„Fußfessel“ für Gewalttäter: Game Changer in der Prävention?
Dr. Sebastian Gölly
Universität Graz
Die weite Verbreitung von Gewalt im sozialen Nahraum und die medial präsente Vielzahl schwerer und schwerster Gewaltdelikte insbesondere gegen Frauen rückt die Notwendigkeit (noch) umfassenderer Präventionsbemühungen – glücklicherweise – immer stärker in den Fokus der Öffentlichkeit. Zuletzt wird dabei von der Politik, aber auch von einigen Opferschutzeinrichtungen immer wieder eine elektronische, GPS-gestützte Überwachung von Gewalttäter:innen bzw. Gefährder:innen („Fußfessel“) angedacht, die einen neuen Meilenstein in der Gewaltprävention darstelle. Diese Technologie eröffnet zweifellos neue Präventionsmöglichkeiten, es bedarf aber z.B. auch grundlegender Differenzierungen und der Betrachtung wesentlicher Grenzen praktischer wie rechtlicher Natur. So sind etwa mögliche Varianten einer solchen Überwachung zu unterscheiden (Ausstattung auch der Opfer mit Sendern; Echtzeit-Überwachung und/oder Aufzeichnung der Standorte; …) und es ist nach möglichen (psychischen) Auswirkungen der Überwachung.
