11.09.2019

OECD-Studie “Bildung auf einen Blick 2019”

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Organisation for Economic Co-operation and Development, OECD) hat am 10.09.2019 ihre Studie "Bildung auf einen Blick" veröffentlicht. Danach zahlt sich Bildung aus – je höher der Abschluss, desto besser im Schnitt die Berufs- und Verdienstaussichten. Das gilt für Deutschland und OECD-weit. Die wachsende Nachfrage nach höherer Bildung ist demnach eine positive Entwicklung, die allerdings durch kluge Maßnahmen für die Zukunftsfähigkeit der verschiedenen Bildungsangebote begleitet werden sollte. 

Die Studienergebnisse zeigen unter anderem, dass trotz steigender Studierendenzahlen an Fach- und Hochschulen und in der höheren beruflichen Bildung das Angebot die Nachfrage nach höheren Qualifikationen nicht überschreitet. Im Gegenteil: Wer einen höheren Bildungsabschluss besitzt, verdient im Schnitt mehr – und zwar über alle Fachrichtungen hinweg – und ist seltener arbeitslos.

 

In einer Presseinformation der OECD heißt es weiterhin: "Mit 88 Prozent ist die Beschäftigungsquote junger Erwachsener zwischen 25 und 34 Jahren mit Masterabschluss oder vergleichbarem Abschluss in Deutschland sehr hoch. Aber auch für junge Erwachsene mit mittlerem Bildungsabschluss (abgeschlossene Berufsausbildung, Abitur, nicht-tertiärer Bildung nach dem Sekundarbereich) sind die Beschäftigungsaussichten gut. Ihre Beschäftigungsquote hat sich in den vergangenen zehn Jahren von 78 auf 84 Prozent erhöht, wobei hier auch konjunkturelle Einflüsse eine Rolle spielen. Absolventen  der Geistes- und Sozialwissenschaften, des Journalismus und Informationswesens verdienten im Schnitt 33 Prozent mehr als Menschen mit höherer Sekundarbildung. Absolventen aus dem Bereich Ingenieurwesen, verarbeitendes Gewerbe und Baugewerbe sogar durchschnittlich 116 Prozent mehr. Insgesamt investiert Deutschland 4,2 Prozent seiner Wirtschaftsleistung in Bildung. Die OECD-Länder im Schnitt investieren 5,0 Prozent des BIP. Insbesondere in der Grundschulbildung, also dort wo am ehesten Bildungsnachteile ausgeglichen werden können und die gesellschaftlichen Renditen aus Bildung besonders hoch sind, sind die Investitionen in Deutschland vergleichsweise niedrig. Für frühkindliche Bildung werden im internationalen Vergleich vergleichsweise viele Mittel aufgewendet, allerdings wird ein knappes Fünftel der Kosten von den privaten Haushalten getragen. Auch in der tertiären Bildung sind die Investitionen vergleichsweise gering, wenn man die Ausgaben für Forschung und Entwicklung, die Studierenden nur mittelbar zugutekommen, unberücksichtigt lässt. Allerdings zeigen internationale Vergleiche auch, dass höhere Investitionen nicht unbedingt mit bessere Leistungen einhergehen."

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