Solingen 2024: Diskurs, Framing und gesellschaftliche Folgen

Alexander Gesing
IFAK e.V. – Verein für multikulturelle Kinder- und Jugendhilfe - Migrationsarbeit

Nach dem Anschlag von Solingen am 23. August 2024 wurden Forderungen nach politischen Konsequenzen von verschiedenen Seiten laut. Dabei rückte schnell der Fluchthintergrund des mutmaßlichen Attentäters in den Vordergrund. Von einem „faktischen Aufnahmestopp“, strengeren Regelungen zur Abschiebung und beschleunigten Rückführungen war die Rede. Mit verschiedenen Maßnahmen wurde in der Folge versucht, das Asylrecht in Deutschland zu verschärfen. Der Vortrag geht auf Basis der Ergebnisse einer Dokumenten- und Medienanalyse den Fragen nach, wie die Themen Migration, Radikalisierung und Gewalt in Verbindung mit dem Anschlag dargestellt und geframed wurden und wie sich dieser Diskurs gesellschaftlich auswirken kann. Ein Fokus liegt dabei auf dem Empfinden und Erleben der von der Themensetzung besonders betroffenen Gruppe der Geflüchteten. Darüber hinaus wird diskutiert, wie islamistische Akteure die Debatte aufgreifen und für sich nutzen. Und der Frage nachgegangen welche Macht Sprache hier in den beteiligten gesellschaftlichen Lagern entwickeln kann, wie sie sich gegenseitig bedingt und wie der öffentliche Diskurs ggf. direkt und verstärkend auf Radikalisierungsfaktoren wirken kann. Unter Berücksichtigung von Push- und Pullfaktoren, sowie Risiko- und Schutzfaktoren hinsichtlich einer Radikalisierung werden die zuvor erhaltenen Ergebnisse aufgearbeitet und ein Ausblick gewagt.
Vortrag Joest Gesing
(Deutsch, PDF)

Zitation

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