Misogynie als Faktor von Radikalisierung

Rebecca Schönenbach
Frauen für Freiheit e.V.

In der aktuellen Debatte über rechtsextreme Attentäter wird der Hass auf Frauen als zentrales Motiv offensichtlich. Obwohl Misogynie sowohl bei rechtsextremen als auch bei islamistischen Radikalen augenscheinlich ist, wird bisher wenig über den Zusammenhang zwischen der Dehumanisierung von Frauen und Radikalisierung geforscht. Dieser Vortrag soll eine Übersicht über den Forschungsstand in Bezug auf Frauenverachtung als Faktor von Radikalisierung geben.
Während sich die Rekrutierungsmethoden online gleichen, sind die soziologischen Voraussetzungen der anvisierten Zielgruppen unterschiedlich. Die Rekrutierung im islamistischen Milieu verläuft überwiegend Peer-to-Peer. Internetforen und gezielte Online-Propaganda einschlägiger Organisationen verstärken dann die islamistischen Narrative. Der Verlauf der Radikalisierung kann nach neuerer Forschung (vergl. Tydecks 2021) als normenbasiertes Radikalisierungsschema dargestellt werden. Die „Incel-Bewegung“ mobilisiert dagegen zunächst meist online. Dabei ist in den von Rechtsextremisten besuchten Foren ein Wandel in der Instrumentalisierung von Rollenbildern zu beobachten.
Dieser Vortrag soll Parallelen und Unterschiede bei den Radikalisierungsverläufen besser erfassbar machen und die unterschiedlichen Funktionen von Frauenverachtung als Instrument der Radikalisierung verdeutlichen.

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