Antisemitismus aus jüdischer Perspektive

Prof. Dr. Joachim Häfele
Institut für Kriminalitäts- u. Sicherheitsforschung (IKriS), Polizeiakademie Niedersachsen

In Deutschland ist die Zahl der offiziell registrierten antisemitischen Vorfälle in den letzten Jahren stetig gestiegen. Insbesondere der Terroranschlag der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 führte zu einem weiteren extremen Anstieg der Fallzahlen. Das Dunkelfeld dürfte in diesem Bereich jedoch weitaus größer sein (z.B. Häfele & Groß 2023). Hinzu kommt, dass die offiziell gemeldeten Fälle keine Rückschlüsse darüber zulassen, inwieweit Menschen von antisemitischen Handlungen betroffen sind, die nicht (oder noch nicht) strafbar sind. Antisemitismus ist jedoch im alltäglichen sozialen Leben weit verbreitet, sei es in Form von Stereotypen, allgemeiner Abwertung von Juden und Judentum, offener und subtiler antisemitischer Vorurteile oder medialer Darstellungen (Zick et al. 2017). Bisher liegen für Deutschland kaum Befunde zu Antisemitismus aus der Betroffenenperspektive vor. Der Vortrag präsentiert Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt „Jüdisches Leben und Alltag in Hamburg (LeAH)“. Hauptziel der Studie war die Erhebung der subjektiven Belastung von Hamburger Juden und Jüdinnen durch antisemitische Straftaten und nicht-strafbare antisemitische Handlungen und (Alltags-)Diskriminierung(en). Datengrundlage bildet eine Vollerhebung der jüdischen Gemeinde Hamburg.

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