Intimizide nach Trennungen: Stalking und Präventionsansätze
Prof. Dr. Thomas Görgen
Deutsche Hochschule der Polizei
Stefanie Horn
Deutsche Hochschule der Polizei
Durchschnittlich wird in Deutschland pro Tag polizeilich mindestens ein versuchtes oder vollendetes Tötungsdelikt in Partnerschaften und Ex-Partnerschaften registriert. Ein hoher Anteil hiervon entfällt auf Taten, die sich im Kontext von Trennungen oder nach deren Vollzug ereignen. In internationalen Studien wird – in der Regel ohne Differenzierung zwischen Taten in bestehenden Beziehungen und solchen nach Trennung – die hohe Prävalenz von Stalking im Vorfeld von Intimiziden betont. Die hier vorgestellte Studie geht der Frage nach, inwieweit, in welcher Form und unter welchen Randbedingungen Menschen, die im Nachgang zu einer Trennung ihre Intimpartnerinnen oder partner töten (oder zu töten versuchen), zuvor gegenüber den Opfern Stalkingverhalten zeigen. Auf der Grundlage einer aktenbasierten Analyse von Post-Trennungs-Intimiziden wird die Phänomenologie von Stalking im Vorfeld einschlägiger Delikte analysiert und es werden demographische, situative und verhaltensbezogene Charakteristika untersucht.
