(Extremismus)Prävention durch Mediation und Gesprächsgruppen

Tina Heise
Cultures Interactive e.V.

Gruppenbezogene Abwertungsmuster, „raue Sitten“, Mobbing und Fremdenfeindlichkeit bei Schüler*innen lassen sich im Unterricht kaum bearbeiten. Information, Aufklärung und moralische Appelle verpuffen zumeist. Anders ist es, wenn durch Bezug auf persönliche Erlebnisse und Konfliktereignisse die affektive Ebene angesprochen wird. Vertrauensvolles Erzählen und Zuhören im geschützten Rahmen machen es möglich, dass alltagsweltliche und konflikthafte Erfahrungen zur Sprache kommen – und hitzige Diskussionen unterbleiben können. Im narrativen Austausch und im Mediations-Dreieck findet Persönlichkeitsentwicklung statt. Es wird die Neugier auf bisher Unbekanntes und der Wunsch nach demokratischer Gemeinsamkeit geweckt.
Das Modellprojekt (der bpb) erprobt narrative Gesprächsgruppen und Mediationssettings an ländlichen Schulen. Diese werden in der Unterrichtszeit themenoffen moderiert und Bezüge zum Lehrplan entwickelt. Spontane Themen sind z.B. „die turbulente Klassenfahrt“, Mädchen-Jungen, die „Probleme mit den Geflüchteten“, die „schwierigen Lehrer*innen“, die „dauernde Unfreundlichkeit“ in der Stadt, „wie Chris von Nazis verprügelt wurde“, „Ist das ‘ne Selbsthilfe-Gruppe hier? Ich bin doch kein Opfer!?“, usw. Das Mediations-Dreieck erfolgt bei klassenübergreifenden Konflikten. Vielfältige gesellschaftliche und politische Dimensionen stellen sich stets von ganz allein her.

verwandte Schlüsselbegriffe

Schule Mobbing Mediation Rechtsextremismusprävention