Prävention schwerer, zielgerichteter Gewalt im Netzwerk

Alexandra Huber
Förderverein Ambulante Krisenhilfe e.V.
Heike Krämer
Polizeipräsidium Mittelfranken

In Mittelfranken existiert seit einigen Jahren ein institutionsübergreifendes Früherkennungsprogramm zur Verhinderung schwerer, zielgerichteter Gewalttaten - das Bedrohungsmanagement Mittelfranken. Im Kern geht es darum, potenzielle Hochrisikofälle frühzeitig zu erkennen, strukturiert zu analysieren und geeignete Maßnahmen zu deren Verhinderung zu ergreifen. Dies geschieht in einem Netzwerk aus kommunalen Behörden, psychosozialen Einrichtungen und weiteren relevanten Akteurinnen und Akteuren wie das örtlich zuständige Polizeipräsidium.
Alleinstellungsmerkmal des mittelfränkischen Modells ist die zivilgesellschaftliche Verankerung der Meldestelle und der Netzwerksteuerung bei einem unabhängigen, gemeinnützigen Verein. Dadurch bietet es eine niedrigschwellige Ergänzung zum polizeilichen Bedrohungsmanagement und ermöglicht ein frühzeitiges Erkennen, Einschätzen und Entschärfen möglicher schwerer Gewalttaten. Zusätzlich werden die Sensibilität für Risikofaktoren und Warnverhalten sowie die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Netzwerk verbessert und gestärkt.

verwandte Schlüsselbegriffe

Gewaltprävention Vernetzung Interdisziplinarität Bedrohungsmanagement Risikoanalyse Fallmanagement