Bildungspotenziale im Sport – ein vernachlässigtes Feld der Bildungsdebatte?

Prof. Dr. Nils Neuber
Westfälische Wilhelms-Universität

In der gegenwärtigen Bildungsdebatte setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass das Lernen von Kindern und Jugendlichen nicht allein auf staatliche Institutionen, wie Kinder-tagesstätten und Schulen, begrenzt ist. Vielmehr rücken neben formalen Bildungsmodalitäten non-formale und informelle Lernprozesse in den Fokus der Aufmerksamkeit. Das Feld von Bewegung, Spiel und Sport wird dabei bislang weitgehend ausgeklammert. Das ist umso er-staunlicher, als der Sport zu den häufigsten und wichtigsten Freizeitaktivitäten von Kindern und Jugendlichen zählt. Über 90 Prozent der Heranwachsenden verfügen am Ende des Jugendalters über Sportvereinserfahrung.
Der Sport bietet Mädchen und Jungen nicht nur Möglichkeiten einer sinnvollen Frei-zeitgestaltung, sondern er eröffnet ihnen auch erfolgversprechende Lern- und Entwicklungs-gelegenheiten. So lassen sich psychosoziale Ressourcen im Sport gezielt entwickeln, zugleich bietet der Sportverein den Rahmen für einen informellen Kompetenzerwerb, der für das Leben in modernen Gesellschaften hoch bedeutsam ist. Ausgehend von einem Überblick über die aktuelle Bildungsdebatte werden im Vortrag sportpädagogische Konzepte und empirische Befunde zur Bildungsbedeutung des Sports vorgestellt. Im Vordergrund stehen neuere Studien zum informellen Lernen.

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