeweils zwei ethnisch vielfältigen Quartieren. Aufschluss darüber gaben Interviews mit Expert:innen und der Bewohnerschaft, deren Perspektive besonderes Gewicht zukam: Wie nehmen sie die Sicherheit in ihrer Nachbarschaft wahr? Wie ist es um die Integration bestellt? Gibt es Segregation? Und lassen sich diesbezüglich Wirkungen auf das Konfliktpotenzial in der Bewohnerschaft, aber auch auf das Aufkommen von Ordnungsstörungen und Kriminalität feststellen? Daneben fragen wir nach den Steuerungs- und Handlungsmöglichkeiten der Administrationen: Es gibt nicht Vielfalt oder Homogenität, sondern mehr oder weniger Vielfalt. Gibt es rechtliche Möglichkeiten, Entstehung und Ausmaß ethnischer Vielfalt im Quartier zu steuern? Oder gibt es Möglichkeiten, als negativ empfundene Wirkungen derartiger Vielfalt zu gestalten? Das Recht gibt hier nur wenige Handlungsmöglichkeiten: Die Gesetze als Kooperationsordnung zwischen Akteuren sowie zwischen Akteuren und Beteiligten sowie betroffenen Menschen sind bislang unterentwickelt. Im Prävinar präsentieren wir nach der Vorstellung unseres Verbundprojekts Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt der Universität Tübingen über Konflikte in der Nachbarschaft, die oft mit Vorstellungen von ethnischen und kulturellen Merkmalen verbunden sind, sowie aus dem Forschungsprojekt der Uni Bielefeld zu Rechtsfragen der Entstehung und Bewältigung von Segregationsfolgen.

Referierende

Prof. Dr. Rita Haverkamp hat die Stiftungsprofessur für Kriminalprävention und Risikomanagement an der Eberhard Karls Universität Tübingen inne. Sie promovierte mit einer Dissertation über den elektronisch überwachten Hausarrest an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und habilitierte mit einer Arbeit über den Frauenstrafvollzug an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Rita Haverkamp war als wissenschaftliche Referentin am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht (Abteilung Kriminologie) tätig. Sie ist u.a. Mitglied im Forschungsbeirat des Bundeskriminalamts (BKA).

Prof. Dr. Christoph Gusy, Jg. 1955, Professor seit 1988, lehrt seit 1993 für Öffentliches Recht, Staatslehre und Verfassungsgeschichte an der Fakultät für Rechtswissenschaft an der Universität Bielefeld. Seine Arbeitsschwerpunkte sind: Grundrechte, Polizei- und Sicherheitsrecht, Informationsverarbeitungsrecht und Juristische Zeitgeschichte. Christoph Gusy ist Mitherausgeber der Zeitschrift für das gesamte Sicherheitsrecht (GSZ).

Aufzeichung

 

 


 

 

Prävinar #2: Mediennutzung in und für Quartiere der Vielfalt am 28.9.2021

Abstract

Welchen Einfluss haben Medienberichterstattung und Soziale Medien auf ein gutes und sicheres Zusammenleben in der Stadt und in Quartieren der Vielfalt? Wie könnte eine gute Medienkommunikation aussehen und wie können städtische Akteure ihre Kommunikation in und mit ethnisch pluralen Gemeinschaften verbessern?

Das durch das BMBF geförderte Forschungsprojekt Migration und Sicherheit in der Stadt (migsst) beschäftigt sich in zwei Teilprojekten mit Fragen von Kommunikation und Mediennutzung in Stadtvierteln, in denen viele Menschen mit Migrationserfahrung leben. Im Vordergrund steht die Rolle von Medien für eine gelingende Kommunikation über die Stadtviertel und innerhalb der Quartiere, wenn es z. B. um Behördenkommunikation geht oder die Partizipation der Bewohnerinnen und Bewohner an den Belangen ihres Viertels. In diesem Zusammenhang ist die These leitend, dass Medien und Kommunikation eine integrierende Wirkung entfalten können und für Sicherheit und Sicherheitswahrnehmung im Quartier eine zentrale Rolle spielen.

