Hasskriminalität in mehrfach marginalisierten Gruppen
Lukas Boll
Landeskriminalamt Niedersachsen
Das Phänomen vorurteilsmotivierter Straftaten, auch bezeichnet als Hasskriminalität, rückt im zunehmend in den Fokus öffentlicher Diskussionen. Bestehende Studien befassen sich zwar mit der Viktimisierung durch vorurteilsgeleitete Taten in einzelnen gesellschaftlichen Gruppen, die Betroffenheit von Hasskriminalität in mehrfach marginalisierten Gruppen wurde bislang jedoch kaum wissenschaftlich untersucht. Der Vortrag geht auf diese Forschungslücke ein. Anhand einer Stichprobe von 11.306 Personen aus Hannover und Hamburg werden Risikofaktoren für die Viktimisierung von Hasskriminalität untersucht. Dabei wird mit Hilfe des Konzepts der Intersektionalität ein besonderes Augenmerk auf die Kombination verschiedener Risikofaktoren gelegt. In der statistischen Auswertung zeigt sich beispielsweise, dass eine Fremdwahrnehmung als „nicht deutsch aussehend“ für männliche und weibliche Befragte das Risiko vorurteilsmotivierter Viktimisierung steigert. Bei queeren Befragten lässt sich dieser Einfluss hingegen nicht festst
