Ehrenamtliche Polizei als Scharnier zwischen Bürger und Polizei? - Eine Evaluation des Hessischen Freiwilligen Polizeidienstes

Hermann Groß
Verwaltungsfachhochschule Wiesbaden

Justus-Liebig-Universität Gießen & WEISSER RING e. V.

Der Freiwillige Polizeidienst in Hessen wurde im Rahmen einer von der CDU initiierten „neuen Sicherheitsarchitektur“ als Pilotprojekt Mitte 2000 eingeführt und inzwischen auf alle Polizeipräsidien und rund 100 Kommunen ausgedehnt. Mit seiner Zielsetzung, hauptberufliche Polizei zu entlasten durch zusätzliche Polizeipräsenz, ehrenamtliches Engagement zu fördern und das Sicherheitsgefühl zu stärken, kann er zum Scharnier zwischen Bürger und Polizei werden, wenn Grenzen beachtet werden. Als ehrenamtliches Bürgerengagement im Bereich Innere Sicherheit lässt er sich theoretisch den Konzepten des „problem-oriented policing“ und kommunaler Kriminalprävention zuordnen.
In der Pilotphase wurde 2001 eine erste, 2007 von den Verfassern eine zweite Evaluation durchgeführt. Das komplexe methodische Design umfasste zuletzt schriftliche standardisierte Befragungen bei allen aktiven Angehörigen des Freiwilligen Polizeidienstes (N=586), bei allen mit deren Einsatz befassten Vollzugsbeamten (N=470), ferner 582 standardisierte Interviews zufällig ausgesuchter Bürger bei 60 repräsentativ ausgewählten Standorten und Einsätzen von ehrenamtlicher Polizei sowie ergänzende Gruppengespräche mit Dienstgruppenleitern.
Die Ergebnisse beider Evaluationen stimmen weitgehend überein. Bürger schätzen die Einrichtung überwiegend positiv ein und fühlen sich im Sicherheitsgefühl gestärkt. Bei den Ehrenamtlichen fällt die Beurteilung durchweg sehr günstig aus. Erwartungsgemäß ist die Einschätzung durch Vollzugspolizei ambivalent und tendenziell eher skeptisch.

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