Jugendliche als Medienscouts

Dr. Bojan Godina
Institut für kulturrelevante Kommunikation und Wertebildung (IKU)
Leo Keidel
Polizeipräsidium Aalen

Die Gewaltbereitschaft unter Kindern und Jugendlichen nimmt beständig zu. Die Medien spielen dabei in mehrfacher Hinsicht eine Verstärkerrolle. Einerseits stehen den Medienmachern heute Beeinflussungsmethoden zur Verfügung, durch die z. B. Gewalt in Fernsehen und Computerspielen unterschwellig mit ausgeklügelten Techniken verherrlicht wird. Andererseits bauen Medien durch subtile Marketingstrategien unerreichbare Statussymbole und Scheinwelten auf, denen manche Jugendliche nicht mehr genügen können, innerlich resignieren oder aggressive (Aus)Wege aufsuchen. Hier setzt das an der Universität Heidelberg im Rahmen einer Dissertation entwickelte und inzwischen erweiterte Präventionskonzept ein. Durch die Zusammenarbeit von Bildungs- und Medienforschern (K.W.Schönherr), Medienmachern (H.Grübele) und der Kriminalpolizei (L.Keidel) werden Schüler in einem 40-stündigen Blended-Learning Setting zu Mediascouts ausgebildet, um anschließend als kleines Team im Schulunterricht (z. B. Kunst, Religion) ihre Mitschüler über mediale Beeinflussungsstrategien aufzuklären und sie anhand der Menschenrechte in Richtung einer werteorientierten Medienpädagogik zu fördern. Die Vorstufen zum Projekt wurden zwischen 2004-2007 an einigen Schulen in Brandenb. und Bayern wiss. evaluiert (Godina 2007). 2009 begann man mit Planungen und Umsetzung des erweiterten Projektes in Winnenden, Darmstadt und Freiburg

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