Soziale Medien und Kriminalitätsfurcht

Thomas A. Fischer
Deutsches Jugendinstitut e.V.
Dr. Diana Willems
Deutsches Jugendinstitut e.V.

Was stellt für die Allgemeinheit Sicherheit dar? Welche Faktoren beeinflussen das Sicherheitsgefühl der Menschen in ihrem alltäglichen Handeln? Und wie stehen diesem subjektiven Sicherheitsempfinden wissenschaftliche Erkenntnisse gegenüber? Die Kriminologie setzt sich seit den 1960er Jahren unter den Stichworten Kriminalitätsfurcht, Kriminalitätsbelastung oder (Un-)Sicherheitsgefühl mit diesen Fragen auseinander. Ausgehend von zentralen Erkenntnissen der Forschung zu diesem Themenbereich soll in dem Beitrag der Fokus auf die Bedeutung sozialer Medien für das Sicherheitsempfinden und kriminalitätsbezogene Einstellungen von Jugendlichen und Heranwachsenden gelegt werden: Die mit Abstand meisten Erfahrungen, die mit Kriminalität gesammelt werden, sind sekundärer Natur, insbesondere vermittelt durch die Medien. Dabei ist ein Zusammenhang zwischen Mediennutzung und Kriminalitätsfurcht vor allem dann zu erwarten, wenn die Medieninhalte Bezüge zu den Erfahrungen und Einstellungen der Rezipierenden aufweisen. Angesichts der in sozialen Netzwerken oftmals zu beobachtenden homogenen Wahrnehmungen des Problems „Kriminalität“ und des dort stattfindenden Austauschs Gleichgesinnter, sind soziale Medien heute als ein zentraler Einflussfaktor für die Entstehung und die Verfestigung kriminalitätsbezogener Einstellungen und Unsicherheiten anzusehen (Stichwort: Echokammer-Effekt).

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