Kommunale Kriminalprävention: Zustand und Nachhaltigkeit
Johannes Maaser
Universitätsstadt Marburg
Prof. Dr. Ulrich Wagner
Philipps-Universität Marburg
Kriminalprävention soll effektiv und effizient sein. Voraussetzungen dafür sind der Aufbau geeigneter Strukturen, die Entwicklung gemeinsamer Standards für die beteiligten Präventionsakteur*innen und die Orientierung an wissenschaftlicher Wirkungsprüfung. Zur Ermittlung der Strukturen kommunaler Kriminalprävention wurden die 50 größten hessischen Städte befragt: In etwa 2/3 der teilnehmenden Kommunen (n=35) gibt es feste Krimanalpräventionsstrukturen. Häufig sind diese allerdings wenig ausdifferenziert. Auffällig ist auch, dass oft wichtige Akteure der Gewaltprävention, wie die Schule, die Justiz und Bürger*innen, als feste Partner in der Präventionsarbeit fehlen. Einzelne Beccaria-Standards für präventive Projekte werden zum Einsatz gebracht, allerdings selektiv: nur 30% der befragten Kommunen ziehen aus ihren Arbeiten Schlussfolgerungen und/oder dokumentieren ihre Projekte, was die Frage der Nachhaltigkeit kommunaler Kriminalprävention und aktueller Kriminalprävention generell aufwirft.
