Obwohl Einstiege in extremistische Szenen in der Regel erst im Jugendlichenalter erfolgen und sich politische Orientierungen nach der Grundschulzeit zu politischer Identität formen, kann bereits in Kita und Grundschule primäre Prävention sinnstiftend umsetzt werden. Lehrkräfte haben eine wichtige Vorbildfunktion und können einen wesentlichen Beitrag zur Prävention von „Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“, Gewalt und Extremismus leisten – sowohl im Unterricht als auch bei der Gestaltung des Schullebens.
Damit Prävention in der Grundschule erfolgreich umgesetzt werden kann, sollten Lehrkräfte bestimmte Gelingensfaktoren berücksichtigen. Einerseits gilt es einen verantwortungsvollen pädagogischen Rahmen einzuhalten. Andererseits müssen Lehrkräfte auch über die aktuellen Erscheinungsformen von Extremismus informiert sein, Ursachen von Radikalisierung kennen und sachkompetent mit geeigneten Formen der praktischen Umsetzung umgehen können.
Aus Studien wissen wir, dass vor allem solche Maßnahmen wirkungsvoll sind, die sozial-kognitive Grundfertigkeiten fördern. Besonders im Grundschulalter ist es wichtig, dass Kinder prosoziales Verhalten erlernen und ihre soziale Wahrnehmung und Handlungsplanung verbessern. Dazu gehört es, den Kindern positive Erfahrungen mit sozialer Diversität zu ermöglichen und reflektiert mit Vorurteilen umzugehen. Sinnvoll sind frühe und vielfältige Kontakte zu verschiedenen sozialen Gruppen bis hin zur Entwicklung von Freundschaften.

verwandte Schlüsselbegriffe

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