Spezialprävention und Künstliche Intelligenz
Mag. Dr. Nina Kaiser
Universität Graz
Zwischen Individualität und Homogenität: Der Vortrag widmet sich grundsätzlichen Fragen rund um die Integration von „smarten“ Assistenz- und Entscheidungssystemen für ihren potenziellen Einsatz in der Strafzumessung und Prognose. Erörtert werden dabei insbesondere (rechtliche und tatsächliche) Grundvoraussetzungen der Präventionsprüfung und Interventionsplanung sowie der mögliche Anwendungsrahmen von Künstlicher Intelligenz im Lichte aktueller gesetzlicher Entwicklungen. Dabei wird auch auf ausgewählte, internationale Praxisbeispiele Bezug genommen. Bereits zahlreiche Forschungsarbeiten haben die vorherrschende Heterogenität der Strafenpraxis belegt, die in Österreich häufig als ‚West-Ost-Gefälle‘ bezeichnet wird. Zentral im Rahmen des Vortrages wird daher insbesondere die Frage sein, ob und inwiefern eine Steigerung der Homogenität der Strafzumessungspraxis durch ein rechnerisches, künstliches, insofern generealisierendes Modell, ein „besserer“ Weg innerhalb einer individuellen Strafenpraxis sein kann.
