Gewalt als Lernchance. Jugendliche und Gewaltprävention

Bernd Holthusen
Deutsches Jugendinstitut e.V.
Christian Lüders
Deutsches Jugendinstitut e. V.

Gewalt im Kindes- und Jugendalter kann nur nachhaltig entgegengewirkt werden, wenn man sich mit ihr alters- und situationsangemessen offensiv auseinandersetzt. Gewaltfreiheit bzw. die Ächtung von Gewalt stellen nach wie vor erstrebenswerte und universell gültige Ziele im Zusammenleben von Menschen dar. Zugleich erweist sich aber Gewalt gerade im Kindes- und Jugendalter in ihren unterschiedlichen Formen immer auch als ein Phänomen aller bekannten Gesellschaften. Gewalt ist unter diesen Bedingungen deshalb immer auch ein Anlass und eine Chance zum Lernen für alle Beteiligten. Schon ein kursorischer Blick belegt, in welch ausgeprägtem Maße mittlerweile im Bereich der familialen Erziehung, der Schule, in den verschiedenen Feldern der Kinder- und Jugendhilfe, der Justiz und auch bei der Polizei gewaltpräventive Ansätze im Kindes- und Jugendalter letztendlich auf das soziale Lernen von Kindern und Jugendlichen und den entsprechenden Kompetenzerwerb als dem wesentlichen Modus der Bewältigung und der frühzeitigen Vermeidung von Gewalt setzen. Gewalttätiges Handeln in der präventiven Arbeit mit Kindern und Jugendlichen als Lernchance aufzufassen impliziert dabei nicht, wie dies oftmals unterstellt wird, Gewalt zu akzeptieren, kleinzureden und für alles Verständnis zu haben, gleichsam – wie das Klischee es nahe legt – „kuschelpädagogisch“ – zu verharmlosen. Vielmehr geht es darum, den Bedingungen und Chancen des Kindes- und Jugendalters als Entwicklungsphase gerecht zu werden.

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