Referierende

PD Dr. Jessica Heesen, Leiterin des Forschungsschwerpunkts Medienethik und Informationstechnik am Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften der Universität Tübingen. Studium der Philosophie in Köln und Tübingen, Promotion (Universität Stuttgart) zum Wandel von Öffentlichkeit durch digitale Medien; Habilitation am Karlsruhe Institut für Technologie (KIT) zu den wissenschaftstheoretischen Herausforderungen der Medienethik durch Medialisierung und Datafizierung. Autorin zahlreicher Fachbeiträge zu sicherheitsethischen Themen bzw. zum Einsatz von Sicherheitstechnologien zur Prävention und zu Fragen der Sicherheit in einer digitalen Gesellschaft.

Prof. Dr. Stefan Jarolimek, Leiter des Fachgebiets Kommunikationswissenschaft an der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster. Studium der Kommunikationswissenschaft, der Interkulturellen Wirtschaftskommunikation und Ostslawistik in Jena und Minsk, Promotion an der Universität Leipzig zur Transformation von Öffentlichkeit und Journalismus in Belarus, Habilitation an der Universität Leipzig zur Theorie der Verantwortungskommunikation. Autor zahlreicher Beiträge zur Professionalisierung der polizeilichen Kommunikation und zu Fragen der Online-Radikalisierung.

Zur Anmeldung

 



Prävinarreihe Cutting Crime Impact  CCI (März bis Dezember 2021)

Zu dem EU-Projekt Cutting Crime Impact (CCI) bietet das DPT-I eine mehrteilige Prävinar-Reihe in englischer Sprache. Im Zeitraum März bis Dezember 2021 gibt es jeden Monat ein Online-Seminar aus dieser Reihe. Es werden die dort entwickelten Toolkits zur Prävention von Alltagskriminalität und die innovative methodische Forschungspraxis des  Projektes vorgestellt.


Aktuell:

CCI-Prävinar #7 am Mittwoch, 22. September 2021, von 16 bis 17 Uhr (CEST)

Cutting Crime Impact — The Dutch touch: a problem-oriented approach to High Impact Crime (ProHIC)
mit Armando Jongejan & Paul van Soomeren

Information und Anmeldung

Abstract:

High Impact Crime (HIC) such as violent assault, robbery and burglary impact negatively on citizens and their communities. As part of the EU funded Cutting Crime Impact project (www.cuttingcrimeimpact.eu) a comprehensive, problem-oriented approach to HIC has been developed in the Netherlands by the national police, ministry, municipalities and a private research and consultancy bureau. This approach is called ProHIC. It provides methods and solutions to address HIC through a detailed manual, support materials and evidence-based ‘pearls of knowledge’ all available on www.ProHIC.nl.

The approach outlines a practical process for police, local authorities, residents and entrepreneurs to tackle High Impact Crime together. It starts with a thorough analysis of the problem by all stakeholders to determine precisely what the problem is, before deciding on the appropriate intervention. Defining and analysing the problem is key to the efficacy of a collaborative solution. ProHIC guides the stakeholders through the collaborative process from problem identification (scanning and analysis) to developing an action plan and evaluating it. It supports the police, relevant local and national authorities, residents and businesses to reduce and, where possible, prevent these crimes from happening.  

Referent*innen / Speakers

Armando Jongejan MSc studied at the University of Amsterdam. Armando Jongejan started working at the National Police of the Netherlands as a project, process, information and innovation manager. Today he is head of a Business Intelligence Division. Since 1995 he is involved with Crime Prevention Through Environmental Design. He has presented at numerous European and USA CPTED seminars and conferences and has written several international articles about the Dutch Police Label Secure Housing.

