Quartiersentwicklung als Gewaltprävention in Großsiedlungen?

Dr. Albrecht Lüter
CAMINO - Werkstatt für Fortbildung, Praxisbegleitung und Forschung im sozialen Bereich gGmbH

Angesichts angespannter Wohnungsmärkte lassen sich in großstädtischen Räumen schleichende Peripherisierungs- und Segregationsprozesse verzeichnen. Sie gehen mit einer Verdichtung von sozialen Problem- und Konfliktlagen in Großsiedlungen einher, die oftmals als Auftrag für urbane Sicherheit und Prävention verstanden werden. Als Schauplätze der Silvesterereignisse 2022 sind einige Berliner Großsiedlungen in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung geraten, einige Programme der Stadtentwicklung widmen sich in Berlin verstärkt der Sicherheitsgewährleistung in Großsiedlungen. Der Vortrag verbindet eine Bestandsaufnahme zu Konfliktlagen im Quartier mit einer Analyse aktueller Ansätze der quartiersbezogenen Prävention. Die sozialräumliche Bestandsaufnahme richtet sich insbesondere auf die Rekonstruktion der Perspektiven von Siedlungsbewohnenden selbst. Sie verknüpft Ergebnisse einer am CTC-Ansatz orientierten Pilotstudie im Märkischen Viertel mit Feldforschungen in der High-Deck-Siedlung im Bezirk Neukölln. Unsicherheitswahrnehmungen im Quartier können zudem Polarisierungsdynamiken auslösen und desintegrative Effekte entfalten: Szenarien einer sozialintegrativen Konflikttransformation bieten Alternativen, erfordern aber gezieltes Engagement von Akteuren der Stadt- und Quartiersentwicklung in der Prävention. Referenzstudien verfügbar als Berliner Forum Gewaltprävention (Nr. 79 und 81).

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