Gewaltberichterstattung

Dr. Thomas Hestermann
Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation MHMK

Wie das Fernsehen über kriminelle Gewalt berichtet, hat Folgen. Aufsehenerregende Verbrechen werden zunehmend in den sozialen Netzwerken diskutiert und vielfach als Versagen des Staates kritisiert. So wächst das Bedürfnis, das Verbrechen mit harten Strafen zu bannen – auch wenn die Medienwirklichkeit des Bösen mit Kriminalstatistiken wenig zu tun hat. Der Medienwissenschaftler und Fernsehjournalist Dr. Thomas Hestermann hat Programmverantwortliche interviewt und ihre Berichterstattung untersucht. Seine Analyse der reichweitenstärksten Nachrichten- und Boulevardsendungen des deutschen Fernsehens seit 2005 beleuchtet die Muster, nach denen die Klischees von Gewalt entstehen. So zeigt das Fernsehen vor allem junge und weibliche Opfer, während ältere und ausländische Betroffene kaum eine Rolle spielen. Die Analyse zeigt zugleich Wege, wie die Prävention stärker zum Medienthema werden könnte.

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