Partnerschaftsgewalt und Polizeivertrauen
Jacqueline D. Oppers
Bergische Universität Wuppertal
Internationale Forschung zeigt, dass wahrgenommene Diskriminierung und institutioneller Rassismus den Zugang muslimischer Frauen zu polizeilichen Schutz- und Interventionsmaßnahmen in Fällen von Partnerschaftsgewalt (PG) erschweren. Diese Befunde sind auch hierzulande relevant, da das Vertrauen in die deutsche Polizei je nach ethnisch-kulturellem und religiösem Hintergrund ungleich verteilt ist – mit Folgen für die Inanspruchnahme von Gewaltschutzmaßnahmen sowie den Zugang zu Beratungs- und Unterstützungsstrukturen. Vor diesem Hintergrund rückt die Frage in den Fokus, inwiefern kultur- und religionssensible Polizeiarbeit geeignet ist, Zugänge zum Schutz- und Hilfesystem zu verbessern. Im Forschungsprojekt DIALOGisch werden hierzu mittels qualitativer Forschung die Perspektiven von muslimischen Frauen, Polizeibeamt*innen und Fachkräften aus dem Hilfesystem untersucht, um Spannungsfelder zwischen professionellen Standards, kultureller und religiöser Vielfalt und individuellen Schutzbedarfen zu identifizieren. Der Vortrag diskutiert Potenziale kultur- und religionssensibler Ansätze für den Vertrauensaufbau im Bereich der PG ebenso wie ihre praktischen und institutionellen Grenzen im polizeilichen Alltag und reflektiert, wie daraus Impulse für eine differenzierte Präventions- und Interventionspraxis abgeleitet werden können.
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