31.12.2018

Ziele für nachhaltige Entwicklung: Bericht 2018

Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung wurde von allen Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen im Jahr 2015 angenommen und bietet ein gemeinsames Konzept für Frieden und Wohlstand für die Menschen und den Planeten, jetzt und in der Zukunft. Im Mittelpunkt stehen die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs), die einen dringenden Handlungsbedarf für alle Länder - entwickelte und sich entwickelnde - in einer globalen Partnerschaft darstellen. Sie erkennen an, dass die Beendigung von Armut und anderen Benachteiligungen Hand in Hand gehen muss mit Strategien zur Verbesserung von Gesundheit und Bildung, zur Verringerung der Ungleichheit und zur Ankurbelung des Wirtschaftswachstums - und das alles bei gleichzeitiger Bekämpfung des Klimawandels und zur Erhaltung unserer Ozeane und Wälder.

Im SDG-Bericht 2018 der Vereinten Nationen schreibt UN-Generalsekretär Antonio Guterres: "Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung bietet einen globalen Plan dafür, wie Würde, Frieden und Wohlstand für die Menschen und die Erde jetzt und in Zukunft zu verwirklichen sind. In ihrem nunmehr dritten Umsetzungsjahr sind die Länder dabei, diese gemeinsame Vision in nationale Entwicklungspläne und -strategien zu überführen. Der Bericht 2018 über die Ziele für nachhaltige Entwicklung wirft ein Schlaglicht auf die Fortschritte, die in vielen Bereichen der Agenda 2030 erzielt werden. Seit der Jahrtausendwende sind die Müttersterblichkeitsrate in Afrika südlich der Sahara um 35 Prozent und die Sterblichkeit von Kindern unter 5 Jahren um 50 Prozent gesunken. In Südasien ist für Mädchen die Gefahr, im Kindesalter verheiratet zu werden, um mehr als 40 Prozent zurückgegangen, und in den am wenigsten entwickelten Ländern hat sich der Anteil der Bevölkerung mit Zugang zu Elektrizität mehr als verdoppelt. Weltweit gesehen ist die Arbeitsproduktivität gestiegen, und die Arbeitslosenquote ist gesunken. In mehr als 100 Ländern gibt es Maßnahmen und Initiativen für nachhaltigen Konsum und nachhaltige Produktion.

Der Bericht zeigt jedoch auch, dass in einigen Bereichen die Fortschritte nicht ausreichen, um die Ziele und Zielvorgaben der Agenda bis 2030 zu erreichen. Dies gilt insbesondere für die am stärksten benachteiligten und marginalisierten Gruppen. Jugendliche sind dreimal so häufig von Arbeitslosigkeit betroffen wie Erwachsene, und weniger als die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen erfüllen die Mindeststandards im Lesen und Rechnen. 2,3 Milliarden Menschen hatten 2015 noch immer keinen Zugang zu einfachster Sanitärversorgung, und 892 Millionen Menschen verrichteten ihre Notdurft weiter im Freien. Fast eine Milliarde Menschen, vorwiegend auf dem Land, haben nach wie vor keinen Zugang zu Elektrizität. In Afrika südlich der Sahara beträgt die HIV-Inzidenz bei Frauen im gebärfähigen Alter das Zehnfache des weltweiten Durchschnitts. Neun von zehn Stadtbewohnern sind Luftverschmutzung ausgesetzt. Und wenn auch einige Formen der Diskriminierung von Frauen und Mädchen abnehmen, so hindert die Ungleichstellung der Geschlechter Frauen doch weiter an der Entfaltung ihres Potenzials und beraubt sie grundlegender Rechte und Chancen.

Konflikte, Klimawandel und wachsende Ungleichheit schaffen zusätzliche Herausforderungen. Nachdem die Zahl der unterernährten Menschen lange Zeit zurückgegangen war, stieg sie 2016 auf 815 Millionen, gegenüber 777 Millionen im Vorjahr, was hauptsächlich auf Konflikte, Dürren und mit dem Klimawandel verbundene Katastrophen zurückzuführen war. Die Hurrikan-Saison im Nordatlantik war 2017 so kostspielig wie noch nie, und die globale Durchschnittstemperatur lag über die vergangenen fünf Jahre hinweg höher als je zuvor. Nur wenn wir genau wissen, wo wir stehen, können wir den Weg zur Verwirklichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung klar vorzeichnen. Daher befasst sich dieser Bericht auch mit den Herausforderungen bei der Sammlung, Verarbeitung, Analyse und Verbreitung verlässlicher, aktueller, zugänglicher und ausreichend aufgeschlüsselter Daten und fordert eine bessere datengestützte Politikgestaltung. Dank moderner Technologie lassen sich die Daten zusammenstellen, die wir benötigen, um unser Versprechen, niemanden zurückzulassen, einzulösen. Zur Nutzung der heute verfügbaren Werkzeuge sind jedoch politische Führungsverantwortung, Ressourcen und Engagement erforderlich.

Bis zum Ablauf der Frist im Jahr 2030 verbleiben nur noch 12 Jahre; daher müssen wir Handlungsdruck schaffen. Die Verwirklichung der Agenda 2030 verlangt sofortiges und beschleunigtes Handeln seitens der Länder sowie kooperative Partnerschaften zwischen Regierungen und Interessenträgern auf allen Ebenen. Die ambitionierte Agenda erfordert tiefgreifende Veränderungen – weiterzumachen wie bisher reicht nicht aus. Die Vereinten Nationen tun das Ihre, indem sie Reforminitiativen zur Neupositionierung des Entwicklungssystems der Vereinten Nationen zur Verwirklichung der Agenda 2030 in Gang gesetzt haben, die die Wirksamkeit, die Kohäsion und die Rechenschaftslegung verbessern sollen. Wir stehen bereit, gemeinsam mit allen Mitgliedstaaten daran zu arbeiten, die Ziele für nachhaltige Entwicklung überall und für alle Menschen zu erreichen."

Ein Service des deutschen Präventionstages.
www.praeventionstag.de


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