Paul van Soomeren is founder of the Amsterdam based research and consultancy bureau DSP (www.DSP-groep.eu). Paul van Soomeren worked at the national Bureau of Crime Prevention in the Netherlands for several years and is considered an international expert in Crime Prevention, specifically in Crime Prevention through Environmental Design (CPTED). At the moment Paul van Soomeren works on standardisation of CPTED and participates in the projects like Secu4All, the European Urban Agenda and Cutting Crime Impact.

 


CCI-Prävinar #6 am Mittwoch, 8. September 2021, 16-17 Uhr (CEST)

Cutting Crime Impact — Police analysis and communication tool to support effective
information-enhanced patrolling

mit Maurice Illi & Dr Chiara Ryffel

 

Zur Aufzeichnung

Präsentation von Dr. Chiara Ryffel

Präsentation von Maurice Illi

Abstract

"The single biggest problem in communication is the illusion that it has taken place."  George Bernard Shaw

As part of the EU-funded Cutting Crime Impact (CCI) project, the State Office of Criminal Investigation (LKA) in Lower Saxony, Germany, investigated the implementation and front-line use of Predictive Policing with the aim to identify issues and address shortcomings. Researchers conducted observation and interview research into the use of the LKA's PreMAP predictive system by police officers. Findings revealed that predictive data was not being used as it was not provided in a way that met the needs of officers. In addition, research found that PreMAP data was just one of many types of information that needed to be provided more systematically to officers in daily patrol briefings and shared between shifts. Observational research highlighted the fact that shortcomings in the implementation of PreMAP were not simply due to the technology, but to relevant information not being communicated in a way that supported officers in their patrolling duties.

From these insights, the LKA researchers designed and developed their PATROL Tool. This Tool is tailored to the local policing context, and includes various elements that support comprehensive information processing and more effective internal communication, enabling an intelligence-enhanced approach to patrolling.

Maurice Illi will present the PATROL tool, discussing the research that led to its development, how it works and how it supports police officers to more effectively receive, share and use information.

Dr Chiara Ryffel will present on the critical importance of information in decision-making and taking effective action. She will discuss how poor communication and a lack of information in High Reliability Organisations (HRO) can result in inadequate actions that in turn lead to critical incidents. The more precise and comprehensive information is, the better a situation can be assessed and appropriate action identified and taken. This is especially important in emergency situations where decisions and actions must be taken speedily. By focusing on providing employees with the information, resources and equipment they need, organisations can better create and enhance safety.

Referent*innen / Speakers

Maurice Illi is a sociologist and works as a consultant for urban security at Basler & Hofmann AG in Zurich. Since 2021, he has been involved in the EU-funded Cutting Crime Impact (CCI) project at the Competence Center for Urban Security (KURBAS) at the State Office of Criminal Investigation (LKA) in Lower Saxony, Germany. From 2014 to 2016, he was a private lecturer in sociology, social policy and social work at the University of Fribourg. From 2007 to 2020, he was security manager of the city of Lucerne and, among other things, project manager of the Lucerne security reports. He has extensive experience in solving conflicts of use in public spaces.

Dr Chiara Ryffel works as a psychologist and human factors specialist in an assessment centre for High Reliability Organisations (HRO) at the Centre for Diagnostics, Traffic and Safety Psychology (ZDVS) at the Zurich University of Applied Sciences (ZHAW). Previously, she was a lecturer, research associate and project manager at the Centre for Aviation (ZAV) at ZHAW where she conducted research in the field of human performance and developed simulation-based training for HROs.

 



Bisherige CCI-Webinare

Die ausführlichen Infos und die Präsentationen finden Sie in der DPT-Dokumentation.

Für die Aufzeichnung (YouTube-Video) klicken Sie auf die jeweilige Grafik.

 

CCI-Prävinar #5 vom 13.7.2021

 

CCI-Prävinar #4 vom 15.6.2021

 

CCI-Prävinar #3 vom 18.5.2021

 

CCI-Prävinar #2 vom 29.4.2021

 

CCI-Prävinar #1 vom 2.3.2021

 

 


Wie funktioniert eigentlich ein Online-Seminar? Erfahren Sie mehr in unserem kurzen Erklärfilm.