09.07.2019

Größte repräsentative Studie zu Hate Speech im Internet

Wegen Hass und Hetze im Internet bekennen sich mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland (54 Prozent) seltener zu ihrer politischen Meinung. Das ist ein Ergebnis der bisher umfassendsten bundesweiten Studie „#Hass im Netz“ von Campact und dem Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ). Damit wird Hassrede im Internet zur Bedrohung für Meinungsvielfalt, -freiheit und die Demokratie in Deutschland. Für die Studie wurden im April und Mai 2019 über 7.300 Menschen in repräsentativer Zusammensetzung befragt. (Zusammenfassung der Ergebnisse)

72 Prozent der Befragten sorgen sich, dass durch Hate Speech auch die Gewalt im Alltag zunimmt. Nur zwölf Prozent der Befragten sind der Meinung, die Bundesregierung tue genug gegen Hass und Hetze im Internet. Junge Menschen sind besonders stark betroffen: während 40 Prozent der Befragten angeben, bereits Hate Speech im Internet beobachtet zu haben, sind es bei den 18 bis 24-Jährigen sogar 73 Prozent. Jeder Zwölfte wurde schon persönlich durch Hasskommentare angegriffen, bei den jungen Erwachsenen ist es mehr als jeder Sechste. Die Studie schlüsselt die Ergebnisse auch nach Bundesländern auf. 2018 hatten IDZ und Campact bereits diese Befragung in Hessen durchgeführt.

Campact fordert für den Kampf gegen Hassrede im Netz u.a. zentrale Ermittlungsstellen in den Bundesländern, Spezial-Staatsanwaltschaften und Fortbildungen in Schulen. Betroffene brauchen vereinfachte Klagemöglichkeiten, um vor Gericht nicht mehr in Vorkasse gehen zu müssen. Eine breite Mehrheit von zwei Dritteln bis drei Vierteln der Studienteilnehmern schließt sich diesen Forderungen an. Die Campact-Petition zum Thema haben bereits über 200.000 Menschen unterzeichnet.

Ein Service des deutschen Präventionstages.
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