Hilfen für Kinder von Inhaftierten - Eltern-Kind-Projekt-Chance

Horst Belz
Badischer Landesverband für soziale Rechtspflege

Wissenschaftliche Untersuchungen in den USA ergaben, dass dort 50% aller Inhaftierten Kinder unter 18 Jahren haben; bei den weiblichen Gefangenen sind es sogar bis zu 80 Prozent. Die Inhaftierung eines Elternteils hat zum Teil gravierende Auswirkungen auf die Kinder, neben Schlaflosigkeit, Depressivität und Schuldgefühlen kann es zu Bindungsstörungen kommen. Die Gefahr dieser Kinder selbst einmal straffällig zu werden, ist fünf Mal höher als bei Gleichaltrigen.
Um diesen Auswirkungen zu begegnen, wurden von der Universitätsklinik Ulm 56 Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen der freien Straffälligenhilfe geschult, damit sie den betroffenen Kindern die erforderlichen Hilfen anbieten können. Die Vereine und Verbände des Netzwerks Straffälligenhilfe in Baden-Württemberg (Badischer Landesverband für soziale Rechtspflege, Der Paritätische, Verband für Bewährungs- und Straffälligenhilfe Württemberg e.V.) bieten seit Mitte 2011 landesweit flächendeckend in 22 Einrichtungen Hilfen für diesen Personenkreis an. Das neue „Eltern-Kind-Projekt Chance“ wird finanziert durch die Landesstiftung Baden-Württemberg, Träger des Projekts ist der Verein Chance e.V., die wissenschaftliche Evaluation erfolgt ebenfalls durch die Kinder- und Jugendpsychiatrie Ulm.
Im Vortrag werden das landesweit geltende Qualitätskonzept und die bisherigen, so völlig unerwarteten, Ergebnisse des Projekts vorgestellt.

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