Rechtsgerichtete Online-Diskurse in sozialen Medien

Prof. Dr. Eva Groß
Hochschule in der Akademie der Polizei Hamburg
Julia Gundlach
Landeskriminalamt Niedersachsen
Dr. Melanie Verhovnik
Landeskriminalamt Niedersachsen

Forschung zu Radikalisierungsprozessen zeigt, v.a. mit Fokus auf islamistische Milieus, dass extremistische Radikalisierung nicht einfach als ideologische Mobilisierung oder kognitive Entwicklung spezifischer Weltanschauungen verstanden werden kann, sondern dabei spezifische Emotionen und affektive Zustände eine wesentliche Rolle spielen. Soziale Medien können eine Schlüsselrolle einnehmen, da es aufgrund der Eigenschaften des Web 2.0 zu beschleunigten emotionalen Ansteckungseffekten innerhalb extremistischer virtueller Communities kommen kann.
Unser Beitrag fokussiert auf das Tötungsdelikt im August 2018 in Chemnitz, bei dem es in der Folge zu gewalttätigen Ausschreitungen und Demonstrationen kam, zu denen rechte und rechtsextreme Gruppen aufgrund des Flüchtlingsstatus der mutmaßlichen Täter aufgerufen hatten. Mit einem Methodenmix aus quantitativen und qualitativen Diskurs- und Netzwerkanalysen gehen wir den Fragen nach, welche Themen den Online-Diskurs vor bzw. nach der Tat und weiteren Schlüsselereignissen in der Folge dominieren, welche Diskurselemente zum Aufheizen der Stimmung in sozialen Medien beitragen und ob bestimmte Akteure bei der Verbreitung spezifischer Inhalte eine besondere Rolle spielen. Von Interesse ist hierbei die emotionale Dynamik, die sich in kollektiven und individuellen Gefühlen niederschlägt und zur Mobilisierung potenzieller Anhänger genutzt wird.

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Extremismus Rechtsextremismus Radikalisierung